Allgemeine Berichte | 26.06.2017

Eine willkommene Unterstützung für „Hilfe für das autistische Kind“

Besondere Kinder brauchen besondere Hilfe

Großzügige Botzedresse spenden 5000 Euro

Freuen sich, dass autistischen Kindern nun noch besser geholfen werden kann: Jörg Groß (Botzedresse), Angela Sichelschmidt (Standortleiterin), Andrea Hupperich (Verwaltungsmitarbeiterin und Leiterin der Selbsthilfegruppe), Peter Schuhmacher (Vorsitzender des Vereins „Hilfe für das autistische Kind“) bei der Spendenübergabe.- IT

Bachem. Autistische Kinder brauchen besondere Hilfe. Sie leben in ihrer eigenen Welt und haben keinen Zugang zu den Gefühlen und Gedanken anderer Menschen. Die autistischen Kinder verlangen die volle Aufmerksamkeit ihrer Familie und der weiteren Umwelt. Die Eltern lieben sie, doch sie selbst können keine Liebe empfinden und Gefühle deuten. Was ihnen auf der einen Seite fehlt, haben sie auf anderer Seite im Überfluss: Intelligenz, Geschick und ihre eigene Sicht auf bestimmte Dinge. Dennoch - sie leben in unserer Welt und müssen sich täglich darin bewegen und zurechtfinden. Bei diesem „Akt“ bietet ihnen der Verein „Hilfe für das autistische Kind“ Unterstützung. Hier finden die äußerst sensiblen Kinder ein breites Spektrum von Angeboten, um ihren Körper, sich selbst und andere kennenzulernen, zu lernen und eigene Fähigkeiten zu entdecken. Das reicht von Einzeltherapien bis hin zu Freizeitangeboten.

Lange Odyssee bis zur Hilfe

Was das Verhaltensmuster der Kinder, an die sie „nicht ran können“, für die Familien bedeutet, können diese oft selbst nicht nachvollziehen. Ehe sie die Adresse des Vereins in Bachem finden, haben meist schon eine lange Odyssee hinter sich und kommen nun dort an, wo ihnen in Selbsthilfegruppen und mit Zuspruch und Taten geholfen wird. Hier fühlen sie sich verstanden und tauschen sich mit anderen Betroffenen aus. Sie erfahren oft zum ersten Mal, dass sie nicht alleine mit „dem Problem“ da stehen. Peter Schuhmacher, der Vorsitzende des Vereins, erläutert die Wichtigkeit des Standortes Bachem. „Für die Kinder ist der wöchentliche Weg nach der Schule nach Bonn eine Tortur. Uns ist es wichtig, dass den Kindern diese Belastung genommen wird und wir vor Ort sind.“ „Ich habe sehr dafür mit gekämpft“, sagt Andrea Hupperich, die als betroffene Mutter im Vorstand des Vereins wirkt, Selbsthilfegruppen leitet und in der Verwaltung tätig ist. „Alles ehrenamtlich“, wie die Leiterin des Standortes, die Therapeutin Angela Sichelschmidt betont. Seit der Verein an die Öffentlichkeit gegangen ist, erlebt er enormen Zuspruch; sodass auch hier bei Therapien mit Wartezeiten zu rechnen ist.

De Botzedresse unterstützen soziale Projekte

Wie das fast immer bei solchen Vereinen ist, ist das Überleben nur durch die Ehrenamtlichkeit und Spenden gesichert. So war die Freude überwältigend, als ein Anruf von „de Botzedresse“ den Besuch mit einer Spende von Jörg Groß vom Verein „Botzedresse für Kinderherzen in Not e.V.“ ankündigte. De Botzedresse, eine Musikgruppe aus Niederzissen, die vor allem mit ihren Stimmungsliedern für volle Hallen sorgt, hat noch eine ganz andere Seite zu bieten: Bei einem Gastspiel Anfang 2000 fiel ihnen ein Mädchen mit Down-Syndrom auf, das „voll bei der Musik abging“ und sich erst die Aufmerksamkeit und dann die Sympathie der Musiker errang. Das war der Startpunkt für „Botzedresse für Kinderherzen in Not e.V.“ und die jährliche Benefiz-Veranstaltung mit bekannten kölschen Musikgrößen. Die Einnahmen aus diesem Event fließen allesamt in soziale Projekte, die Kindern eine Stütze bieten. Durch eine Radiosendung wurden die Musiker auf den Verein in Bachem aufmerksam und erkundigten sich über dessen Wirken im Internet. Schnell stand fest: Hier wird Hilfe benötigt, und hier soll eine Spende hin. Als dann Jörg Groß von den Botzedresse den Scheck über 5000 Euro übergab, kannte die Freude keine Grenzen. Bei einer Tasse Kaffee fanden rege Gespräche in geselliger Runde statt. Peter Schuhmacher berichtete von seinen Ideen, was der Verein alles anschaffen könne, um bei den Kindern Begeisterung hervorzurufen. Eine gute Kamera steht ganz oben auf der Liste, seit er entdeckt hat, wie geschickt die Kinder ihre ungewöhnliche Motive finden und gekonnt mit der Kamera einfangen. Jörg Groß war angetan von der Arbeit und dem Enthusiasmus, mit dem die autistischen Kinder betreut werden. Aber auch er berichtete über die Gründung des Hilfevereins der Botzedresse, und darüber, was die Musiker schon alles in die Wege leiten konnten. Eine runde viertel Million Euro haben sie schon verteilt. Diese Summe entstand nicht nur durch die Benefiz-Veranstaltung. Auch Sponsoren wie Privatpersonen und Firmen glauben daran, dass ihre Spende gut angebracht wird, wenn sie den Betrag an „Botzedresse für Kinderherzen in Not e.V.“ übergeben.

Etwas Wehmut kommt bei dem Gedanken auf, dass die Botzedresse sich 2019 mit ihrer Musik zurückziehen wollen. „Dann haben wir unser 25-jähriges Jubiläum, und wir kommen langsam in die Jahre. In der Karnevalszeit haben wir acht bis zehn Auftritte pro Tag. Das schlaucht“. Am 13. Oktober ist auf jeden Fall wieder eine der großartigen Benefizveranstaltungen und der Kartenverkauf hat schon eingesetzt.

Informationen

Wer noch mehr über die beiden Vereine erfahren möchte, findet weitere Informationen unter www.lebenmitautismus.de sowie www.botzedresse.com.

Freuen sich, dass autistischen Kindern nun noch besser geholfen werden kann: Jörg Groß (Botzedresse), Angela Sichelschmidt (Standortleiterin), Andrea Hupperich (Verwaltungsmitarbeiterin und Leiterin der Selbsthilfegruppe), Peter Schuhmacher (Vorsitzender des Vereins „Hilfe für das autistische Kind“) bei der Spendenübergabe.Foto: - IT

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