Kreativer Austausch für HIV-Betroffene und Angehörige im Westerwaldkreis
Begegnungswochenende sorgte für neue Lebensenergie
Westerwaldkreis. „Du hast es in der Hand“ – unter diesem inspirierenden Motto fanden sich rund 30 HIV/Aids-Betroffene und deren Angehörige zu einem Begegnungswochenende im Priesterseminar Limburg zusammen. Zum 26. Mal hatte der Westerwaldkreis über die Infektionsberatungsstelle des Gesundheitsamtes Montabaur eingeladen, sich in diesem Rahmen auszutauschen, zu informieren und kreativ tätig zu werden. Dabei wurde wieder ein abwechslungsreiches Programm geboten, das trotz regnerischen Wetters zu guter Stimmung und lebhaften Unterhaltungen führte.
In einem Kreativworkshop legten die Teilnehmenden selbst Hand an und gestalteten unter der Leitung von Keramiktechnikerin Anna Kleusch fantasievolle Kunstwerke aus Ton. Das benötigte Material hierfür hatte freundlicherweise die Firma Goerg & Schneider aus Boden gespendet. Zur Entspannung trugen unter anderem eine Klangschalenmeditation von Monika Beck-Kuhlmann sowie wohltuende Einzel- und Paarmassagen durch den Physiotherapeuten Markus Kuhlmann bei. Ergänzend boten Einzel- und Gruppengespräche sowie ein medizinischer Fachvortrag von Dr. Ansgar Rieke wichtige Einblicke.
Für HIV/Aids-Betroffene und deren Angehörige ist das Begegnungswochenende mehr als nur eine hilfreiche Anlaufstelle. Für so manchen bedeutet es einen Schritt von Verzweiflung und Trauer hin zu neuer Lebensenergie und optimistischerer Weltsicht. So sagte eine Teilnehmerin: „Für mich sind die drei Tage wie ein Urlaub, den ich mir nirgendwo buchen kann. Sie nehmen mir die Ängste und das Grübeln, sie bieten mir eine gute und entspannende Umgebung, ermutigen zu kreativer Betätigung und schenken mir Gemeinschaft mit vielen anderen Betroffenen.“ Besonders wertvoll ist die finanzielle Unterstützung, die es ermöglicht, das Wochenende mit geringen Eigenkosten zu erleben. Diese Hilfe wird dankenswerterweise vom Förderverein der Immunologischen Ambulanz des Klinikums Kemperhof Koblenz und vom Katholischen Erwachsenenbildungswerk Westerwald-Rhein-Lahn ermöglicht.
Diesmal schwang bei der Veranstaltung etwas Wehmut mit: Für Dr. Ursula Rieke, Ärztin im Gesundheitsamt des Westerwaldkreises, die bislang alle Wochenendseminare begleitet und geleitet hat, war es ein Abschiedstreffen. Psychologin (M.Sc.) Selina Kexel, die gemeinsam mit ihr durch das Wochenende führte, steht aber weiterhin gern für Rückfragen zum Wochenendseminar und zur HIV-Selbsthilfegruppe telefonisch unter 02602 124-737 zur Verfügung. Fragen zur HIV/STI-Beratung und -Testung sowie zu Präventionsveranstaltungen können gern an Miriam Körting-Eberhardt unter 02602 124-723 gerichtet werden.
Pressemitteilung
Kreisverwaltung des
Westerwaldkreises
