Seminar bei der vhs Neuwied
Bemerkenswerte Weinvielfalt trifft kulinarische Köstlichkeiten
Neuwied. Das siebzehnte Weinseminar für Wein-Einsteiger und Weinliebhaber an der vhs Neuwied unter der Leitung von Micha Stalp stellte drei deutsche Weinorte aus drei unterschiedlichen Weinanbaugebieten in den Fokus.
Bei der Zusammenstellung von außergewöhnlichen Weinen aus Ingelheim, Leutesdorf und Winningen standen Diversität und Qualität im Vordergrund.
Begrüßt wurden die Teilnehmer unter anderem mit Lachspraline auf Gourmetlöffel, korrespondierend zu Rieslingsekten und einem fruchtigen Spätburgunder Weißherbstsekt – ein wunderbarer Einstieg in die Seminarthematik.
Im theoretischen Teil des Seminars informierte Micha Stalp ausführlich über die charakteristischen Besonderheiten von Leutesdorf und Winningen in Bezug auf Vinifizierung in absoluten Steillagen. Steillagenwinzer sind Helden und betreiben Weinbau auf Messers Schneide. Die Ereignisse jedes Jahres, seien sie klein oder groß, eher banal oder dramatisch, hinterlassen ihre Spuren in den Weinen, jeder Wein erzählt eine Geschichte – von dem Boden, auf dem die Trauben gewachsen sind, vom Wetter des jeweiligen Jahrgangs, vom Keller, in dem er reift, und nicht zuletzt von den Menschen, die dahinterstehen. Dies gilt für Winningen an der mitunter pittoresk anmutenden Terrassenmosel genauso wie für das älteste und größte Weindorf am unteren Mittelrhein, Leutesdorf. Beide Weinorte sind geprägt durch bemerkenswerte Winzerpersönlichkeiten, festhaltend an traditionellen Werten und kulturellem Erbe, aber immer wieder auf der Suche nach Veränderung, Innovation und Nachhaltigkeit. In Leutesdorf selbst scheint in den kleinen Winzergassen das Weinmarketing seit Jahren zu stagnieren. Keine verglasten Vinotheken weit und breit. Gänzlich unaufgeregte Weinlabels, und von trendigen Konzeptweinen keine Spur. Im Mittelpunkt steht der Wein. Und die Empathie für die seit Jahren vertraute Kundschaft.
Zur großen Überraschung der Seminarteilnehmer wurde die Rotweinstadt Ingelheim am Rhein und deren Weinvielfalt durch die Anwesenheit der amtierenden Rotweinkönigin Cathrin II. repräsentiert und kompetent vorgestellt. Erstaunt stellten viele Teilnehmer während des Seminars fest, dass Ingelheim nicht nur rot gut schmeckt, sondern auch die Vinifikation von Weißweinen sehr gut beherrscht. In der Pause des Seminars konnten die Teilnehmer in einer Weinverkostungszone diskutieren, verweilen und eine große Anzahl unterschiedlichster Weine in Gelassenheit und mit Konzentration sensorisch wahrnehmen und probieren.
Ausgewählte und auf die Weine abgestimmte Käsespezialitäten und andere köstlich schmeckende kulinarische Überraschungen sorgten bei den anwesenden Weinliebhabern für Erstaunen und Hochstimmung.
Zum Abschluss der Veranstaltung, die in den liebevoll dekorierten Räumlichkeiten der vhs Neuwied stattfand, wurde von Marion Herz-Stalp als Dessert Passionsfrucht-Joghurt-Creme in Verbindung mit einer fruchtsüßen Kerner Spätlese aufgetischt.
Im November wird beim 18. vhs Weinseminar die Region Italiens im Mittelpunkt stehen, die wohl am stärksten mit dem italienischen Lebensgefühl und auch mit italienischem Wein in Verbindung gebracht wird: la Toscana.
