Allgemeine Berichte | 10.04.2019

Fotoausstellung einer ungewöhnlichen Wanderung entlang der Kreisgrenze

Begegnungen an der Peripherie

Klaus Strack … unterwegs im Naafbachtal. Quelle: Klaus Strack

Wachtberg-Berkum. So abgelegen und klein war das Dorf, dass er selbst zum Fotoobjekt wurde. Ein Wanderer, hier? Das kann nur ein Dieb auf der Suche nach lohnenden Einbruchszielen sein! Das dachte sich wohl der Einwohner der wenige Seelen großen Ortschaft beim Anblick von Klaus Strack und zückte prompt die Kamera. So geschehen im äußersten Osten des Rhein-Sieg-Kreises.

Eigentlich war Strack derjenige, der auf Fotomotivsuche war. Zuhause in Siegburg, im Beruf Kämmerer der Gemeinde Eitorf und als langjähriger Sprecher aller Rhein-Sieg-Kreis-Kämmerer mit deren Städten und Kommunen vertraut, war dem passionierten Wanderer und Hobbyfotografen die Idee einer ganz besonderen Heimat-Tour gekommen. Nicht die bekannten Sehenswürdigkeiten und touristisch beliebten Hotspots des Rhein-Sieg-Kreises wollte er erkunden, sondern entlang dessen Außengrenze das Gebiet umrunden und so neue Eindrücke, ein anderes Heimatgefühl gewinnen. Auch das Links- und das Rechtsrheinische wollte er bekannter machen, erzählte Strack am 03. April anlässlich der Eröffnung seiner Fotoausstellung im Wachtberger Rathaus. Mögen die einzelnen Fotos vielleicht nicht alle auf Anhieb selbsterklärend sein, spätestens aber nach Stracks Bilderprojektion und anschließendem, überaus unterhaltsamen Vortrag erschloss sich den zahlreich zur Vernissage erschienenen Gästen das Abenteuerliche, das sowohl Wunderbare wie zuweilen auch Verwunderliche der Strack‘schen Expedition vor der Haustüre.

Skurriles, Amüsantes und Liebenswertes

In Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis leben zusammen fast eine Million Menschen. Während im Zentrum städtischer Trubel und Verkehrschaos herrsche, so zeige sich nur wenige Kilometer außerhalb vielfach ein ganz anderes Bild, war Strack schon bei der Planung überzeugt. 2017, ein ganzes Jahr und durch alle Jahreszeiten ist er gewandert, in der Regel wochentags, um einen Alltagseindruck zu bekommen. 328 Kilometer zählt die Außengrenze des Kreises.

Da diese zumeist jedoch nicht direkt begehbar ist, oft durch Flüsse führt, und er sich auch schon mal verlaufen habe, seien insgesamt 391 Kilometer auf zumeist nicht markierten Wald- und Wirtschaftswegen zusammen gekommen, so Strack. Analog, mit klassischer Wanderkarte 1 : 25.000 und jeweils mittels ÖPNV zu den insgesamt 17 Etappen an- und abgereist, sei er unterwegs gewesen, was aber zu vielen interessanten, herzlichen und überaus amüsanten Begegnungen beigetragen habe. Überhaupt seien es die Menschen und deren Lebenswelten gewesen, die auf seiner Tour immer mehr in den Fokus gerückt seien. Skurriles war dabei, wie mitten im Wald ein buddhistisches Begegnungszentrum oder an anderer Stelle, auch mitten im Wald, zwei „Wohnwagen der Liebe“, aber auch Trauriges, wie Spielplätze, auf denen schon seit Jahren keine Kinder mehr gespielt haben, oder Dörfer, in denen Häuser verfallen und Gasthöfe schon lange keine Gäste mehr empfangen. In krassem Gegensatz dazu das Moderne, wie landwirtschaftliche High-Tech-Anlagen zur Ernte-Optimierung. Und immer wieder Menschen, die Strack mit ihrer Gastfreundschaft begeisterten. Nicht wenige Male saß er in privaten Wohnzimmern bei Kaffee und Kuchen … denn Einkehrmöglichkeiten, das hatte Strack schon geahnt, gibt es in der Peripherie so gut wie keine. Diese Kontakte sind es auch, von denen er mit so viel Frohsinn erzählt, die widerspiegeln, was uns im Rhein-Sieg-Kreis ausmacht: „Wir leben in einer vielfältigen Gegend, die alles bietet, was man benötigt: tolle Infrastruktur, herrliche Landschaften, ein großes kulturelles Angebot, funktionierende Dorfgemeinschaften. Und dann gibt es da noch das Gefälle hin zu den Rändern. An denen war ich unterwegs. Hier ist einiges im Argen, aber auch vieles in Ordnung.“

Nachzulesen im Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises

Klaus Strack hat über seine Tour ein Buch geschrieben, das jedoch bereits weitgehend vergriffen ist. Zum Glück für alle Interessierten ist eine Kurzfassung mit einer Auswahl seiner Fotos im aktuellen Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises abgedruckt.

Die Ausstellung im Wachtberger Rathaus (Treppenhaus EG bis 2. OG), Rathausstraße 34 in Wachtberg-Berkum ist noch bis 30. April 2019 (Mo – Fr 08.00-12.00 Uhr, Mo 14.00-16.00 Uhr, Do 14.00-18.00 Uhr) zu sehen.

Pressemitteilung

Gemeinde Wachtberg

Klaus Strack hatte zur Vernissage sein Buch und seine Tour-Karten mitgebracht. Foto: Gemeinde Wachtberg/mm

Klaus Strack hatte zur Vernissage sein Buch und seine Tour-Karten mitgebracht. Foto: Gemeinde Wachtberg/mm

Klaus Strack … unterwegs im Naafbachtal. Quelle: Klaus Strack

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