Maria Laach feierte Advent
Besinnliche Vorweihnachtszeit in behaglicher Atmosphäre
Maria Laach. Einige Stunden der Ruhe und Besinnung, weit weg vom vorweihnachtlichen Stress erlebten am vergangenen Sonntag zahlreiche Besucher, die der Einladung der Benediktinerabtei Maria Laach zum inzwischen schon traditionellen Adventsmarkt trotz Regenschauer und Sturmböen gefolgt waren.
Eröffnet wurde der Tag um 10 Uhr mit einem Familiengottesdienst in der Abteikirche. Während einige Besucher sich anschließend auf dem Platz vor der Abtei bei einem Glühwein aufwärmten und die feilgebotene Ware in dort platzierten weihnachtlich geschmückten Holzhütten in Augenschein nahmen, zog es eine kleine Gruppe in die Johanneskapelle, wo eine Meditation mit Abt Benedikt stattfand. Die 1864 erbaute neoromanische Kapelle befindet sich seitlich von dem heutigen Weg zur Abteikirche. Ihren Namen hat sie seit der Neugründung der Abtei durch die Beuroner Benediktiner im Jahr 1892. Das Schweizer Dach des Kirchleins ist Pater Mauricius Gisler zuzuschreiben, einem Angehörigen der Erzabtei Beuron, der im Kanton Uri aufgewachsen war und Architektur studiert hatte. In den Jahren 1980 bis 1984 wurde die Kapelle innen neu gestaltet. Die Ausmalung der Wände und die Fenster schuf Professor Georg Meistermann (1911–1990). Die Fenster zeigen den heiligen Christophorus, Johannes den Täufer, Benedikt von Nursia und Hildegard von Bingen sowie die sieben Siegel aus der Geheimen Offenbarung. Drei Standleuchter und zwei Weihwasserbecken entstanden nach einem Vorbild von Ewald Mataré; die Madonna schuf Karl Osemann.
Auch musikalisch wurde den Besuchern einiges geboten: Der bekannte Abteiorganist von Maria Laach, Gereon Krahforst hatte in der Mittagszeit zu einer Orgelmatinée und am Nachmittag zu einem Orgelkonzert eingeladen und trotz des starken Windes hatten die Laacher Münsterbläser sich auf den Turm der Abtei begeben, wo sie das ohnehin schon heimelige Ambiente mit weihnachtlicher Turmmusik unterstrichen. Bei den Laacher Münsterbläsern handelt es sich um den 1. Solotrompeter der Koblenzer Philharmoniker, Andreas Stickel, der seit 2012 mit einer häufig variierenden Gruppe von Blechbläsern nach vorheriger Absprache auf dem Turm der Abtei Maria Laach konzertiert.
Ein bemerkenswertes Angebot gab es für die Kinder. Neben Basteln von Baumschmuck und Tannenbäumchen gab es eine Begegnung mit dem Nikolaus vor dem Seehotel, der gemeinsam mit ihnen zur Abtei zog, wo jedes Kind mit einem kleinen Geschenk überrascht wurde. Außer der beliebten Kinder-Orgelführung hieß es um 15:30 Uhr in der Aula der Abtei „Vorhang auf für die Kinderzaubershow mit Marc“. Und wer immer noch nicht nach Hause wollte, durfte nach Herzenslust auf der Kinderstrohburg vor dem Hofladen toben. Übrigens stand die Puppendoktorin Marli Thierfelder aus Bell allen Puppenmüttern im Foyer des Seehotels mit Rat und Tat zur Verfügung.
Buchvorstellung „Meine Jesusbibel“
Ein weiteres Highlight war die Buchvorstellung von und mit Abt Benedikt und Bruder Lukas Ruegenberg, die ihr gemeinsames Werk „Meine Jesusbibel“ präsentierten. Die ausdrucksstarken Bilder von Lukas Ruegenberg und die von Abt Benedikt nacherzählten Bibelgeschichten lassen das Leben Jesu für Kinder aller Altersgruppen lebendig werden. Sie erfahren, wie Gottes Sohn unter den Menschen gelebt- und welche Botschaft er ihnen gebracht hat, wie er gestorben und auferstanden ist. Sie begegnen dabei dem einfühlsamen Menschen Jesus, der heilt und hilft, und der Gottes Nähe für alle erlebbar macht. „Meine Jesusbibel“ ist ein Buch, das zum Entdecken und Staunen einlädt und die Gewissheit vermittelt: Mit Jesus ist Gottes Liebe auf die Erde gekommen.
Inspiriert wurde Bruder Lukas Ruegenberg, der seine Aquarelle bereits in über 40 Kinderbüchern veröffentlichte, von dem Werk des russisch-orthodoxen Priesters Alexander Men: „Der Menschensohn“. Nachdem sich der inzwischen 92-jährige Künstler von einem Schlaganfall erholt hatte, arbeitete er intensiv an seinem neuesten Buch, vom dem Abt Benedikt sagte: „Dies ist die Krönung aller Bilderbücher von Bruder Lukas.
Ebenso wie Bruder Lukas zeigte sich auch Abt Benedikt vom Leben und Wirken des Priesters Alexander Men tief beeindruckt. Der 1935 in Moskau geborene Sohn jüdischer Eltern absolvierte während seines naturwissenschaftlichen Studiums heimlich ein Theologiestudium und wirkte - allen Schikanen zum Trotz- von 1960 an als Priester, begnadeter Seelsorger und Prediger. Außerdem gründete er eine Sonntagsschule und eine Theologische Akademie. Am 9. September 1990 wurde Alexander Men in den frühen Morgenstunden auf dem Weg zur Messe ermordet. Die Tat wurde nie aufgeklärt.
Mit der Adventsvesper endete der ereignisreiche 2. Adventssonntag in Maria Laach.
FRE
Gemeinsam mit dem Nikolaus und dem Maskottchen der Vulkanregion Laacher See, Laachus zogen die Kinder vom Seehotel zur Abtei.
Abt Benedikt sprach über die Entstehung des Buches „Meine Jesusbibel“.
Bruder Lukas Ruegenberg hat bereits über 40 Kinderbücher mit seinen beeindruckenden Aquarellen gestaltet.
Nach dem Familiengottesdienst trafen sich einige Besucher auf dem Vorplatz der Abtei noch auf einen Plausch bei Kaffee und Glühwein.
Die 1864 erbaute Johanneskapelle lädt förmlich zum Meditieren ein.
