Allgemeine Berichte | 13.09.2017, 09:14 Uhr

Riesenerfolg bei der 16. Scheunenkirmes in Ließem

Besucherstrom riss nicht ab

Klasseprogramm lockte Hunderte Besucher – „Ließem hat was zu beaten“

Die Band Lecker Nudelsalat sorgte bei derLießemer Scheunenkirmes für Stimmung. Fotos: CEW
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Wachtberg-Ließem. Zu einem Großevent mit einem Ruf weit über Wachtberg hinaus hat sich die traditionelle Scheunenkirmes in Ließem in den letzten 16 Jahren entwickelt. Das gesamte zweite Septemberwochenende boten die Veranstalter, der Verein zur Förderung der historischen Kirmes in Ließem, ein Klasseprogramm für alle Altersgruppen. Um das Ambiente auch in diesem Jahr ansprechend zu gestalten, hatte man zwei Wochen lang dekoriert, aufgebaut und organisiert.

Der Wandbehang mit dem Dom zierte schmuck die Rückseite der Festhalle hinter der Bühne und der eigens aufgebauten Theke mit acht Zapfhähnen. In einer Ecke zum Eingang hin erwartete die Freunde geistiger Getränke eine originell dekorierte Cocktailbar mit klassischem Angebot vom frischen Hugo über Caipirinha bis zu Aperol-Spritz. Für eine gute Grundlage sorgte das Speisenangebot vom Grill mit Würstchen, Steaks, Spießbraten mit Pommes, Brötchen und Salaten.

Erstmals hatte man bei Beleuchtung und Ton auf neue Wege gesetzt und professionelle Theaterbeleuchtung sowie eine andere Musikanlage für die Megaparty eingesetzt. Die neue Beleuchtung setzte qualitativ deutliche Akzente und der Einsatz der diesmal anderen Musikanlage sorgte für eine zielgerichtete Lautstärkesteuerung. So hatte man riesigen Spaß in der Halle, aber die Nachbarn bekamen nicht mehr ganz so viel vom Lärmpegel ab.

Am Freitag startete das Event mit der größten Jugenddisco der Region ins Wochenende. Über 400 Jugendliche aus den Vereinen, Schulen und Gruppen Wachtbergs hatte man zur Disconacht mit DJ Chris bei fetziger Musik eingeladen. Um dem Jugendschutz und dem Alter der zum Teil noch jungen, geladenen oder mitgebrachten Gäste ab 14 Jahren gerecht zu werden, wurde die Cocktailbar an diesem Abend nicht geöffnet und Bier wurde nur beim Nachweis des entsprechenden Alters ausgeschenkt. Der Jugendschutz schützte allerdings den Zacheies nicht vor einer Untat. Der Kirmesmann wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag entführt. Sein Aufenthaltsort konnte nach intensiven Ermittlungen ausfindig gemacht werden und die Entführer brachten ihr Opfer wieder wohlbehalten an seinen vorgesehenen Standort zurück. Sicherheitshalber wollte man den Zacheies bis kurz vor Abschluss der Kirmes nicht mehr ungeschützt lassen.

Der Rheinhöhenhof der Familie Hönscheid erlebte allerdings nicht nur am Freitagabend einen regen Besucherzustrom. Der Samstagabend sprengte fast alles bisher Dagewesene. Über 1000 Menschen strömten bis in die späten Abendstunden unablässig auf den Rheinhöhenhof, den die Eigentümerfamilie auch in diesem Jahr wieder kostenfrei zur Verfügung gestellt hatte. Die Partyband „Lecker Nudelsalat“ heizte die Stimmung bis kurz vor 21 Uhr gut auf. Anschließend rockte eine Band die Bude, die seit einigen Jahren in beachtenswert kurzer Zeit im Kölner Karneval große Erfolge verzeichnet: „Cat Ballou“ ließ die Luft flimmern und die Tanzfläche beben. Auch in den Reihen zwischen den Tischen schwangen etliche Gäste, mitgerissen von der Musik, das Tanzbein. So mutierte der Saal zu einer einzigen, ausgelassen tanzenden Menschenmenge, die einfach nur kaum zu überbietenden Spaß hatte. Der Sonntag ließ sich als traditioneller Familientag deutlich ruhiger an. Franziskanerpater Hermann Schalück aus Bad Godesberg hatte bei der heiligen Messe in der Scheune am Vormittag das Wort. Auch diesen Gottesdienst hatte der Kirmesverein in Eigenregie organisiert. Viele helfende Hände und Spender sorgten für eine Holzkanzel, Blumenschmuck, Teppich und weitere Dekoration und ein Organist wurde in Matthias Kubotsch gefunden. Auch an diesem Tag fanden sich so viele Besucher, dass die Halle bald voll wurde. Zur besten Familienkirmeszeit amüsierten sich Jung und Alt beim Entchenangeln oder an der Schieß- und Losbude. Während die Kinder das kostenfreie Kettenkarussell mit sichtlicher Freude nutzten, versuchten sich die Erwachsenen bei der ersten Kirmesmeisterschaft im Kirmeskegeln. Günter Missenich bereicherte das gesellige Treiben mit Musik aus dem Quetschebüggel und das Kirmesteam kümmerte sich mit Getränken, Herzhaftem vom Grill, klassischem Sauerbraten und später mit Kaffee und Kuchen um das leibliche Wohl der Gäste.Weil ein Dorf auch seine Senioren nicht vergisst, hatte man den Montag wieder den älteren Menschen im Ort gewidmet und sie per persönlicher Einladung zum Essen auf den Kirmesplatz eingeladen. Bei Gulasch, Spätzle, warmen und kalten Getränken fühlten sich die Senioren wohl und genossen das Kirmesleben. Am frühen Abend spielte beim gemütlichen Dämmerschoppen „Steff“ aus Köln auf und sorgte bis kurz vor Anklageerhebung gegen den Zacheies um 20 Uhr für Stimmung.

Dem Verein ist es auch in diesem Jahr wieder gelungen, für Ließem und die gesamte Umgebung ein Fest auf die Beine zu stellen, das Seinesgleichen sucht. „Im Verein sind wir rund 50 Leute, die bei den Vorbereitungen helfen können“, schätzte Hennig Schwekendiek vom Verein zur Förderung der historischen Kirmes in Ließem. „Aber wir bekommen sehr viel Hilfe von Freunden und befreundeten Vereinen.“ Sonst könne man ein Event in dieser Größenordnung kaum auf die Beine stellen. Ein besonderer Dank gebühre dabei der Familie Hönscheid, die volle drei Wochen lang viele Einschränkungen innerhalb des Familienbetriebs in Kauf nimmt, um die Scheune für die Kirmes zur Verfügung stellen zu können.

In der Cocktailbar fand man eine etwasruhige Atmosphäre als im Hauptteil der Halle.

In der Cocktailbar fand man eine etwas ruhige Atmosphäre als im Hauptteil der Halle. Foto: Chris Weber

Mancher junge Schütze traf an derSchießbude fast so gut wie die Großen.

Mancher junge Schütze traf an der Schießbude fast so gut wie die Großen. Foto: Chris Weber

Die Band Lecker Nudelsalat sorgte bei der Ließemer Scheunenkirmes für Stimmung. Fotos: CEW Foto: Chris Weber

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