Eifelverein Remagen wanderte durch das Drachenfelser Ländchen
Bewandernswerte Nachbarschaft
Remagen. Niederbachem, Oberbachem, Gimmersdorf und Ließem - diese Ortschaften direkt im Norden von Remagen jenseits der Landesgrenze sind durch verkehrsreiche Land- und Kreisstraßen miteinander verbunden. Ist dazwischen überhaupt noch Platz für eine ausgedehnte Wanderung in schöner Natur? Und ob! Diese Wege sind sogar besonders schön, führen fernab vom Verkehrslärm über weite Felder zu phantastischen Aussichtspunkten, zumal, wenn das Wetter so mitspielt wie für die Remagener Eifelfreunde. Das ganze Siebengebirge hatte man vor Augen und fast schelmisch schaute der Ölberg je nach Standort der Wandergruppe mal auf der einen, dann auf der anderen Seite vom Drachenfels hervor, mal versteckte er sich auch dahinter. Der Rundweg führte durch das Drachenfelser Ländchen, das bekanntlich dem Drachenfels gegenüber auf der linken Rheinseite liegt. Ein gutes Dutzend alter Steinkreuze, überwiegend aus dem 18. Jahrhundert, säumte die Wege. Dr. Udo Volz, ein Experte auf diesem Gebiet, gab jeweils ausführliche Erläuterungen zur Entstehungsgeschichte, zum Anlass und angestrebten Zweck und auch zu den Feinheiten der Steinmetzarbeiten. Doch erwähnte er auch die traurige Tatsache, dass immer wieder solche Kunstwerke Opfer von Vandalismus werden. Während Wegekreuze in der Eifel meist aus Basalt oder Tuff sind, wurde hier Trachyt als Werkstoff genutzt, also der Stein, aus dem auch der größte Teil des Kölner Doms besteht.
Hinab ins Tal des Mehlemer Baches ging es gegenüber ein Stück weit auf dem sogenannten Eselsweg aufwärts, wo auf anschaulicher Tafel erklärt wird, dass auf diesem Weg ab Beginn des Weiterbaus am Kölner Dom im Jahre 1841 ungezählte Eselskarren die schweren Steine vom Domsteinbruch bei Berkum talabwärts gezogen haben und weiter bis Godorf. Dort wurde übernachtet und am nächsten Tag lieferte man die Steine dann an der Dombaustelle ab.
Von diesem Weg gibt es einen nur wenige Schritte weiten, aber absolut lohnenden Abstecher zum stillgelegten Dächelsberg-Steinbruch zwischen Ober- und Niederbachem. Vor Jahrzehnten noch eine schlimme, staubige Umweltwüste, ist jetzt ein einzigartiges Naturschutzgebiet daraus entstanden mit einem schilfgesäumten See. Das Betreten ist verständlicherweise verboten. Aber ein neuer, kleiner Aussichtsturm gestattet einen prächtigen Überblick über dieses idyllische, wirklich sehenswerte Naturreservat, wo seltene Vögel brüten und vom Aussterben bedrohte Pflanzen in großer Zahl anzutreffen sind.
