Allgemeine Berichte | 05.03.2019

Jecke Weiber drehen die Landskroner Festhalle auf links

Besondere Ehrung bei der Möhnesitzung

Bei einer karnevalistischen Veranstaltung dürfen natürlich auch die Funken nicht fehlen. Fotos: -IT-

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Damit hatte die ehemalige Obermöhn beim Einmarsch auf die Bühne im Heimersheimer Prunkpalast nicht gerechnet. Ohne großes Drumherum kündigte Obermöhn Rosi Nuhn den ersten Gast an, und Marlies Rohner verschlug es die Sprache. Das ist ihr in 20 Jahren als Obermöhn noch nie passiert: Kein Geringerer als Willi Fuhrmann, Bezirksvorsitzender der Rheinischen Karnevals-Korporationen e.V. für den Kreis Ahrweiler, wurde von Elke Prior durch den Saal voller jecker Weiber auf die Bühne geleitet. In Vertretung des Präsidenten Hans Mayer verlieh er der „Ex-Obermöhn“ für ihre Leistungen im „Heimesche Fastelovend“ die Verdienstmedaille in Gold mit Urkunde. Er schloss seine Dankesrede mit dem Wunsch: „Mach weiter so; denn solche Aktive braucht der Verein“. Rosi Nuhn konnte sich dem nur anschließen. Sie sei dankbar, dass sie mit Bitte um Rat und Tat bei Marlies stets willkommen ist.

Schmissige Tanzeinlagen für das Auge

Tradition bei der Eröffnung der Möhnesitzung ist der Einmarsch der Kindertollitäten und der Kinderfunken. Gewandt und charmant schmetterte Kinderprinzessin Jana l. die Begrüßung und ihr Motto ins Mikro. Nach ‚dreimol Heimesche Alaaf‘ zeigten die kleinen Funken ihren Tanz, und zur Freude der jecken Weiber im Saal tanzte das kleine Marieche (Elena Gies) met sengem Jong (Fynn Kluge). Im Anschluss präsentierte die mittlere Reihe ihr Können. Auch hier gibt es ein Marieche (Nele Schäfer) on senge Jong (Frank Scharrenbach), die drauf brannten, ihren schmissigen Tanz aufzuführen. Nach Ordensaustausch und mit Alaaf und Bützchen wurde die Bühne frei für zwei Flugenten der besonderen Art. Die eine couragiert und forsch, und die andere wurde ihrem Namen nicht gerecht. Deren Flugangst steigerte sich von der Angst vor einem Herzinfarkt bis zu Respekt vor dem Jäger. Trotzdem landeten Ingrid Hübinger und Sylvia Hoss unbehelligt mit ihren Flattermann-Kostümen in der Festhalle.

Schlagabtausch der Extraklasse

Bei One Dream ging es dagegen Hoch hinaus. Mit spektakulären Hebefiguren und flotten Schrittfolgen nahmen sie die Zuschauer mit in den Dschungel. Die nächste Nummer war das krasse Gegenteil nach dem wunderschönen, bunten Auftritt. Drei scheinheilige Weiber (Conny Herschenbach, Hiltrud Brandenburg und Christa Gack) beklagten lauthals ihren Witwenstand, wobei sich im Nachhinein herausstellte, dass sie nicht ganz unschuldig an ihrem Zustand waren. Jedenfalls suchten die teuflischen Schwarzgekleideten wieder neue Opfer.

Auch wenn es gefährlich aussah, so wirkte der Auftritt der „Landskroner Höppesje“ leicht und beschwingt. Die Trainerin Manuela Leber hatte ihre Gruppe sehr gut für den Auftritt vorbereitet. Die fünf Tänzer waren sehr gefordert, denn die Damen hatten kaum Bodenhaftung. Sie flogen nur so durch die Luft. Kein Wunder, dass sich die Gruppe beim Ahrtaler Tanzwettbewerb einen Siegesplatz in der Kategorie „Showtanz gemischt“ sicherte. Eine sehr sympathische Truppe, die aus diesem Grund gerne auf der Möhnesitzung gesehen wird.

Die „Drei Breiköpp“ (Kurt Gerhard mit seinen Töchtern Pia und Vera) boten einen Schlagabtausch der Extraklasse. Von Begebenheiten im Urlaub, der Schule und zu Hause wurden Geschichten aufs Tapet gebracht. Dreimol „Wehr ojöööh“ erschallte zum Abschluss in Anspielung auf den Herkunftsort der Breiköppp.

Die Möhnen hatten sich fürs Kaffeekränzchen fein gemacht und ganz tief in die Klamottenkiste gegriffen. Was waren sie fein, wie sie da sangen und tanzten. Das war einen frenetischen Applaus wert.

Wieder waren Preisträger auf der Bühne. Der Auftritt des fliegenden Klassenzimmers der Vulkanelfen belegte beim Wettbewerb in Lahnstein den 4. Platz. Sie haben viele Fans in Heimersheim. Diese hielten dann auch den Atem an, als einer der Tänzer mit Schwung vertrauensvoll in die Arme seiner Kumpels sprang. „Zesse knatschjeck“ und „Heimische Alaaf“ bis zum nächsten Jahr!

Jeckediz, die Gruppe mit Heimvorteil, nahmen die Bühne in Beschlag. Das ist handgemachte Musik, gab Marlies Rohner bekannt, und bei der Zugabe erinnerte sich der Frontmann Dirk Schoenmackers an den morgendlichen Auftritt beim Kindergarten St. Mauritius. Er bat die Betreuerinnen mit auf die Bühne. Die Damen legten zur Musik eine fetzige Performance hin. Selbst im Saal wurde gesungen und mit gemacht.

Bühne frei für die Boore on Fründe. Verena Prior und Vanessa Krämer als Trainerinnen hatten die dreizehn Männer und sieben Damen mit der Zeitmaschine auf Reisen geschickt. In der Gruppe sind überwiegend ehemalige Prinzen von Heimersheim. Alles stramme Männer vom Maskottchen Leon mit 2 Jahren, bis zu Ernst Füllmann, der stolze 78 Jahre zählt. Wehe dem, der denkt, die Herren könnten sich nicht mehr bewege - die Mädels wurden durch die Luft gewirbelt, dass es einen schwindlig wurde! Eine Pracht, ihnen zu zuschauen.

Tanzen wollte auch et Lisbeth os de Eulejass alias Elke Prior. 25 Jahre war sie mit ihrem Häbbäht verheiratet und wollte zu diesem Zweck noch einmal einen Tanzkurs belegen. Durchs Telefonbuch kam sie auf die Nummer eines Swinger-Clubs. Was da bei so einem Gespräch heraus kommt, kann man sich schon denken - und die Silberhochzeit fand schließlich ohne Tanzeinlage statt.

Zum letzten Mal überhaupt stand Marc Dombrowski mit Rio Palace auf der Bühne. Die Gruppe wird es so, wie man sie bis jetzt kennt, nicht weiter geben. In Zukunft möchte der Gründer und Trainer mit Kindern auftreten. Man darf gespannt sein.

„De Prinz Wolfgang II kütt“! Der Strom der Rot-Weißen wollte nicht enden. Nach der Begrüßung von Prinz und Kinderprinzessin war gerade noch Platz, um den Tanz mit der Reihe zu zeigen. Eine Augenweide, wie Obermöhn Rosi Nuhn meinte. Schließlich kündigte die Obermöhn das Gesangsduo Ralf und Sebastian aus Köln an. Die letzten Reserven mit Stimmungsliedern vom Ballermann beschlossen einen erfrischenden Weiberdonnerstag.

Jeckediz heizten dem närrischen Publikum kräftig ein.

Jeckediz heizten dem närrischen Publikum kräftig ein.

Bei einer karnevalistischen Veranstaltung dürfen natürlich auch die Funken nicht fehlen. Fotos: -IT-

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