Konzert in der Früchter Thomaskirche
Barock als Quell der Energie
4 Times Baroque spielten Werke von Händel
Frücht. Wieder einmal war das Quartett „4 Times Baroque“ in Frücht zu Gast. Diesmal hatten die vier jungen Musiker die Sopranistin Rahel Maas mitgebracht. Als Vorbereitung auf ein Konzert des Vereins „Alte Musik am Mittelrhein“ in der Koblenzer Kapuzinerkirche musizierte das Ensemble sein Konzertprogramm quasi als öffentliche Generalprobe.
4 Times Baroque – Jonas Zschenderlein (Violine), Jan Nigges (Blockflöte/Barockoboe), Karl Simko (Violoncello) und Alexander von Heißen (Cembalo), alle Studierende an deutschen Musikhochschulen – musizieren seit 2012 gemeinsam. Sie beschäftigen sich hauptsächlich mit den alten Meisterwerken aus der goldenen Zeit des Barock und mit der historischen Aufführungspraxis. Mit ihren Interpretationen wollen sie deutlich machen, dass es sich hier keineswegs um „alte“ oder „veraltete“ Musik handelt, sondern um einen Quell permanenter Energie, aus dem man auch heute noch schöpfen kann.
Rahel Maas, Gesangspädagogin und „Master of Performing Arts“, ist als Konzertsängerin an namhaften Häusern wie etwa der Berliner Philharmonie oder der Tonhalle Zürich tätig. Gemeinsam mit „4 Times Baroque“ trat sie bereits in 2014 beim Festival Rheinvokal auf. In Frücht standen sieben der „Neun Deutschen Arien“ sowie die Triosonaten HWV 386 in d-Moll und HWV 389 F-Dur von Georg Friedrich Händel auf dem Programm. Die zwischen 1724 und 1727 entstandenen Arien – Vertonungen von Texten des Hamburger Dichters Barthold Heinrich Brockes aus dessen Gedichtsammlung „Irdisches Vergnügen in Gott“ - stehen mit ihrem kammermusikalischen Stil ganz im Gegensatz zu seinen in gleicher Zeit entstandenen italienischen Opern. Mit ihrem glockenhellen Sopran verstand es Rahel Maas vorzüglich, die Arien in einem klaren, schlichten Stil fast im Sinne Bach’scher Kantaten vorzutragen, ohne dabei ganz auf die im „italienischen Stil“ so beliebten - jedoch dezent eingesetzten - Verzierungen zu verzichten. Wundervoll harmonierte hier die frische Spielweise des Instrumental-Quartetts. So konnten die Zuhörer etwa die Textzeile „alles jauchzet, alles lacht“ aus „Meine Seele hört im Sehen“ sehr gut nachempfinden. Ebenso virtuos und mit erstaunlicher Leichtigkeit und Beschwingtheit musizierten die jungen Künstler auch die beiden Triosonaten. Insgesamt ein rundherum gelungenes Musikerlebnis für Liebhaber der „alten Musik“, das hoffentlich weitere Auflagen erfahren wird.
