13. Auflage von „Koblenz spielt“begeisterte die Besucher mit einem breiten Angebot
Beim Spielen eigene Talente entdecken
Koblenz. Zum 13. Mal hatte der Stadtjugendring Koblenz in Kooperation mit der Stadt Koblenz zu „Koblenz spielt“ eingeladen. 70 Jugendorganisationen, Jugendgruppen, Träger der freien Jugendhilfe sowie Verbände und Unternehmen präsentierten sich und ihre Arbeit mit rund 90 kostenlosen Spielangeboten an 15 innerstädtischen Spielorten. Die offizielle Eröffnung übernahm Marie-Theres Hammes-Rosenstein, Bürgermeisterin der Stadt Koblenz, zusammen mit Stadtjugendring-Leiter Peer Lemmerz auf der Jesuitenplatz-Bühne. Hammes-Rosenstein nannte die Veranstaltung eine schöne Ergänzung zu den über 100 dauerhaft installierten Spielplätzen der Stadt. Spielen sei für die Kinder der Schlüssel zur Welt, eine Gelegenheit, die eigenen Talente zu entdecken. Um sie zum Spielen und zum Erkunden neuer Spielangebote zu animieren, seien an diesem Tag mehr als 300 Ehrenamtliche im Einsatz.
Für das Zustandekommen und die Durchführung des bei Alt und Jung beliebten Spielfestes sprach sie den Teilnehmern, dem Organisationsteam und den Sponsoren ihren Dank aus. Koblenz sei heute „mal locker der Himalaya“, wandelte Lemmerz das Eichendorff-Zitat: „Wo ein Begeisterter steht, ist der Gipfel der Welt“ für die Veranstaltung ab. In Anbetracht der Schlechtwetter-Prognose dürfte die 10.000 Besucher-Marke in diesem Jahr wohl nicht geknackt worden sein. Einige wenige Vereine, die die Verantwortung für die Durchführung letztlich selbst zu tragen hatten, hatten ihre Teilnahme am Fest abgesagt. Doch die, die sich trotzdem wagten, ihre Zelte aufzustellen, wurden von der sich zumindest am Nachmittag über längere Zeit zeigenden Sonne und entsprechend größerem Besucherzustrom belohnt. Bei den kurzen Regengüssen gegen Mittag gab es genügend Möglichkeiten, trockenen Fußes weiterzuspielen. So zum Beispiel in den Räumen der Jugendbegegnungsstätte im Haus Metternich. Hier, wie auch an den weiteren, vom Jugendamt der Stadt Koblenz installierten Stationen auf dem Münzplatz hieß es: „Abtauchen in das Land der Pyramiden“. Zwei Sphinxe flankierten den Eingang zur Begegnungsstätte und Pfeile wiesen den geheimnisvollen Weg zur im Dunkeln gelegenen unterirdischen Grabkammer. Den Parcours hatte das Jugendamts-Team mit viel Phantasie und Sinn für kleine Abenteurer gestaltet. Den Sarkophag auf die in ihm versteckte Schatzkiste mit schokoladigen Goldmünzen zu durchsuchen, war trotz der kleinen Ekeleinlagen für alle Forscher ein von Erfolg gekröntes Erlebnis. Sogar die Bürgermeisterin suchte und fand und spendete dem Team viel Lob für seine Kreativität.
„Abtauchen in das Land der Pyramiden“
Mehr Geschichten aus dem alten Ägypten brachte der Vorleseclub des Jugend- und Bürgerzentrums Karthause in dem Zelt zu Gehör, das als „Oase der Ruhe“ errichtet worden war. Im Nachbarzelt, der „Schminkwerkstatt der Nofretete“, durften die Kinder unter anderem Masken basteln und Ausmalbilder mit Farbstiften zum Leben erwecken. Wie man sieht, sind es nicht die Gesellschaftsspiele mit Spielkarten, Würfeln, Spielbrettern und Spielfiguren, die das Fest bestimmen, sondern vielmehr solche Spiele, bei denen die Kinder und Jugendlichen kreativ aktiv werden. Unter ihren Händen entstanden kleine Holzboote, Papierblumen, Filzelfen, Türme aus Plastikbechern und vieles mehr. Sie betätigten sich sportlich bei Tischtennis, Streethockey, beim Klettern oder Abschlagen von Golfbällen. Das riesige Angebot bestritten unter anderem die Pfadfinder, verschiedene katholische und evangelische Fachstellen für die Kinder- und Jugendarbeit, Unicef, Hilfsverbände wie DLRG oder DRK, etliche Einzelhandelsgeschäfte, die Sportjugend Rheinland und unterschiedliche Sportvereine sowie Music Live, die das Bühnenprogramm mit Nachwuchsbands auf dem Jesuitenplatz und einen offenen Musikworkshop auf dem Zentralplatz gestalteten.
Stadt als großer Bewegungs- und Begegnungsraum
Von der „St. Sebastianus Schützenbruderschaft Ehrenbreitstein 1520“ war die Jungschützenabteilung zum Spielfest entsandt, die vor allem mit dem Pappentenschießen und Schießen mit dem Lichtpunktgewehr das Interesse der jüngsten Schützen weckten. Im Innenhof von Rathaus II präsentierte das Grünflächen- und Bestattungswesen der Stadt Koblenz die „Koblenzer Gartenkultur“ mit blumigen Bastelangeboten und damit verbundenen Blumengeschenken. Auch Koblenzer Museen und die Stadtbibliothek bereicherten „Koblenz spielt“ mit schönen Spiel- und Spaßaktionen. Die auf dem Zentralplatz errichteten Stände verloren sich zwar ein wenig auf der großen Fläche, punkteten dafür aber mit besonders attraktiven Angeboten. Große Faszination bei Groß und Klein übte die Modellfluggruppe Koblenz mit dem über dem Platz kreisenden Quadrocopter aus. Der Bowlingsportverein brachte mit einer manuell betriebenen Bowlingbahn den Kindern den richtigen Dreh beim Kugelrollen bei und hatte dabei selbst mit dem Wiederaufstellen der Kegel alle Hände voll zu tun. Im Rahmen des Spielfestes war komplett auf Verpflegungsstände verzichtet worden, denn das Spielen sollte die Hauptsache sein. Außerdem sollte wohl der Koblenzer Gastronomie nicht die Chance genommen werden, die Besucher in den Spielpausen als Gäste zu bewirten. Mit „Koblenz spielt“ wurde auch in diesem Jahr wieder ein beeindruckendes Bild der in Koblenz geleisteten vielfältigen Jugendarbeit abgegeben. Die Stadt verwandelte sich über Stunden in einen großen Bewegungs- und Begegnungsraum, der die Jugend eine Zeit lang wegholte von den Computerspielen und ihr die positiven Seiten des Spielens in der Gemeinschaft nahebrachte.
BSB
Geschichten aus dem alten Ägypten brachte der Vorleseclub des Jugend- und Bürgerzentrums Karthause in der „Oase der Ruhe“ zu Gehör.
Im Durchgang zum Rathaus-Innenhof bastelten die Kinder eifrig Papierblumen für das dann zu erwartende echte Blumengeschenk.
Die Sportschule „Centro Cultural Arte Capoeira“ führte auf dem Jesuitenplatz „Capoeira“, einen von Liedern begleiteten brasilianischen Kampftanz, vor.
Das Streethockey-Angebot der Sportjugend Rheinland auf dem Görres-Schulhof nahmen die Kinder mit Begeisterung an.
