Ehrenamts-Fahrrad-Werkstatt ist nun in der Koblenz-Olper-Straße 3
Bendorf macht Menschen mobil
Bendorf. „Inzwischen gibt es mehr als 150 Nachfragen nach Fahrrädern“, erzählt Automechaniker Mike Strecker, der mit viel Engagement das ehrenamtliche Projekt der „Fahrradwerkstatt Bendorf Bicycle“ des Zusammenschlusses von „Familie sayn“ auf der technischen Seite leitet. Er kümmert sich um die Instandsetzung der zahlreichen Fahrräder, die bisher immer kostenfrei zur Verfügung gestellt wurden. Seine Frau Anja kümmert sich um die „Schreibtischarbeit“, verwaltet, wer welches Rad sucht, wer einen Fahrradanhänger oder Helm benötigt. Immer ist das Team um „Familie sayn“ auf Spenden angewiesen.
Inzwischen ist die Fahrradwerkstatt – die kein kommerzielles Angebot bietet, sondern ehreamtlich hilft – in die Koblenz-Olper-Straße 3 umgezogen. Der Zugang zu den Räumlichkeiten im ehemaligen „Coca Cola“-Gebäude erfolgt über den Parkplatz an der Koblenz-Olper-Straße. Der Eingang wurde inzwischen mit einem großen Fahrradpiktogramm kenntlich gemacht. „Das ist sprachübergreifend“, freut sich Dr. Ute Stuhlträger-Fatehpour, die Initiatorin des Projekts. Ein großer Dank ging an Andreas Normann, der die Räumlichkeiten „für ein Merci“ zur Verfügung stellt.
Treffpunkt für viele Menschen
Pfarrer Joachim Fey besuchte jüngst die Fahrradwerkstatt und ist stolz, dass es ein solch engagiertes Projekt in Bendorf gibt, aus dem sich auch ein Treffpunkt für Flüchtlinge, Einheimische und Bedürftige ergibt und weiter ergeben kann. Nun soll der Vorplatz der Werkstatt verschönert werden und vielleicht auch als erster Fahrradparcours für die „Neu-Besitzer“ eines Fahrrads dienen können, wo gemeinsam geübt werden kann. Dazu hält man die Anleitungen fürs Fahrradfahren bereits in mehreren Sprachen bereit.
Familie Strecker freut sich über jedes Rad, das einem Bedürftigen künftig weiter hilft: „Das Lachen in den Augen der Menschen, die wir mobil machen können, ist für uns ein großer Dank und eine große Freude. Viel mehr als materieller Lohn.“ Die neuen Räumlichkeiten in der Koblenz-Olper-Straße 3 bieten Möglichkeit, die gespendeten Räder sortiert zu präsentieren und strukturiert an der Instandsetzung zu arbeiten. Künftig können Fahrradspenden, Anhänger und Helme wieder immer mittwochs zwischen 16 und 18 Uhr und samstags zwischen 15 und 18 Uhr abgegeben werden. Für die Bedürftigen bedeutet ein Fahrrad meist die einzige Möglichkeit, mobil zu sein und Dinge in weiterer Entfernung überhaupt erledigen zu können.
Das Klima in der Fahrradwerkstatt ist gut. Aus Weitersburg schaut Kurt Thomanek vorbei, der sich dort um Fahrräder kümmert, in Bendorf ist nun auch ein syrischer Helfer in der Instandsetzung aktiv. Er hofft aber weiter, eine Anstellung als Automechaniker zu finden. So wird die „Fahrradwerktstatt Bendorf Bicylce“ das, was sich der Zusammenschluss „Familie sayn“ erhofft: eine aktive Ehrenamtsbörse für alle Menschen, die Hilfe benötigen, ein „Marktplatz der Möglichkeiten“ und ein Sammelplatz für Menschen, die sich gerne ehrenamtlich engagieren. „Wer handwerklich geschickt ist und eine besondere Aufgabe sucht, sollte einfach mal vor Ort vorbeischauen.“ Hilfe wird bei der derzeitigen hohen Anfrage immer benötigt. „Wir freuen uns sehr über unsere neue Möglichkeit, nun mobil sein zu können“, das ist der herzliche Dank der Menschen, die nun auch weitere Distanzen per Rad zurücklegen können. -PS-
Vor kurzem ist die Werkstatt ins ehemalige „Coca Cola“-Gebäude umgezogen.
Die neuen Räumlichkeiten bieten die Möglichkeit, die Räder sortiert zu präsentieren.