Allgemeine Berichte | 15.04.2024

Nierendorf läutete den Grafschafter Jubiläumsreigen ein

Backes, Bürger und Fastelovend

Günter Bach, Vorsitzender des Backesvereins, erläutert die über 2000-jährige Siedlungsgeschichte von Nierendorf. Fotos: DU

Grafschaft-Nierendorf. Als die Gemeinde Grafschaft als Folge der Kommunalreform Ende der 1960er Jahre in ihrer heutigen Form schließlich 1974 gegründet wurde, waren dem einige Irrungen und Wirrungen vorangegangen. Mancher wollte lieber zur Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler und zur Gründung einer Verbandsgemeinde hatte man in der seinerzeit stark landwirtschaftlich geprägten Grafschaft (noch) nicht genügend Einwohner. All das ist längst Geschichte. Heute, im Jahr des 50. Jubiläums, ist man nicht nur ein etablierter Sitz renommierter Wirtschafts- und Dienstleistungs-Unternehmen sondern nicht zuletzt auch ein überaus beliebter Wohnort, dessen Bevölkerungszahl in den vergangenen Jahrzehnten rasant gewachsen ist. Erwähntes Jubiläum ist auch für die einzelnen Grafschafter Orte Grund genug, ausgiebig zu feiern. Den Anfang machte kürzlich Nierendorf, das sich und sein vielfältiges Dorf- und Vereinsleben bei strahlendem Sonnenschein präsentierte.

2000 Jahre Siedlungsgeschichte

Dem eröffnenden Wortgottesdienst im Festzelt folgte ein kurzer Rückblick auf fünf Jahrzehnte Grafschaft, bevor sich die Ortsvereine samt ihren zahlreichen Aktivitäten vorstellten. Doch es blieb nicht „nur“ bei interessanten Worten: den Besucherinnen und Besuchern bot sich die Gelegenheit, in so ziemlich alles rund um Nierendorf einzutauchen. Im vom 2010 gegründeten und mittlerweile 171 Mitglieder zählenden Backesverein betriebenen Backes, der heuer seit zehn Jahren besteht, gab es neben der eindrucksvollen Ausstellung historischer Brotschneidegeräte aus der Sammlung von Dr. Dieter Bornschlegl auch allerhand Wissenswertes zur Nierendorfer Vergangenheit zu entdecken. Und die reicht, wie Bodenfunde belegen, bis in die römische Zeit zurück. Mit seinem kultigen Backesfest ist der Backesverein aus Nierendorf sowieso längst nicht mehr wegzudenken. Selbiges gilt auch für das Künstler-Ehepaar Jo Gaudry-Pankowski und Friedhelm Pankowski, deren unermüdliches, kreatives Schaffen sich nicht nur in zahlreichen Kunstwerken innerhalb des Dorfes zeigt, sondern auch durch Workshops und vieles mehr – für Kinder und Erwachsene. Eine entsprechende Ausstellung hierzu bot etliche Blickfänge und noch mehr Wissenswertes.

Reise durch die Zeit

Einen ebenfalls traditionell hohen Stellenwert nimmt in dem 840-Einwohner-Dorf der Fastelovend ein, dessen bewegte Geschichte im Jugendraum dank der Dorfgarde bestaunt werden konnte. Nicht minder Historisches hatte die freiwillige Feuerwehr zu bieten: vom Schutzhelm aus längst vergangenen Tagen bis hin zum antiken Löschschlauch samt Rückenbehälter. Moderne Feuerwehr-Ausrüstung rundete die Zeitreise perfekt ab. Darüber hinaus waren unter anderem auch der Heimat- und Bürgerverein Nierendorf, die St. Sebastianus Bruderschaft, die Junggesellen, der Möhnenverein, der Petrushütte Nierendorf e.V. und natürlich auch der Ortsbeirat um Ortsvorsteher Josef Braun mit jeder Menge Herzblut am Start. Dank Hüpfburg und einer kleinen „Kirmes“ kamen auch die jungen Gäste auf ihre Kosten. Und der heimische Herd konnte auch pausieren: ob hausgemachte Nussecken vom Backesverein, Köstlichkeiten vom Grill oder erlesene Weine – Kulinarik-Herz, was willst du mehr?

Margret Nelles vom Karlshof brachte Strohballen, die als urige Sitzgelegenheit überaus beliebt waren.

Margret Nelles vom Karlshof brachte Strohballen, die als urige Sitzgelegenheit überaus beliebt waren.

Günter Bach, Vorsitzender des Backesvereins, erläutert die über 2000-jährige Siedlungsgeschichte von Nierendorf. Fotos: DU

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