Allgemeine Berichte | 28.06.2022

Vortrag von Dr. Jens Berthold im Odendorfer Zehnthaus

Bergbau, Wälle, Königswege

Neue archäologische Funde in der Region

Der Archäologe Dr. Jens Berthold, Leiter der Außenstelle Overath des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege, stellte im Odendorfer Zehnthaus neue Grabungsergebnisse aus dem Rhein-Sieg-Kreis vor. Foto: privat

Swisttal-Odendorf. Der Archäologe Dr. Jens Berthold, Leiter der Außenstelle Overath des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege, stellte im Odendorfer Zehnthaus neue Grabungsergebnisse aus dem Rhein-Sieg-Kreis vor.

Jüngste Grabungen, die der Referent selbst leitete, brachten zum Teil neue erweiterte Erkenntnisse, lieferten Bestätigungen oder widerlegten lange gesicherte Annahmen.

So deuten ergänzende Funde bei jüngsten Grabungen an der Wallanlagen von Ollheim und Windeck Leuscheid, dass diese Erdwerke, die vormals generell der Jungsteinzeit zugeordnet wurden, nach heutigen Erkenntnissen nur anhand von ergänzenden Funden präzise datiert werden können. Für Leuscheid folgerte er aufgrund seiner Ergebnisse, dass diese Anlage erst im 2. oder 1. vorchristlichen Jahrhundert entstanden ist.

Eine lange unstrittige Annahme, der Rhein markiere in römischer Zeit eine scharfe Grenze, widerlegte ein 2018 begonnenes Projekt der Universität Bonn, in der diese bei Königswinter Bennerscheid ein um Christi Geburt betriebenes römisches Bergbaurevier untersucht. Die rechtsrheinische Lage zeigt demnach, dass der „Nasse Limes“ durchaus zur wirtschaftlichen Nutzung auch überschritten wurde.

Auch im wörtlichen Sinne tiefergehende interessante Erkenntnisse zu einem bereits 2014 bis 2016 erkundeten spätantiken römischen Landgut bei Bornheim Uedorf in der Kiesgrube Hünten liefern nun nach Fortschreiten des Kiesabbaus sorgfältig dokumentierte Ausgrabungen des 12 m tiefen römischen Brunnens. Über Münzfunde ließ sich das Entstehungsdatum des Bauwerks etwa um das Jahr 270 und sein Gebrauch für ca. 100 Jahre zeitlich einordnen. Eine beschädigte Jupiterstatue und Säulenfragmente auf seinem Grund zeugen offensichtlich von seiner Zerstörung in der Völkerwanderungszeit.

Berthold gab den interessierten Zuhörern schließlich noch Hinweise auf den Reisekomfort der deutschen Könige, die seit Otto I. traditionell in Frankfurt gewählt und in Aachen gekrönt wurden. 450 Meter des Weges, den sie auf der Trasse der Aachen-Frankfurter Heerstraße - auch Krönungsweg genannt - zurücklegten, wurde ab 2017 im Rheinbacher Gewerbegebiet Wolbersacker ergraben. Es handelte sich um eine Straße von 7 bis 11 m Breite, die allerdings erst seit dem 18. bis 19 Jahrhundert mit einem Steinbelag versehen wurde. Vorher sind, wie nachgewiesene Einkerbungen zeigen, die Wagen oft bis zur Achse „im Modder“ eingesunken.

Der Archäologe Dr. Jens Berthold, Leiter der Außenstelle Overath des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege, stellte im Odendorfer Zehnthaus neue Grabungsergebnisse aus dem Rhein-Sieg-Kreis vor. Foto: privat

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