Allgemeine Berichte | 16.08.2017

Der Kathringer Frauenchor und der Männergesangverein luden zum Konzert

Beim „Kölschen Nachmittag“ unter- strichen die Sänger ihre Liebe zur Heimat

Vom Zusammenhalt in seinem „Veedel“ schwärmte der Männergesangverein. DL

Sankt Katharinen. Bis auf den letzte Platz besetzt waren die langen Tischreihen im Bürgersaal von Sankt Katharinen, der sich am Sonntagnachmittag in eine riesige Cafeteria verwandelt hatte. Eingeladen in diese zu einem „Kölschen Nachmittag“ hatten in einer Gemeinschaftsaktion der Kathringer Frauenchor um Annetraud Ley und der Männergesangverein um Wilfried Hoß. Begrüßen konnte dieser neben dem 1. Beigeordneten des Ortes, Hans-Josef Weißenfels, und Pfarrer Bernd Peters als prominentesten auswärtigen Gast den dienstältesten Bürgermeister Deutschlands, den Windhagener Josef Rüddel.

„Wir bieten Ihnen heute zusammen mit dem Projektchor ‚Kathringer Straßenfeger‘ echt kölsche Tön und nach Kaffee und Kuchen auch kölsche Spezialitäten vom Halven Hahn bis zur Flönz“, verriet Wilfried Hoß in seiner Begrüßung. Außerdem kündigte er seine Kollegin Annetraud Ley und Günter Karnowski als Moderatoren an. „Der Damenchor unter Leitung von Karlheinz Frings beginnt mit einem Lied des Kölner Komponisten und Texter von Heimat- und Karnevalsliedern in Kölscher Mundart, Willi Ostermann, die dieser selber als Krätzchensänger vorgetragen hat“, so der Sangesbruder.

Nicht seine bekannten Lieder trug der Frauenchor vor, sondern fragte, auf dem Akkordeon begleitet von Stefan Ley, vor der mit Birkenstämmen und mit Biergarnituren geschmückten Bühne, die von Pittermännchen und vollen Kölschstängelchen dominierten wurden, natürlich nur rein rhetorisch: „Woröm solle mit ald en de Heija jonn?“ Auch die Antwort hatte der Komponist und Texter postwendend parat: „Et es noch vill zo fröh, mer blieven noch jet he!“ Dann lud der Frauenchor mit den „Bläck Fööss“ sogar „De puckelije Verwandtschaft“, ein, die von den Sängerinnen dann jedoch angesichts möglicher Erbschaften als „schnuckelich“ erkannt wurden, sodass sie wohl auch ihr die „ruute Ruuse“ von der Gruppe „De Boore“ schenkten.

„Sie haben wohl erkannt, dass unser Günter ne Imi is un sich bemüht, uns op köllsch zu verstehn“, so Annetraud Ley, bevor sie die Legende von der göttlichen Sprachenverteilung an die einzelnen Regionen erzählte, bei welcher der Rheinländer vergessen worden sei. „Als sich dieser beschwerte und Gott merkte, dass kein Dialekt mehr übrig war, tröstete er ihn und sagte: Dann schwätzde eben esu wie isch!“ Diese „Gerüchteküche“ wollte ihr Kollege nicht unwidersprochen lassen. Das Rheinisch sei ein zusammengewürfelter Dialekt. Erst seit Anfang des 17. Jahrhunderts spreche man von einer Kölner Mundart, die einen Tagesritt rund um die Domstadt in verschiedenen Variationen zu hören sei, so Günter Karnowski, bevor Karlheinz Frings den Projektchor einziehen ließ.

„Op die Welt un op et Lääve, op die Liebe un et Jlöck, op die Stadt an der mer klääve, janz ejal wat morje kütt!“, sang der zunächst das Hohe Lied auf die nahe Domstadt von der Band „Rheinländer“, um sich dann mit den Bläck Fööss zu wünschen: „Ich wör esu jään ens Weihbischof“, um „vun d`r Kanzel jet schänge, mem Weihwasser spritze, Verjebung verschenke, un et Weihrauchfässje schwenke“ zu können. Dieser Traum zerplatzte aber auch bei dem Chor wie eine Seifenblase beim Gedanken an et „ZZZZölibat!“ Da erinnerte sich der gemischte Chor schon lieber an den Hit von „Cat Ballou“ und schmetterte: „Et jitt kei Wood, dat sage künnt, wat ich föhl, wann ich an ming Heimat denk!“

Als Leierkastenmann überbrückte Erwin Schützeichel eine Gesangspause mit kölschen Krätzcher, bevor der Kathringer Männerchor den Zuhörer mit den Bläck Fööss einen „Jooden Daach“ wünschte, um sie dann daran zu erinnern, dat et Schönste, wat m’r han schon all die lange Johr“ ihr Veedel ist weil m’r, „ejal, wat och passeet!“ he zosamme hält. Über de „Annemarie“, kamen die Sänger dann auf das „Wasser von Kölle“ zu sprechen, eine Persiflage auf den noch vor einigen Jahren unglaublich verschmutzten Rhein. Zum Glück hatte sich bei beiden Chören aber herumgesprochen, dat m’r Kölsch nit nor schwaade kann. „E Fäßje jolde Jääschtesaff jitt Moot, un Bloot un Kraff!“, schwärmten sie gemeinsam, um dann mit den „Paveiern“ zu verraten: „Heimat es jo nit bloß e Woot nur. Heimat es, wo du nit abseits stehs. Heimat es die Sprooch un sin die kölsche Leeder. Heimat es do, wo de jlöcklich bes!“

Angesichts der rundum zufriedenen und glücklichen Gesichter im Saal, hatten alle Teilnehmer am Kölschen Nachmittag, eben dieses Heimatgefühl erlebt, sodass die drei Chöre ihren Gästen am frühen Abend mit den Bläck Föös „ne Engel för d’r Heimwäch“ wünschten und sie mit „Kutt jot heim!“ entließen. Allein im Bürgersaaal beim Aufräumen waren sich dann alle Kölsch schwätzenden und trinkenden Sänger so ziemlich einig: „Dat schönste Fäßje, en d’r Tat dat han m’r hück jeschaff!“

DL

Ein Hoch „op et Lääve, op die Liebe un et Jlöck“ schmetterten die Heimat-liebenden „Straßenfeger“.

Ein Hoch „op et Lääve, op die Liebe un et Jlöck“ schmetterten die Heimat-liebenden „Straßenfeger“.

Sogar „Ruute Ruusen“ verschenkten die Sängerinnen an ihr Publikum.

Sogar „Ruute Ruusen“ verschenkten die Sängerinnen an ihr Publikum.

Vom Zusammenhalt in seinem „Veedel“ schwärmte der Männergesangverein.Fotos: DL

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