Allgemeine Berichte | 22.08.2016

Gipsy-Swing Band „Antiquariat“ zu Gast in Bendorf

Beswingt durch den Abend

Fünf Musiker boten ihre musikalischen Antiquitäten bei den Festspielen am Rheinblick

Zahlreiche Zuschauer fanden den Weg nach Bendorf zum Konzert von „Antiquariat“. privat

Bendorf. Sich als Band immer wieder neu zu erfinden und dabei dem eigenen Stil treu zu bleiben ist eine besondere Herausforderung. Mit Bravour meisterten „Antiquariat“, das Quintett in traditioneller Gipsy-Swing Besetzung (zwei Gitarren, Geige und Kontrabass) um die französisch-amerikanische Sängerin Marion Lenfant-Preus, diese Aufgabe jüngst bei den Festspielen am Rheinblick in Bendorf. Die Musiker aus dem Köln-Bonner Raum mit internationalen Wurzeln und reichlich Erfahrung auf Bühnen rund um den Globus vereinten höchste musikalische Professionalität mit unbändiger Spielfreude. Diese Harmonie übertrug sich sofort auf das Publikum, das erwartungsvoll und neugierig die Zuschauerränge besetzte. Es brauchte kein ganzes Lied um das Eis zu brechen. Bereits nach wenigen Takten hatte „Antiquariat“ das Publikum für sich gewonnen. Einem lauschigen Sommerabend stand nichts im Wege, denn das Wippen und Swingen der Gäste ließ keine Kälte zu und die ersten kleinen Regentropfen warteten die zweite Zugabe zwei Stunden später ab. Mit Gipsy-Swing einen ganzen Abend zu füllen war für Frank Brempel (Geige) Marion Lenfant-Preus (Gesang) Jonas Vogelsang und Alexander Sobocinski (beide Gitarre) und Julian Hahn (Kontrabass) ein Leichtes. Neben bekannten Ohrwürmern „Bei mir bist du scheen“ oder dem Chanson Klassiker „La vie en rose“ begeisterten die jungen Musiker vor allem mit eigenen Kompositionen, die perfekt in das fein gestrickte Programm passten. Marion griff mehrmals beherzt zum Megaphon, wodurch ihre angenehme und zart klingende Stimme ein gewolltes Knistern annahm und den Charme eines althergeholten Liedes noch verdeutlichte. Da passte auch gut ihr eigens geschriebener Song „Les Bibelots“, in dem sie liebevoll den „Nippes“ beschreibt den ein Haushalt über die Jahre in unzähligen Kisten und Schubladen so ansammelt. Mit einem kecken Lächeln auf den Lippen widmete sie den Song dem elterlichen Zuhause in Frankreich. Das eigene Komponieren und Arrangieren ist auch eine Disziplin, welche die anderen Bandmitglieder beherrschen. Geiger Frank Brempel steuerte „Carussel“ bei. Der Song steht Pate für das neue Album der Fünf und ist gleichzeitig Beweis dafür, dass sich Swing und Rhythmus nicht nur auf Französisch und Englisch gut anhören. Der melodisch spanische Text transportierte das südliche Lebensgefühl an die Eisenerzröstöfen. Rhythmus der besonderen Art verkörperte Gitarrist Alexander Sobocinski bei seiner Interpretation von Brechts „Die Ballade vom Förster und der Gräfin“. Die schnellen Töne beherrschte die Formation ebenso wie die gefühlvollen Balladen. Kulturelles musikalisches Erbe, neue eigene Songs, Herz und Humor und das alles mit musikalischem Können auf höchstem Niveau. Ein Abend der für die kleine Bühne am Rheinblick maßgeschneidert schien und auf beiden Seiten, vor und auf der Bühne, für zufriedene Gesichter sorgte.

Das nächste musikalische Highlight erwartet die Gäste am Samstag, 27. August um 19:30 Uhr auf der Bühne mit Rheinblick. Die SWR-Songcontest-Gewinner „Femme Vokal“ werden mit Frauenpower und der Kraft der Stimme begeistern. Karten gibt es im Bendorfer Buchladen am Kaufland oder beim Berghotel „Rheinblick“ in der Remystraße sowie unter Tel.: (0 26 22) 14 56 4.

Zahlreiche Zuschauer fanden den Weg nach Bendorf zum Konzert von „Antiquariat“. Foto: privat

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