Fotografien von Bryan Adams locken in die Werkhallen
Berühmt und verwundet
Ausstellung bis zum 20. Mai jederzeit nach Vereinbarung geöffnet
Oberwinter. Der kann fotografieren? Ja, er kann. Er kann auch das. Denn Bryan Adams, den viele vor allem als Rocksänger und -komponisten kennen, betätigt sich zudem seit mehr als 16 Jahren als Fotograf. Seine jüngst zur Eröffnung der Ausstellung „Bryan Adams - Exposed“ in den „Werkhallen“ angekommene Porträtfotografie zeigt seine Inszenierungsgabe und seinen Mut, sich fotografisch mit Schwierigem auseinanderzusetzen. Letzteres hat mit einer seiner zwei sehr verschiedenen Gruppen von Konterfeis zu tun, die der Ausstellungsbesucher zu sehen bekommt. Riesige Formate, mehr als 100 Fotografien von Bryan Adams, füllen die schicken Werkhallen, wobei das Galeristen-Duo Christiane Obermann und Axel Burkhard die Schau durch die Kooperation mit Anke Degenhard von der Agentur Crossover realisieren konnte. Die Fotos vollziehen einen enormen thematischen Spagat. Der Kanadier hat Soldaten porträtiert, Briten, die Verwundungen bei Einsätzen in Afghanistan oder dem Irak davontrugen. Und er hat die Stars im Visier, Persönlichkeiten aus der Musik-, Schauspiel- und Modebranche. Offenbar vertrauen sie ihm, dass er sie, ob schnappschussartig oder, wie meist, in Studiomanier, jeweils vorteilhaft einfängt, was auch immer das für den Einzelnen heißen mag.
Gesehen werden
Amy Winehouse kniet aus unerfindlichem Grund lachend auf dem Boden. Man bleibt an einem Bild von Linda Evagelista hängen, um amüsiert festzustellen, dass das, was sich wie ein schwarzer Harnisch um ihre Brust und Schultern legt, ein Filmband ist. Frei von jedem Geheimnis sitzt Victoria Beckham leicht beschürzt mit hochhackigen Schuhen auf dem Rad, Pink stellt sich rauchend und oben ohne vor die Linse, Isabella Blow ist mit herrlich bizarrem Kopfschmuck zu sehen, und Ben Kingsleys würdige Anmutung steht in witzigem Kontrast zu seiner Bekleidung: eine Art Bademantel mit Einsteckblüte. Da lassen sich facettenreiche Einblicke nehmen in die Art, wie Adams sein Gegenüber sieht oder wie dieses gesehen werden möchte. Während Mick Jagger im Sprung zeigt, dass er auch als Rockröhre im fortgeschrittenen Alter drahtig zu sein vermag, Kate Moss supercool den Kopf zum Betrachter wendet und Lindsay Lohan superschön ebenfalls mit geübtem Blick seitlich linst, sitzt Queen Elisabeth II. völlig unprätentiös auf einer Bank und lächelt freundlich den Fotografen an. Eine Ausnahme inmitten all der absichtsvollen Aufnahmen, entfaltet das Motiv einen besonderen Reiz. Selbst die Gummistiefel neben „Her Majesty“ können ihrem bezaubernden Lady-Charme nichts anhaben.
Vom Krieg gezeichnet
In krassem Kontrast zum nach außen gekehrten Glanz der Celebrities steht Adams Foto-Serie von britischen Kriegsheimkehrern aus Afghanistan oder dem Irak. Ihr Anblick, amputiert, mit entstellten Gesichtern, Narben und Prothesen, manchmal auch Orden, ist zuweilen schwer auszuhalten. Beim Betrachten des unfassbar jung aussehenden Schütze Craig Wood stellen sich innere Widerstände ein zu akzeptieren, dass er nun nur noch einen intakten Arm hat, der andere in einem Greifhaken mündet und aus seinen kurzen Uniformhosen zwei Stäbe herausragen, statt Beine mit Füßen. Man will nicht glauben, dass der gut gebaute Marine Joe Townsend, dessen attraktive Rückenansicht die Kamera erfasst, komplett auf Beinprothesen angewiesen ist. Townsend schaut seitlich aus dem Foto. Dagegen richtet ein anderer Soldat sein Gesicht lachend nach unten, wo die heruntergelassene Hose ein Bein aus Fleisch und Blut freigibt und ein künstliches als Ersatz.
Mut zum Leben
In Ermangelung von ehedem vorhandenen Gesichtszügen haben einige Dargestellte chirurgisch neu komponierte Gesichter. Zu ihnen gehört Lance Corporal Craig Lundberg definitiv nicht. Dennoch berührt sein Aussehen und irritiert. Wer zunächst vermutet, es sei sein weidwunder Blick, der wird, sobald er die vollkommen schwarzen Augen ohne Pupille sieht, eines Besseren belehrt. Der Mann wurde blind nach einem Angriff. Aber den Lebenswillen ließ er sich dadurch nicht nehmen. Das gilt gewiss für viele, die sich von Bryan Adams ablichten ließen. Allein die Tatsache, dass sie sich mit ihren Beeinträchtigungen offen präsentieren, belegt ihr Bekenntnis zu einem aktiven Leben. Die Menschen strahlen teils innere Verletzung aus, teils Stolz, teils Gleichmut, einige sogar Humor. Diese Fotos liegen Adams „besonders am Herzen“, weiß Anke Degenhard: „Wenn er davon erzählt, hat er auch Tränen in den Augen.“ Die Bilder machen Mut, sich von Schicksalsschlägen nicht definieren zu lassen und weiter sein Glück zu suchen. Doch plädieren sie ebenso eindeutig dafür, Krieg als Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele abzulehnen. Die Ausstellung in den Werkhallen, Hauptstraße 121, ist bis zum 20. Mai jederzeit nach Vereinbarung, Tel. (0 1 75) 4 10 66 06 geöffnet. HG
Witzige Hingucker: die Fotos mit Isabella Blow und Michael Shannon. Foto: HG Foto: unknown
Auge in Auge mit den Versehrten. Foto: HG Foto: unknown
Der Marinesoldat Joe Townsend wurde in Afghanistan verletzt. Foto: Bryan Adams
Herausfordernd und schön: Lindsay Lohan, aufgenommen in New York 2007. Foto: Bryan Adams
Drahtiger Rockstar: Mick Jagger geht in die Luft. Foto: BRYAN ADAMS
Einfach bezaubernd: Die Queen, gesehen und festgehalten von Bryan Adams. Foto: BRYAN ADAMS
•Der Schütze Craig Wood. Foto: BRYAN ADAMS
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