Beirat des Kur- und Heilwalds traf sich im Lahnsteiner Stadtwald
Lahnstein. Zweimal im Jahr informiert der zuständige Beirat die Politik über Baufortschritte und Planungen des Kur- und Heilwalds. Bei der Sitzung im Stadtwald stellte Astrid Haderlein von der Stadtverwaltung Lahnstein zunächst einen kurzen zeitlichen Abriss des Projektes vor und ging dabei auf die erreichten Meilensteine, wie den Erhalt des Prädikats „Kur- und Heilwald“ der Landesregierung, die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts im Atem-Parcours sowie des Kinderheilwaldes, ein. Der Kinderheilwald wurde vor etwa einem Jahr eröffnet und wird sowohl von Familien, als auch von Kita- und Schulgruppen aus Lahnstein und der Region regelmäßig besucht. Der Weg im oberen Bereich wurde kürzlich so ausgebaut, dass dieser auch in der nassen Jahreszeit von Kinderwagen und Rollstühlen ohne Probleme befahren werden kann.
Im Anschluss ging der medizinische Leiter des Kur- und Heilwaldes Dr. Jörg Henning auf das medizinische Konzept des Atem-Parcours ein, welches in Zusammenarbeit mit der Malberg-Klinik entstanden ist. Patienten mit Lungen- oder HNO-Krankheiten können hier unter Anleitung eines Therapeuten trainieren. Für Individualbesucher wurde eine Beschilderung konzipiert, welche Übungen zum besseren Atmen und für mehr Achtsamkeit vorschlägt.
Dr. Henning gab außerdem einen Ausblick auf den zweiten Bauabschnitt „Orthopädie/Geriatrie“. Hier entstehen Stationen zur Sturz-Prävention für ältere Patienten und Individualbesucher. Außerdem ein Fitness-Studio im Wald, in dem Patienten und Besucher an Geräten alle Muskelgruppen sowie Ausdauer und Koordination trainieren können. Des Weiteren ist auch hier (wie im Atem-Parcours) eine Schutzhütte geplant und es werden zwei Trockentoiletten aufgestellt.
Andreas Nick, Leiter des Forstamts Lahnstein, berichtete über die Entwicklung des Waldes in den letzten Jahren. Die extrem trockenen Sommer haben dem Wald großen Schaden zugefügt. Dabei sind nicht nur Fichten verloren gegangen, sondern auch viele alte Buchen weisen erhebliche Trockenschäden auf. Aufgrund der Verkehrssicherungspflicht mussten diese Bäume entnommen werden. Junge und mittelalte Buchen halten der Trockenheit stand und können erhalten bleiben. Nick wies darauf hin, dass sich die Bewirtschaftung des Waldes innerhalb der Flächen des Kur- und Heilwaldes aufgrund der neuen Ausrichtung verändert hat. Die waldwirtschaftliche Nutzung wird nicht aufgegeben, aber extensiviert, wodurch die bereits vorhandene Vielfalt der Lebensräume erweitert, die Ursprünglichkeit, Natürlichkeit und ästhetischen Reize des Waldgebietes ausgebaut und so die gesundheitlich relevanten Aspekte erhöht werden. Aufforstungsmaßnahmen im Lungen-Bereich mit den drei stark duftendenden Nadelbaumarten Douglasie, Hemlock-Tanne und Tuja wurden vor Kurzem durchgeführt.
Pressemitteilung der
Stadt Lahnstein
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