Allgemeine Berichte | 17.03.2023

Studierende der Hochschule Koblenz

Besuch einer Biomassevergärungsanlage im Hunsrück

Abfallmanager Hans-Günther Hackländer zeigte den Studierenden der VDE Hochschulgruppe in einem Rundgang die Funktion und Besonderheiten der Anlage. Foto: Tobias Stier

Kirchberg/Koblenz. Interessante Einblicke in die innovative Abfallverwertung bot eine Exkursion der Hochschule Koblenz zur Biomassevergärungsanlage der Rhein-Hunsrück-Entsorgung in Kirchberg. Der Referent und Abfallmanager Hans-Günther Hackländer zeigte den Studierenden der VDE Hochschulgruppe in einem Rundgang die Funktion und Besonderheiten der Anlage.

Die braune Tonne kennt jeder aus dem Haushalt. Eigenheimbesitzer kennen zusätzlich noch die Grünabfallsammelstellen für Hecken- oder Rasenschnitt. Doch wo gehen diese Abfälle hin? Im Rhein-Lahn-Kreis werden diese erst dezentral gesammelt, dann zentral zur Abfalldeponie nach Kirchberg gefahren. Dort werden sie aber nicht einfach nur „verklappt“, wie es im Abfall-Jargon heißt, sondern werden der in 2012 errichteten Biomassevergärungsanlage zugeführt.

Die Besonderheit gegenüber anderen Biomasseanlagen beginnt schon im ersten Schritt. Anstelle das Eintragsmaterial in einem Häcksler zu zerkleinern, wird es durch eine Matrize gepresst, um so Mikroplastik durch falsch einsortierte Plastik-Abfalltüten zu vermeiden. Dieses Material dient als Ausgangspunkt für den Fermenter, das Kernstück der Anlage. Hier wird die zerkleinerte Biomasse eingebracht, mit Bakterien und Wasser versetzt und bei 51 °C langsam durchgerührt. Die Bakterien schließen das Material auf und zersetzen es – dabei entsteht energiereiches Methan CH4, welches dem Heizwert von Erdgas gleichkommt. „Die Wärme und das Wasser für den Prozess können wir im Kreislauf betreiben. Das System läuft autark“, so Hans-Günther Hackländer. Nach 25 Tagen Verweildauer im Fermenter wird das Material ausgetragen, das Prozesswasser durch Hochdruckpressungen wieder zurückgewonnen. Die übriggebliebenen Reste werden auf Äckern in der nahen Region ausgebracht.

Das gewonnene Methan dient nur zu einem kleinen Teil für den elektrischen Eigenverbrauch des Biomassekraftwerks, der größte Anteil wird in ein Nahwärmenetz eingespeist, welches in Kirchberg Schulen, Hallenbäder und Verwaltungsgebäude beheizt. So schließt sich der Kreis und aus den Haus- und Grünabfällen vieler Wohnungen wird neben der Entsorgung noch Energie gewonnen. „Daher heißt die braune Tonne bei uns intern auch nur noch Energie-Tonne“, so Hackländer.

Exkursionen stehen an der Hochschule Koblenz immer wieder auf dem Programm. „Sie sind elementarer Bestandteil des Studiums und fördern das Verständnis von Kontexten“, erläutert Prof. Dr. Johannes Stolz aus dem Fachbereich Ingenieurwesen, „diese Praxisnähe wird an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften großgeschrieben.“

Abfallmanager Hans-Günther Hackländer zeigte den Studierenden der VDE Hochschulgruppe in einem Rundgang die Funktion und Besonderheiten der Anlage. Foto: Tobias Stier

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