VG Mendig dankt Bernd Astor und Karl Schneider für ehrenamtliches Engagement
Bernd Astor und Karl Schneider ausgezeichnet
Zahlreiche Freunde und Vertreter aus der Kommunalpolitik kamen zur Feierstunde in den Historischen Sitzungssaal der VG-Verwaltung
Mendig. Bernd Astor aus Mendig und Karl Schneider aus Bell wurde am 23. Mai in der Kreisverwaltung Koblenz die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz verliehen. Die hohe Auszeichnung übernahm der Chef der Staatskanzlei, Clemens Hoch im Auftrag von Ministerpräsidentin Malu Dreyer gemeinsam mit Landrat Dr. Alexander Saftig.
Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Mendig, Jörg Lempertz, Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel und Ortsbürgermeister Bernd Merkler hatten es sich nicht nehmen lassen, den beiden Ehrennadelträgern für deren Engagement Danke zu sagen. Dies geschah in Form einer kleinen Feierstunde am Montag, 26. September im Historischen Sitzungssaal der Verbandsgemeindeverwaltung, zu der außer den Ehefrauen der beiden Geehrten auch zahlreiche Freunde, Weggefährten und Vertreter aus der Kommunalpolitik gekommen waren.
„Ich freue mich, sie heute in diesen denkwürdigen Räumlichen begrüßen zu dürfen, die inzwischen 102 Jahre alt sind. Das Ambiente wird Bernd Astor und Karl Schneider, die vor einigen Monaten die Ehrennadel des Landes verliehen bekamen, durchaus gerecht“, so VG-Bürgermeister Jörg Lempertz, der sich zunächst Bernd Astor zuwandte, der sein Leben der Imkerei und dem Erhalt der Honigbienen verschrieben hat.
Bernd Astor widmet sein Leben der Imkerei und dem Erhalt der Honigbienen
Bernd Astor erhielt die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz für sein 40 Jahre währendes ehrenamtliches Engagement zur Erhaltung und Förderung der Imkerei in der Region.
Der „Imkerverein Mendig und Umgebung“ wurde vor 125 Jahren von einigen Lehrern aus Kottenheim, Thür und Mendig gegründet. Ziel war die Erhaltung und Förderung der Imkerei in der Region. Die damals königliche Regierung im Rheinland förderte die Imkerei mit finanziellen Beihilfen. Inzwischen dürfte hinreichend bekannt sein, dass die Bienen äußerst wichtig für die Natur, die Landwirtschaft und insbesondere für den Obstanbau sind. Die Erhaltung der Vielfalt an Bienen, Hummeln und anderer bestäubender Insekten hat man schon vor Jahrhunderten erkannt. Bei dem geernteten Honig handelt es sich nach den Worten von Bernd Astor „um ein Nebenprodukt“.
Die Vorsitzenden der Bienenzucht-Imkervereine waren in früheren Zeiten die sogenannten „Bienenväter“ und zuständig für die fachliche Ausbildung des Imker-Nachwuchses. Heute werden die Imker im Fachzentrum Bienen & Imkerei in Mayen ausgebildet.
Dort lernen die angehenden Imker unter anderem auch, wie man die Bienen vor dem Aussterben bewahren kann. Laut Aussage der Fachleute sind aus Asien stammende Milben in der Lage, die Bienen in ganz Europa innerhalb von drei bis fünf Jahren zu vernichten. Außerdem stehen verschiedene Mittel des Pflanzenschutzes im Verdacht, Bienen, Hummeln und andere Insekten erheblich zu schädigen.
Für Bernd Astor, der von 1976 bis 2015 Vorsitzender des Imkervereins Mendig war, hatte die Aufgabe, Bienen zu erhalten und zu schützen, trotz seines anstrengenden Berufs als Polizeibeamter, in seiner Freizeit immer Priorität.
Karl Schneider wurde für sein kommunalpolitisches Engagement ausgezeichnet
Auf Vorschlag der Ortsgemeinde Bell und der VG Mendig wurde Karl Schneider für sein außergewöhnliches kommunalpolitisches Engagement mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.
Karl Schneider war von 1960 bis 1974 und von 1989 bis 2014 Mitglied im Gemeinderat Bell und von 1974 bis 1989 Mitglied im Verbandsgemeinderat Mendig.
Als Mitbegründer des SPD-Ortsvereins Bell übte er zeitweise sowohl das Amt des Vorsitzenden als auch des Kassierers aus. Während seiner kommunalpolitischen Tätigkeit konnten viele Ideen zugunsten seiner Heimat verwirklicht werden.
Während seiner Amtszeit im Gemeinderat war er ein vehementer Verfechter für den Bau des neuen Sportplatzes, der 1972 eingeweiht wurde. Außerdem sorgte Karl Schneider nach der Fußballweltmeisterschaft 1954 für die Gründung der Fußballabteilung im SV Bell. Hier war er nicht nur über viele Jahre hinweg aktiver Spieler, sondern hatte unter anderem auch das Amt des Vorsitzenden und Schriftführers inne.
Besonders geschätzt wird Karl Schneider jedoch als absoluter Kenner der Beller Geschichte. So war er maßgeblich an der Herausgabe der Beller Chronik anlässlich der 900-Jahr-Feier beteiligt und machte auch als Autor zwei Bildbände mit den Titeln „Bell in alten Bildern“ und „Läppe Tallep“ von sich reden. Bei dem letztgenannten Buch geht es um die Geheimsprache, die im vergangenen Jahrhundert von den Beller Backofenbauern gepflegt wurde. Um diese „Geheimsprache“ auch phonetisch nachvollziehen zu können, gibt es passend zum Buch auch jeweils eine Kassette.
Nicht zuletzt sind von ihm auch insgesamt 17 verschiedene Beiträge im Heimatjahrbuch des Landkreises Mayen-Koblenz zu finden. Dass Karl Schneider über ein beachtliches Heimat-Bild- und Wort-Archiv verfügt, versteht sich. Der heimatverbundene Fachmann sucht nach wie vor händeringend nach einem ambitionierten Nachfolger, der sein Archiv nicht nur übernehmen-, sondern auch weiter pflegen sollte.
Im Anschluss an die Feierstunde hatte die VG-Mendig zu einem Umtrunk und einem kleinen Imbiss eingeladen. FRE
Zahlreiche Gäste waren zur Feierstunde in den Historischen Sitzungssaal der VG Mendig gekommen.
