Allgemeine Berichte | 19.07.2016

Evangelische und katholische Kirchengemeinde luden ein zur Orgelpromenade

Bad Emser Orgelpromenade lässt den Sommer erklingen

Evangelische und katholische Kantoren bringen Gäste und deren Gemüter in drei Kirchen in Bewegung

Bad Emser Orgelpromenade lässt den Sommer erklingen

Bad Ems. Zum Promenieren in Kurpark und Lahnanlagen kommen viele Touristen sonntags nach Bad Ems. Mit ihrer Orgelpromenade luden die evangelische und die katholische Kirchengemeinde am Wochenende aber wieder zu einem Spaziergang in die Kreisstadt, der einmalig ist und deshalb ein großes Stammpublikum hat. In drei Gotteshäusern ließen vier Organisten die Königin-Instrumente abwechslungsreich erklingen und brachten dabei eine große Schar an Zuhörern gleich in doppeltem Sinne in Bewegung.

Das Publikum spaziert seit 19 Jahren bei den Promenaden von einem Konzertort zum nächsten. Start war in der evangelischen Martinskirche in Ems. Von dort promenierten die rund 100 Gäste zur katholischen Martinskirche, dann durch den Kurpark und über die Lahn zur evangelischen Kaiser-Wilhelm-Kirche. Die Kapelle Maria Königin blieb aufgrund von Renovierungen diesmal ausgespart. Zwischendurch kredenzten die Veranstalter Kaffee und Kuchen und zum Abschluss kühlende Getränke.

Für Bewegung im Innern der Zuhörer sorgten die versierten Musiker an den drei Orgeln. Esther Thrun, Ingo Thrun, Lutz Brenner und Norbert Fischer machten in den drei Gotteshäusern meisterhaft deutlich, warum die mächtigen Pfeifenkonstruktionen „Königin der Instrumente“ genannt werden. Das Reizvolle dieses Nachmittags: Die Interpreten wussten mit der Auswahl der Werke eine große Bandbreite der Klangvarianten der Orgeln hörbar ausdrucksstark zu Gehör und Gemüt zu bringen.

Norddeutsche Komponisten wie Heinrich Scheidemann, Dietrich Buxtehude und Hans-Friedrich Micheelsen wurden am Ausgangspunkt der Promenade von Esther und Ingo Thrun an der 2014 erbauten Eule-Orgel in den Mittelpunkt gestellt. Mit Werken des berühmtesten Kirchenmusikers Johann Sebastian Bach beendete Norbert Fischer an der Klassmeier/Klais-Orgel den konzertanten Spaziergang durch die Kurstadt. Dazwischen ließ Lutz Brenner den Sommer in Bad Ems aufleben. Seine Improvisation „ökumenische Sommerfrische“ über zwei Lieder aus dem evangelischen und dem katholischen Gesangbuch gehörte zu den Höhepunkten des bewegenden Nachmittages. Mit der Kombination von „Geh aus mein Herz und suche Freud“ und dem katholischen „Das Jahr steht auf der Höhe“, dessen Melodie sich auch im evangelischen Gesangbuch findet, transportierte Brenner nicht nur den Gedanken der Ökumene ins Kirchenschiff. Sein raffiniertes Spiel mit den 42 Registern der Sandtner-Orgel weckte auch sommerliche Assoziationen zwischen sonniger Leichtigkeit und mächtigen Kräften, die der Himmel zurzeit auf die Erde schickt.

Pressemitteilung

Dekanat Nassauer Land

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