Schüler des Rhein-Wied-Gymnasiums sammelten Spenden für Marokko
Bildung als Hoffnungsschimmer
Neuwied/Marokko. Eine Woche lang haben einige Schülerinnen und Schüler des RWG Speisen und Getränke in den großen Pausen verkauft, um den Erlös in das vom Erdbeben gezeichnete Marokko zu senden. Organisiert wurde dieser Pausenverkauf von Abdusamad Algarrafi und Zafeer Sohal aus der Stufe 13.
Nordin Saghir, der Onkel von Abdusamad Algarrafi, hat die Spendengelder nach Amizmiz gebracht und sich dort mit seinem Onkel Abdullah Akonad zusammengeschlossen. Als pensionierter Lehrer weiß Akonad, dass viele Kinder in Marokko nicht zur Schule gehen können, weil ihnen die nötigen Materialien fehlen.
Mit den Einnahmen des Pausenverkaufs wurden Lernmaterialien und Schulranzen bestellt. Insgesamt wurden 100 Schulranzen, 600 Schulhefte, 300 Kugelschreiber, 100 Bleistifte, 100 Radiergummis, 100 Lineale, 100 Spitzer, 100 Buntstifte, 80 Geodreiecke, 20 Schiefertafeln, 20 Kreiden, 20 Bürsten, 80 Zirkel und 100 Federmäppchen gekauft und an bedürftige Grundschulkinder in Amizmiz verteilt.
Die mit Lernmaterialien gefüllten Schulranzen wurden an Waisenkinder und Kinder aus ärmlichen Verhältnissen verteilt. Die Grundschule Ibn Wanan stellte dafür eine Liste zur Verfügung. Die Kinder sind zwischen sieben und 11 Jahren alt.
Der stellvertretenden Schulleiterin des RWG, Christine Hahn, betont: „Gerade im Angesicht solcher Katastrophen, die den Alltag der Menschen komplett erschüttern, wirkt die Aussicht auf ein bisschen Normalität, wie beispielsweise der Schulbesuch, auf Kinder und Jugendliche wie ein Geländer, das ihnen dort neue Stabilität und eine Aufgabe geben kann, wo die Auswirkungen der Erdbeben ihnen den gewohnten Alltag entrissen haben. “Schulmaterialien seien somit eine sehr sinnvolle und direkte Übermittlung der Spendengelder.
Abdusamad Algarrafi freut sich, dass durch den Essensverkauf allein knapp 1.300 Euro eingenommen werden konnten. Der Rest waren Spenden von Schülern und Lehrern, sodass insgesamt 1.500 Euro an Marokko geschickt werden konnten.
„Am Rhein-Wied-Gymnasium haben wir engagierte und couragierte Schülerinnen und Schüler, die zeigen, dass es wichtig ist, mit Initiativen wie dieser, in der heutigen Welt einen wichtigen Beitrag zu leisten“, freut sich Schulleiter Helmut Zender. Ähnliche Pausenverkäufe wurden bereits für Erdbebenopfer in der Türkei und Syrien sowie ein Spendenlauf für die Schulen im Ahrtal organisiert. BA
