Allgemeine Berichte | 03.02.2017

Schwester Dr. Lea Ackermann feiert runden Geburtstag

Berühmt und berüchtigt: Solwodi-Gründerin wird 80

Solwodi-Gründerin Lea Ackermann feierte kürzlich ihren 80. Geburtstag. Foto: Bischöfliche Pressestelle Trier

Boppard-Hirzenach. Seit 1985 setzt sich Schwester Dr. Lea Ackermann für Frauen in Not ein. Sie gründete vor 30 Jahren die Hilfsorganisation „Solidarity with Women in Distress – Solidarität mit Frauen in Not“ (Solwodi) gegen sexuelle Ausbeutung von Frauen. Nun feierte Lea Ackermann ihren 80. Geburtstag im Bopparder Stadtteil Hirzenach.

„Schwester Lea hat ein waches Herz, dies hängt mit dem Glauben an Gott zusammen“, stellte Bischof Dr. Stefan Ackermann während der Eucharistiefeier in der Pfarrkirche St. Bartholomäus fest. Es sei wichtig, sich nicht zurückzulehnen und zu sagen: „Ich bin zufrieden mit meinem Leben“, sondern man solle sich immer wieder aufkratzen lassen und die Stimme gegen Ungerechtigkeiten erheben, so wie die Jubilarin. „Schwester Lea setzt sich dafür ein, dass Menschen das Heil in einer unheiligen Welt erfahren können“, resümierte der Bischof.

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz Malu Dreyer würdigte die Anstrengungen der Ordensfrau: „Sie lebt ein Tun vor, das sich aus Wut speist. Diese Wut setzt sie dann in Taten um.“ Die Politikerin bedankte sich für ihr Engagement. „In Ihren Augen haben diese Frauen Charismen, die es zu stärken gilt“, richtete Malu Dreyer ihr Wort an Lea Ackermann. Solwodi steht für Hilfe zur Selbsthilfe. Die Organisation ermöglicht Frauen zu arbeiten und somit den Sprung in die Selbstständigkeit – weg von sexueller Ausbeutung. Doch Lea Ackermann engagierte sich auch immer politisch. „Daher ringen wir auch schon mal gemeinsam um einen richtigen Weg“, deutete Malu Dreyer im Hinblick auf politische Entscheidungen im Umgang mit Prostitution in Deutschland an.

Aufgewachsen ist Lea Ackermann in Saarbrücken. Die Ordensschwester der „Missionsschwestern unserer Lieben Frau von Afrika“ wollte immer Menschen helfen, so gab sie gegen den Willen ihrer Eltern ihren Job bei einer Bank auf und trat 1960 in den Orden ein. Sie unterrichtete 1967 an einem Mädcheninternat in Ruanda, dessen Direktorin sie 1970 wurde. 1985 wurde sie erneut nach Afrika geschickt, diesmal in die kenianische Hafenstadt Mombasa. Dort gründete sie Solwodi als Ausstiegsprojekt für Frauen und Mädchen in der Elendsprostitution. Seit 1988 engagiert sich Schwester Lea mit Solwodi auch in Deutschland für Migrantinnen in Notsituationen. In 18 Beratungsstellen und in neun Schutzhäusern erhalten Frauen psychische, gesundheitliche und juristische Hilfe.

Die Trägerin des Großen Bundesverdienstkreuzes betonte, dass sie ihre Idee von Solwodi ohne Unterstützung nicht hätte verwirklichen können. „Es ist daher unser Fest“, machte sie den Geburtstagsgästen energisch klar. Dabei hatte sie auch stets Hilfe von „oben“: „Ich hab zu Gott gesagt: Lass mich bloß nicht hängen, es sind deine Töchter.“ Obwohl sie an ihrem Geburtstag von vielen Seiten ihre Jugendlichkeit bescheinigt bekam, wird sie in Zukunft etwas kürzer treten. Die Sozialpädagogin Annemarie Pikl aus der Gemeinschaft der „Armen Dienstmägde Jesu Christi“ wird ihre Nachfolgerin. Doch auch weiterhin wird das Thema Ungerechtigkeit gegen Frauen Lea Ackermann beschäftigen. Gerade veröffentlichte sie zusammen mit dem Autor Prof. Dr. Michael Albus das biografische Porträt „Der Kampf geht weiter – Damit Frauen in Würde leben können“. „Schwester Lea Ackermann ist berühmt und berüchtigt für ihren Mut“, brachte es Michael Albus schmunzelnd auf den Punkt.

Weitere Informationen gibt es auf www.solwodi.de

Pressemitteilung Bischöfliche Pressestelle Trier

Solwodi-Gründerin Lea Ackermann feierte kürzlich ihren 80. Geburtstag. Foto: Bischöfliche Pressestelle Trier

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

09.01.: Bus stürzt in Graben

  • Johannes Hübner: Das Foto mit dem Isuzu-Bus gehört wohl nicht zu dem Unfall - Sie sollten solche Dinge unbedingt kennzeichnen.

Infoveranstaltung: Wiederherstellung der Ahr

  • HansE: Herr Schmidt, sie vergessen, dass wir im Michelland leben. Hier mahlen die Mühlen bekanntlich langsam. Also regen Sie sich nicht auf, wir können die Geschwindigkeit, mit der unsere Beamten arbeiten, ohnehin nicht beeinflussen.
  • K. Schmidt: "Der Wiederaufbau soll ökologisch wertvoll, klimafolgenangepasst, nachhaltig und attraktiv für die Bürgerschaft gestaltet werden." - Ja, alles schön und gut, aber wie wäre es denn mal mit "schnell"?...

Info-Veranstaltung: Blackout - wie sorge ich vor?

  • K. Schmidt: Zu Berlin gibt es einen Bericht des dortigen Rechnungshofes, vom Ende letzten Jahres, der in einigen Punkten Defizite des staatlichen Katastrophenschutzes anspricht. Unter anderem gibt es viele Behörden,...
Innovatives rund um Andernach
Stellenanzeige Pflegefachkräfte
Auftrag, Nr. AF2025.000354.0, Januar 2026
Fachkräfte in den Bereichen soziale Arbeit
12. Rheinbacher Hochzeitsmesse
Titelanzeige
Anzeige KW 2
Neujahrsgruß
Kirmes in Hemmessen, 18.01.26
Empfohlene Artikel

Neuwied. Lesen kann Perspektiven öffnen – besonders dort, wo junge Menschen mit den Folgen eigener Entscheidungen konfrontiert sind. Um die wichtige Arbeit des Hauses des Jugendrechts langfristig zu stärken, wurde ein inzwischen als gemeinnützig anerkannter Förderverein gegründet. Sein Ziel: die Arbeit des Hauses ideell und finanziell zu unterstützen. Ein gelungenes Beispiel dafür ist die Förderung eines pädagogischen Leseprojekts durch den Lions Club Neuwied-Andernach.

Weiterlesen

Weitere Artikel

Buddys Herrchen wurde durch einen Bericht in BLICK aktuell darauf aufmerksam, dass es seinem verschmusten Kater gut geht. Nun sind sie wieder vereint - und die Wiedersehensfreude war gigantisch!

10.01: Happy End in Ahrweiler: „Polizei-Kater“ Buddy ist wieder zuhause

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Im Nachtdienst von Samstag auf Sonntag, 4. Januar 2026, staunten die Beamten der Polizeiinspektion Bad Neuenahr-Ahrweiler nicht schlecht: Ein aufmerksamer Bürger brachte einen äußerst zutraulichen Fundkater auf die Wache. Der verschmuste Vierbeiner, der in Dernau gefunden wurde, wurde kurzerhand auf den Namen „Buddy“ getauft und fühlte sich im Wachbereich sofort heimisch. Besonders gründlich prüfte er sämtliche Bürostühle der Polizeiinspektion auf ihren Kuschelfaktor.

Weiterlesen

Mitgliederwerbung
Helfende Hände gesucht
Baumfällung & Brennholz
Innovatives rund um Andernach
WIR SAGEN DANKE KW02
Rund um´s Haus
Alles rund ums Haus
Angebotsanzeige (Januar)
Innovatives rund um Andernach
Daueranzeige (Januar 26)
Kreishandwerkerschaft
Kreishandwerkerschaft
Imageanzeige
Daueranzeige 2026
Dauerauftrag 2025
Kirmes in Hemmessen, 18.01.26