Morgenlob mit Orgelmeditation im Heckenbacher Kirchencafé
Besinnlich in den Tag starten
Heckenbach. Eigentlich ist es nichts Besonderes, wenn sich aufgrund des Priestermangels an Sonntagen engagierte Christen zum Gottesdienstfeiern in ihrer Kirche zusammenfinden. Alleine das wäre kaum erwähnenswert, wenn da in Heckenbach nicht der Organist Jos van Sons, der stille und bescheidene Holländer, an der Orgel säße. Es ist wohl sehr selten, dass Materielles und Immaterielles so etwas wie eine Seele haben. Bei Jos van Sons und der Orgel ist das jedoch so. Dies ist ein Grund dafür, dass an diesem Sonntagmorgen die Sitzplätze in der Kirche dieser kleinen Gemeinde knapp wurden.
Meditation
Sich von negativen Gedanken befreien, eins sein mit sich, mit dem Hier und mit dem Jetzt. Zunächst verhalten schwingen die ersten Orgelklänge durch den hohen Raum, ansteigend werden Klänge zur Melodie. Einige der Kirchenbesucher halten ihre Augen geschlossen und geben sich mit all ihren Sinnen dieser Musik hin. Töne werden zur Farbe und Farben werden zu Bildern, wie sie Maler nicht schöner malen können. Und alles an diesem Sonntagmorgen ist Musik, ist Besinnung, ist Ruhe - und alles ist gut.
An Kirchencafé-Tagen, am Anfang einer noch jungen Woche, ist es in Heckenbach schon gute Tradition, dass sich die Besucher nach dem Gottesdienst im Café unter der Orgelempore zusammenfinden. Nur einer, der fehlt an diesem Morgen, Jos der Organist, der sitzt immer noch an seiner Orgel und spielt und spielt. Overal, Overal waar de Meisje zyn, waar de Meisje zyn und dann schickt er auch noch Tulpengrüße aus Amsterdam hinterher. So sind sie eben, die Holländer.
Weitere Informationen über das Heckenbacher Kirchencafé gibt es im Internet unter: www.kirchencafe.wordpress.com
