Chor des Kurfürst-Balduin-Gymnasiums Münstermaifeld feierte 30-jährigs Jubiläum
Besinnliche Klänge zur Adventszeit
Münstermaifeld. Auch in diesem Jahr stimmte der Chor des Kurfürst-Balduin-Gymnasiums mit besinnlichen Klängen auf die Adventszeit und das nahende Weihnachtsfest ein. Dabei umwehte das Konzert in der Stiftskirche von Münstermaifeld schon der Hauch von etwas Besonderem, bevor überhaupt der erste Ton die Ohren des Publikums erreichte: Denn der Auftritt markierte gleichzeitig auch das 30-jährige Jubiläum des „KuBa-Chors“, der 1988 von Ulrich Bauer zusammen mit Kollegen und Schülern gegründet wurde. Auch heute noch leitet der Pädagoge mit viel Einsatz und Leidenschaft die Gesangsgemeinschaft aus Schülerinnen und Schülern, Lehrern, Eltern sowie Ehemaligen, die sich mittlerweile schon wie eine eingeschworene Familie fühlen. Es spricht für sich selbst, dass Schüler und Lehrer diesem Chor die Treue halten und selbst nach ihrem Abschluss immer wieder zurückkehren, um zusammen mit dem Nachwuchs neue Stücke für kommende Auftritte einzustudieren oder das bewährte Repertoire aufzufrischen. Mit ihrer Erfahrung bieten sie nicht nur eine wichtige Stütze, sondern tragen auch zur überdurchschnittlichen Qualität bei, die sich der Chor in all den Jahren hart erarbeitet und die ihm zu seinem überregionalen Bekanntheitsgrad verholfen hat. So konnte man neben den Schulkonzerten u.a. auch im Radio und sogar im Fernsehen einen Eindruck von den gesanglichen Fähigkeiten der Akteure gewinnen. Zudem vertrat der Chor im Jahr 2005 das Land Rheinland-Pfalz bei der Bundesbegegnung „Schulen musizieren“ im brandenburgischen Neuruppin.
Stimmen verzauberten
Es heißt, dass auf eine miserable Generalprobe oft ein grandioser Auftritt folgt. In diesem Fall muss die letzte Vorbereitung auf das Konzert tatsächlich die Katastrophe gewesen sein, die vor allem in der Dankesrede der ehemaligen Schuldirektorin Madeleine Dazert-Balthasar mehrfach mit einem zwinkernden Auge angerissen wurde. Denn schon beim Auftakt verzauberten zunächst ausschließlich die Sängerinnen mit Veni Domine von Felix Mendelssohn und der Motette für Frauenchor und Orgel das Publikum, bevor mit Veni, veni Emmanuel von Zoltán Kodály der gesamte Chor von tiefen Bassstimmen bis zum lieblichen Sopran die hohe Dynamik des Arrangements überzeugend transportierte und dabei gleichzeitig das beeindruckende Akustik-Potenzial der Kirche demonstrierte. Da bäumten sich ruhige Passagen erst schrittweise zu mitreißenden Klangwellen auf, um anschließend wieder die leiseren Töne anzuschlagen. Doch egal ob piano oder fortissimo: Für genügend Gänsehautmomente war an dem Abend gesorgt!
Auswahl der Stücke überzeugte
Nicht nur hinsichtlich des Ausdrucks, sondern auch bei der Auswahl der Stücke überzeugte das Programm einmal mehr durch eine erfreulich große Bandbreite. Angefangen bei klassischen Werken wie „Ich steh an deiner Krippe hier“ aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach oder Laudate pueri von Felix Mendelssohn über internationale Einblicke durch Vertreter wie das französische Weihnachtslied „Les anges dans nos campagnes“ oder das Christmas Carol „Tomorrow shall be my dancing day“ bis hin zu allseits bekannten Klassikern wie „Kommet ihr Hirten“, wurde Abwechslung groß geschrieben. Selbst das anspruchsvolle Abendlied aus der Feder von Josef Rheinberger meisterte der Chor nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten schließlich mit Bravour, um anschließend beim großen Finale mit „O come, all ye faithful“ noch einmal mit voller Inbrunst die Stimme zu erheben. Unterstützt wurden die Sängerinnen und Sänger dabei von Kevin Breitbach und Florian Wilbert an Orgel und Klavier. Neben den beiden Instrumentalisten müssen zudem auch Merle Bahr und Felicitas Welter lobend erwähnt werden, die durch ihr sicheres Auftreten und die saubere Artikulation bei den Lesungen aus dem Evangelium nach Lukas einen passenden erzählerischen Rahmen zwischen den Lieder-Blöcken bildeten.
Ulrich Bauer lebt die Musik. Zu dieser Erkenntnis kamen nicht nur das Publikum, sondern auch Dazert-Balthasar und Ralf Thielen, derzeitiger Schulleiter am Kurfürst-Balduin-Gymnasium, die in ihren Danksagungen an den Chorleiter dessen Leidenschaft, Zielstrebigkeit und Bescheidenheit erneut hervorhoben, im gleichen Atemzug aber auch mit kleinen Anekdoten einen Einblick in den Probealltag zu gewähren, wo dessen Nervenkostüm offenbar nicht selten auf eine harte Probe gestellt wurde. Da erscheint es fast undenkbar, dass dies vielleicht das letzte Weihnachtskonzert des Schulchors unter der Leitung von Ulrich Bauer gewesen sein könnte, denn die Pensionierung eilt im Allegro heran. Aber es dürfte nicht die Frage sein, ob es weitergeht, sondern wie. Nach 30 Jahren kann dieser Mann ohne Chor nicht sein. Und sein Chor nicht ohne ihn.
Auch der derzeitige Schulleiter Ralf Thielen (links) hat das Konzert genossen und bedankt sich beim Chor und dessen Leiter Ulrich Bauer (rechts).
Lesungen aus dem Lukas-Evangelium bildeten einen erzählerischen Rahmen um die Chorgesänge.
