Allgemeine Berichte | 27.07.2016

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Besorgnis um Partner in der Türkei

Rhein-Sieg-Kreis. Die Berichte der internationalen und türkischen Medien erfüllen die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS) mit großer Sorge. Mehr als 15.000 Personen im gesamten Bildungssektor sollen suspendiert worden sein, der Hochschulrat der Türkei (YÖK) soll über 1500 Dekane von Universitäten zum Rücktritt gezwungen haben.

Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg verurteilt diese Maßnahmen aufs Schärfste und sichert den Kollegen an der Universität Istanbul, ihrer türkischen Partnerhochschule, Solidarität und Unterstützung zu. Aktuelle Rückmeldungen von dort bestätigen, dass Wissenschaftler von auswärtigen Aufenthalten zurückgerufen wurden und über ihre weitere Zukunft im Unklaren sind.

Seit vielen Jahren pflegt die H-BRS über den Fachbereich Elektrotechnik, Maschinenbau und Technikjournalismus eine Partnerschaft mit der Universität Istanbul. In Summer Schools findet bisher ein regelmäßiger Studierendenaustausch statt, Professoren aus Istanbul halten in Sankt Augustin und an der Deutschen Welle Akademie Vorlesungen, umgekehrt reisen Professoren der H-BRS als Gastdozenten an die Partnerhochschule. Im Sommersemester 2016 sind insgesamt 115 Studierende mit türkischer Staatsangehörigkeit an der H-BRS eingeschrieben, davon haben mit 110 zwar die meisten ihre Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland und anderen EU-Ländern erworben. Aber fünf ihrer Kommilitonen sind eigens zum Studium aus der Türkei an die H-BRS gekommen.

Aus der guten Zusammenarbeit ist mit der Deutschen Welle Akademie als drittem Partner der gemeinsame bi-nationale Studiengang „International Media Studies - Turkish German Master’s Program“ erwachsen, den seit 2014 türkische Studierende an der Universität Istanbul besuchen.

Gerade vor dem Hintergrund dieses journalistischen Studiengangs fordert die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg Presse- und Redefreiheit sowie die Freiheit von Forschung und Lehre und einen türkischen Staat ohne Repressalien mit demokratischen Strukturen. Sie unterstützt uneingeschränkt die Proteste des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der European University Association (EUA), der sowohl die H-BRS als auch die Universität Istanbul und zahlreiche weitere türkische Hochschulen als Mitglied angehören.

Pressemitteilung

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