Gedanken im Blick - Glaube, Traditionen und Persönliches
Blasius-Segen per Internet
Eine theologische Kolumne von Gunnar Bach
Nicht erst seit Corona gibt es die Erkenntnis: Erkältungsviren haben im Winter Hochsaison. Manchen kratzt es noch im Hals oder der Husten geht nicht weg. Neben der unverzichtbaren medizischen Hilfe gibt es dagegen auch den Blasius-Segen. Diesmal wird sogar Bischof Georg Bätzing den Segen per Internet spenden.
Die Segensspendung wurde am Mittwoch, den 3. Februar, um 12 Uhr live auf Youtube und Facebook übertragen und ist auf den Kanälen des Bistums Limburg und der Deutschen Bischofskonferenz zu finden. Der Blasiussegen soll besonders vor Halskrankheiten schützen.
Ist das nicht ein bisschen abergläubisch? Nein! So ein Segen ist natürlich kein magischer Zauber.
Jemanden segnen heißt eigentlich, ihm was Gutes, in diesem Fall „Gesundheit“ zu wünschen. Und wie wird der genau gespendet, so ein Blasius-Segen? Und wieso heißt der so? Der Spender oder auch die Spenderin (einzelne zu segnen ist nicht nur den Amtsträgern vorbehalten) hält zwei gekreuzte Kerzen vor das Gesicht und spricht: „Der allmächtige Gott schenke dir Gesundheit und Heil. Er segne dich auf die Fürsprache des heiligen Blasius durch Christus, unsern Herrn.“ Der heilige Blasius war ursprünglich Arzt, und er soll einmal einem jungen Mann eine Fischgräte aus dem Hals gezogen haben. Damit hat er ihm das Leben gerettet. Seitdem ist er als Heiliger zuständig für Halskrankheiten – ich kann ihn, wenn ich so was habe, um Hilfe bitten. Aber sollte ich nicht auch selbst mit dafür sorgen, dass ich und auch andere gesund bleiben?
Beten und segnen allein hilft doch nicht in jedem Fall, oder? Klar soll ich auch selbst was dafür tun, dass ich gesund werde oder bleibe. Für mein Wohlergehen und das der anderen selbst zu sorgen, die AHA-Regeln einhalten und Hilfe zu suchen, im Gebet und natürlich beim Arzt, das schließt sich nicht gegenseitig aus.Zusätzlich zur medizischen Hilfe so einen Segen in Empfang zu nehmen, tut einfach gut und lässt mich, besonders wenn ich krank bin, hoffen und glauben: mit Gottes Hilfe wird am Ende alles Leid überwunden! Seine Liebe ist stärker als Krankheit und Tod!
Ihr Gunnar Bach
