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Ulmer Spatzen Chor und der Chor von Sankt Peter Westum singen in Sinzig

Bewegt und bewegend

Gesang von Bach bis Bernstein

Bewegt und bewegend

Ulmer Spatzen Chor (in roten Westen) und Chor Sankt Peter Westum (ganz in Schwarz) unter Leitung von Andreas Dietl.Foto: -RÜ-

08.11.2016 - 17:00

Sinzig. Mit Zwitschern hatte das nichts zu tun. 60 junge Sänger im Alter von 14 bis 21 Jahren, zudem fast alles Mädchen, standen am Altar. Auch wenn sie sich „Ulmer Spatzen Chor“ nennen, mochte man den Gesang, den sie unter Leitung von Hans de Gilde in die Sinziger Pfarrkirche Sankt Peter brachten, eher als engelhaft bezeichnen. Aber auch der Chor Sankt Peter Westum unter dem Dirigat von Andreas Dietl brauchte sich beim gemeinsamen Konzert nicht zu verstecken. Trotzdem war es, wie häufig, die Vereinigung aller Aktiven des Konzerts, die besonders begeisterte: „Jesus Christ, you are my life“ war daher schon zur Halbzeit des Konzerts ein umjubelter Höhepunkt, den die rund 200 Zuhörer seiner nuancenreichen Vielstimmigkeit und reizvollen Melodik noch einmal als Zugabe erleben durften. Mit ungewöhnlichem Höreindruck und Dirigat überzeugte die Vereinigung der 60 Ulmer Spatzen und der rund 40 Westumer Sänger nochmals am Ende, als sich die Akteure rund um die vollen Kirchenbänke stellten und unter Leitung de Gildes „Ubi caritas“ einen bewegenden Aufruf zur Gottes- und Nächstenliebe anstimmten, der zugleich auch die schöne Akustik der Sinziger Pfarrkirche hörbar machte. Auf persönliche Beziehungen von Andrea und Wolfgang Kattner, die beide im Westumer Chor singen, zu Barbara Comes, die in Bad Neuenahr zur Schule ging, aber jetzt in Ulm lebt und beim Konzert die Spatzen auch mit viel Feingefühl und Schwung am Klavier begleitete, ist dieses Konzert zurückzuführen. Bei ihrer Konzertreise machten die Spatzen zwischen Auftritten in der Nähe von Frankfurt und im Kölner Dom für vier Tage Station in Sinzig, wo sie in Gastfamilien untergebracht waren und probten dort auch gemeinsam für ihre Auftritte. Aber nicht nur gemeinsam, auch getrennt boten beide Chöre unter der Überschrift „Von Bach bis Bernstein“ Wohlklang und ein ungemein breites Spektrum an Musikstilen. Bei den Westumer Sängern reichte dieses von Johann Sebastian Bachs „Nun ruhen alle Wälder“ bis zu Michael Jacksons „Heal the world“, bei dem die Chorsänger den zarten Sopran ihrer Solistin Claudia Krahe in den Mittelpunkt rückten. Immer wieder gemeinsam mit Iris Dietl am Klavier und teilweise auch mit Valentin Dietl an der Klarinette und Jakob Dietl am Cello sicherten sie sich viel Applaus der Zuhörer. Eingängig und modern gestaltete sich ihr Auftaktstück von Jörg Streng: „Ständig auf Trab. Ständig auf der Flucht. Ständig ziehen wir los, doch keiner fragt wohin. Verrückt, wer hat das Ziel verrückt? Wer nahm Gott aus dem Spiel, wer verrückte das Ziel?“ Bewegt und bewegend ihr Bekenntnis „An sein Reich“ nach Gregor Linßen und das Gospel „Lead me on“. Dynamisch und eindringlich gestalteten sie ihre Bitte um friedvolles Zusammenleben aller Schwestern und Brüder: „Hine mah tow“. Mit einem Lied auf Hebräisch waren auch die Ulmer Spatzen in ihren schwarzen langen Roben mit leuchten roten Westen eingezogen und standen beim Vortrag zunächst weitgehend ruhig da, als sie Felix Mendelssohns „Hebe deine Augen auf“ und Francis Poulencs „Ave verum“ mit teils schwebend hohem Gesang respektive reizvollem Miteinander der hohen und tiefen Stimmen realisierten. Direkt nach dem fast meditativen und mit sanftem Auf und Ab gesungenen „Kyrie“ aus der „Missa A-Dur“ von Josef Gabriel Rheinberger, wirkten zunächst die wirbelnden Klavierakkorde und dann auch die Rufe und Choreographien zum „Gloria“ aus Bob Chilcotts „A little jazz mass“ umso erregender und aufrüttelnder. Im schnellen Rhythmus des Stücks schwangen die jungen Sänger zum und zwischen ihrem Gesang die Arme, bewegten die Hüften, klatschten in die Hände und streckten sie am Ende ihrem Publikum entgegen. Einige Mitglieder des Ulmer Chors traten auch solistisch hervor: etwa drei Sängerinnen und ein „Spatz“ an der Cajon bei Bobby Hebbs „Sunny“. Anrührend war auch ihre Interpretation von Chilcotts „Can you hear me“ und das bei Weitem nicht nur wegen der Gebärdensprache, in die sie die Refrainzeilen übersetzten. Fetzig fiel das Finale aus: „We beseech thee“. Ob auf Deutsch, Hebräisch, Latein oder English, beim schwierigen Chorsatz, rhythmischen Jazz- oder drängendem Pop-Stück: Die Sänger überzeugten und bekamen dafür nicht erst am Ende viel Beifall.

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Uwe Klasen :
Nun ja, für diejenigen, die in dieser Gesellschaft gut Verdienen, lohnt sich der sogenannte Öko-Landbau (wie Herr Mueller richtigerweise bereits klarstellte)! Sie können sich die teuren Lebensmittel leisten. Leider wird es aber aber durch den sogenannten Ökolandbau für die in Zukunft zu erwartenden 10 Milliarden Menschen nicht genügend Lebensmittel geben. Die in Deutschland verpönte Grüne Gentechnik hilft dort schon heute weiter und nur diese kann für Milliarden von Menschen genügend Lebensmittel bereit stellen, nicht diese Öko Lifestyle-Produkte für einige wenige!
juergen mueller:
Das mit dem "auf was stolz zu sein" bedeutet noch lange nicht,dass hier alles positiv zu sehen ist,vor allem (Alarm),wenn die Politik der Meinung ist,etwas für gut zu befinden.Der ÖKO-Anbau hat eben nicht nur Gutes zu verzeichnen.Die ökologische Landwirtschaft verzichtet angeblich "weitgehend" auf den Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln u.Mineraldünger (so sollte es sein - besser wäre noch,ganz darauf zu verzichten).Ökologisch wirtschaftende Betriebe importieren ihre Nährstoffe von "konventionellen" Betrieben,wie konventionelle Betriebe auch.In der ökologischen Landwirtschaft sind "Kupfer u.Schwefel" zugelassen.KUPFER weist aber eine höhere Ökotoxizität als viele Fungizide der konventionellen Landwirtschaft auf,besitzt die Wassergefährdungsklasse 2,ist "sehr giftig",hat in Gewässern (Grundwasser) längerfristig schädliche Wirkungen wie auch gesundheitliche beim Menschen (z.B.Leberschäden).Auch darauf kann Frau Höfken stolz sein,weil sie es nicht für erwähnenswert hält.
Siegfried Kowallek:
Sicherlich ist es richtig, dass es nach dem Zweiten Weltkrieg zu viele Revanchisten gab, die auf ein erneutes Deutschland in den Grenzen von 1937 orientierten, und dass die fraglichen Straßenbenennungen in diesem politischen Klima erfolgten. Dennoch sind die historischen deutschen Ortsnamen dadurch nicht besudelt. Insofern ist es wichtig, mit diesen Namen gemäß dem heutigen Erkenntnisstand unter Berücksichtung auch der positiven Entwicklungen durch und nach Willy Brandts Ostpolitik im Sinne europäischer Erinnnerungskultur verantwortungsvoll umzugehen, ohne in den Irrtum zu verfallen, dass unsere osteuropäischen Nachbarn es goutieren, dass wir die deutsche Vergangenheit verleugnen, welche zu respektieren für sie inzwischen kein Problem ist. Siegfried Kowallek, Neuwied
juergen mueller:
Mal ehrlich, Herr Huste. Wen interessiert es, wie die Strassen in den jeweiligen Ländern heute heissen und liest hierzu zur Aufklärung angebrachte "kleine" Schilder? Mit was sich unsere Politik heutzutage so beschäftigt ist mir unbegreiflich. Ihr Aufklärungsbedarf unserer unvergessenen Vergangenheit in Ehren, spenden Sie das Geld für diese "kleinen" Schilder lieber einer "Tafel" - die können es gebrauchen.
Wolfgang Huste:
Ergänzend zu meinem vorherigen Kommentar noch folgende Anmerkungen: Das Ministerium für Vertriebene wurde 1969 im Zuge der Ostpolitik von Willy Brandt unter heftigem Protest aufgelöst. Unter dem Minister Theodor Oberländer waren 75 % der Planstellen mit ehemaligen Mitgliedern der NSDAP besetzt. Im Schulatlas war Deutschland dreigeteilt: Bundesrepublik Deutschland, SBZ und Ostdeutschland (unter polnischer Verwaltung). Die Politik suggerierte, dass es wieder zu einem Deutschland in den Grenzen von 1937 kommen würde. In diesem politischen Klima kam es zur Benennung der strittigen Straßennamen Tilsiter, Stettiner, Breslauer usw..
juergen mueller:
Natürlich habe ich mich als "Abgeordneter" ... !!! Also vorher nicht! Muss man erst Abgeordneter werden, um sich dafür, wie auch für andere profunde Dinge zu interessieren? Das sind Sommermärchen, Herr Oster.
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