Allgemeine Berichte | 10.03.2016

Bautätigkeit im Jahr 2015 in Andernach

Bauboom im Wohnungsbau flachte in Andernach etwas ab

Aber auch im Jahr 2015 deutlich mehr Genehmigungen für neue Wohnungen als im letzten 5-Jahresdurchschnitt

Wie zu Anfang jeden Jahres üblich, enthält die nachfolgende Übersicht eine Zusammenstellung und Aufschlüsselung der im vergangenen Jahr 2015 in der Stadt Andernach erteilten Baugenehmigungen sowie der durch Freigabeerklärung im Freistellungsverfahren gemäß § 67 LBauO zugelassenen Bauvorhaben. Die Zahlen der Vorjahre ab 2010 sind zum Vergleich aufgeführt und die Veränderungen 2014/2015 in Prozent angegeben.

Andernach. War 2014 ein absolutes Rekordjahr in Andernach insbesondere für den Wohnungsbau, so hat sich im vergangenen Jahr 2015 eine gewisse Beruhigung der schon beinahe überhitzten Baukonjunktur eingestellt. Die Bausumme im Wohnungsbaubereich ist von fast 29 Mio. Euro auf gut 20 Mio. Euro zurückgegangen (minus 30 %), beträgt jedoch immer noch deutlich mehr als im Durchschnitt der fünf vorausgehenden Jahre (15 Mio. Euro).

Gewerbebau auf gutem Niveau stabil

Auch im gewerblichen Bau und bei den sonstigen nicht zum Wohnen genutzten Vorhaben hat sich das Investitionsniveau 2015 mit ca. 13,5 Mio. Euro gegenüber ca. 16 Mio. Euro in 2014 relativ gut behauptet. Generell sind in diesem Bereich stärkere Schwankungen festzustellen, weil bei der geringen Gesamtzahl gewerblicher Vorhaben in Andernach einzelne Großvorhaben enorme Veränderungen bewirken können. In der Summe liegen die Investitionen im Wohn- und Gewerbebau mit fast 35 Mio. Euro über denjenigen aller Vorjahre mit Ausnahme des Rekordjahres 2014, als über 46 Mio. Euro investiert wurden. Zu berücksichtigen ist dabei, dass in der Zahl für 2015 ein größeres Vorhaben mit 2,2 Mio. Euro Bausumme enthalten ist, welches nicht zur Ausführung kam. Bei der räumlichen Verteilung der Bauvorhaben zeigt sich eine sehr stabile Tendenz, wonach in der Kernstadt im Regelfall ca. 160 Bauvorhaben zu verzeichnen sind, wogegen in den Stadtteilen zusammen meist ca. 20 – 40 Vorhaben genehmigt bzw. freigegeben werden. Immerhin ist hier bei den Stadtteilen in 2015 eine Steigerung um mehr als 50 % gegenüber dem Vorjahr festzustellen, wogegen in der Kernstadt die Zahl der Bauvorhaben um gut 10 % zurückgegangen ist. In der Summe wird für die Gesamtstadt das Vorjahresniveau knapp erreicht.

Wohnungsbau

Hier lag 2015 die Zahl der genehmigten bzw. freigegebenen Vorhaben mit 73 sogar deutlich über den Zahlen der Vorjahre mit Ausnahme von 2012 (82 Vorhaben).

Auch die Zahl der bei diesen Baumaßnahmen neu entstehenden Wohnungen ist mit 135 beachtlich. Nur im Wohnungsbaurekordjahr 2014 gab es mit 186 Wohnungen mehr Neuzugänge. Dagegen wird der 5-Jahresdurchschnitt der Vorjahre mit 87 Wohnungen durch das Ergebnis von 2015 um mehr als die Hälfte übertroffen. Gliedert man die Bauvorhaben nach Baugenehmigungen (größere Vorhaben und Gewerbe sowie Vorhaben, für die wegen Abweichungen von planungsrechtlichen Bestimmungen eine Befreiung gewährt wurde) und Freistellungen (insbesondere Ein- und Zweifamilienwohnhäuser, die einem gültigen Bebauungsplan entsprechen), so zeigt sich ein gewisses Wiederaufleben der Freistellungen, also insbesondere der Ein- und Zweifamilienwohnhäuser (24 Vorhaben gegenüber 18 im Vorjahr und nur 11 in 2013). Damit wird deutlich, dass auch im Bereich der Einfamilienhäuser doch eine durchaus stabile Nachfragesituation (allerdings auf relativ niedrigem Niveau) besteht.

Gewerbebereich und öffentliche Vorhaben

In diesem Sektor ist die Zahl der Vorhaben deutlich zurückgegangen (minus 40 %), wogegen die auf gutem Niveau stabile Investitionssumme anzeigt, dass der Umfang der jeweils einzelnen Vorhaben im Durchschnitt deutlich größer ist, als in den Vorjahren 2011 bis 2014.

Bemerkenswerte Einzelvorhaben im Wohnungsbaubereich

Auch in 2015 war wieder eine starke Dominanz der Mehrfamilienhäuser mit meist drei bis fünf Geschossen (insbesondere Projekte mit Eigentumswohnungen) gegenüber dem Ein- und Zweifamilienhausbereich festzustellen (anders noch vor wenigen Jahren, als so gut wie keine Mehrfamilienhäuser beantragt wurden). Insoweit reagiert der Markt bereits auf die veränderte Nachfragesituation. Hervorzuheben (mit mehr als 500.000,00 EUR Investitionssumme) sind in Andernach:

- ein Dreifamilienhaus in der Antel

- ein Wohnhaus mit 7 Wohnungen    in der Landsegnung

- der „Loftpark“ auf dem früheren    Opel-Margraff-Gelände mit 16    Wohnungen in zwei

   Mehrfamilienwohnhäusern und    21 Wohnungen in

   Einfamilienwohnhäusern, die zu    zwei Baugruppen

   zusammengefasst werden

-  ein Mehrfamilienhaus mit 5    Wohnungen in der Wollgasse

-  11 Wohnungen in einem  

   Gebäude an der

   Bismarckstraße/Einmündung    Martinsbergstraße

Bemerkenswerte Einzelvorhaben im Wohnungsbaubereich

Von den größeren gewerblichen und sonstigen nicht zu Wohnzwecken dienenden Vorhaben sollen genannt werden:

- das Sozialzentrum (Haus 2) mit    Erweiterung, Umbau und

   Modernisierung im Klinikareal    („festes Haus“) der LNK am

   Nette Gut

-  Um- und Ausbau bestehender   

   Substanz für die Neuansiedlung    einer Motorsportfirma an der

   Otto-Wolff-Straße

-  ein neues Bürogebäude einer    Betonsteinfirma auf dem

   Gelände zwischen monte mare   und SHD am Rennweg (das    Projekt wurde jedoch nicht

   realisiert)

-  ein Büro (Schuhgroßhandel)    und Tagungsgebäude am

   Rennweg

-  ein Hotel mit Restaurant am

   Ende der Schafbachstraße (im     Zusammenhang mit der

   kompletten Neuerrichtung der    ganzen Häuserzeile auf der    Nordwestseite der

   Schafbachstraße)

-  eine Baumaßnahme im

   Firmengelände Thyssen- 

   Krupp-Rasselstein an der

   Koblenzer Straße

Ausblick

Aufgrund der zumindest mittelfristig berechtigten Aussicht auf eine stabile Konjunkturlage und besonders wegen des anhaltend niedrigen Zinsniveaus ist auch in 2016 auf eine weiterhin lebhafte Investition und Bautätigkeit in Andernach zu hoffen. Dabei könnte sich auch der Ein- und Zweifamilienhausbereich wieder stärker beleben, so dass hier die Notwendigkeit zur Erschließung neuer Bauflächen (möglichst in integrierten, stadtnahen Lagen im Rahmen der Darstellungen des Flächennutzungsplans) aktuell werden kann.

Auch für die gewerblichen Entwicklungen kann die Stadt nur noch wenige freie Grundstücke anbieten, was ebenfalls zu Neuausweisungen (Verlängerung Lohmannstraße, interkommunales Gewerbegebiet Miesenheim-West / Plaidt) Veranlassung gibt.

Weil mit der positiven Entwicklung der Altstadt und der Rheinfront auch der touristische Bereich schon seit mehreren Jahren deutlich belebt wurde und mit einer Vielzahl von Baumaßnahmen im Altstadtbereich eine weitere Attraktivitätssteigerung verbunden ist, bestehen für eine positive Entwicklung der Andernacher Innenstadt gute Aussichten. Sorge bereitet hier allein der Einzelhandelssektor, wo mit bevorstehenden Betriebsaufgaben erneut die Leerstandsproblematik akut werden könnte. Zwar trägt ein gewisser Wechsel durchaus zur Belebung bei, ein längerer Leerstand in großem Umfang hätte jedoch negative Folgen für den Einzelhandelsstandort Andernach.

Pressemitteilung

Stadtverwaltung Andernach

Der „Loftpark“ auf dem ehemaligen Opel-Margraff-Gelände gehört zu den größten Projekten im Bereich Wohnungsbau in Andernach.Stadt Andernach/Maurer

Der „Loftpark“ auf dem ehemaligen Opel-Margraff-Gelände gehört zu den größten Projekten im Bereich Wohnungsbau in Andernach. Foto: Stadt Andernach/Maurer

Wie zu Anfang jeden Jahres üblich, enthält die nachfolgende Übersicht eine Zusammenstellung und Aufschlüsselung der im vergangenen Jahr 2015 in der Stadt Andernach erteilten Baugenehmigungen sowie der durch Freigabeerklärung im Freistellungsverfahren gemäß § 67 LBauO zugelassenen Bauvorhaben. Die Zahlen der Vorjahre ab 2010 sind zum Vergleich aufgeführt und die Veränderungen 2014/2015 in Prozent angegeben.

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