Gartenkolumne: Die Woche im Garten
Blattschmuckpflanzen sind dekorativ und ausdrucksvoll
Wachtberg. Sehr schön waren die letzten Wochen nicht, und wie gut, dass die Sommerferien erst anfangen. Es gab nochmal ein Übermaß an Regen, ein seltener Fall im Juni, und deshalb war man auch mit den Folgen gar nicht vertraut. Klar ist ja, dass dieser auch zu einem Übermaß an Unkraut führt, und wo das nicht hingehört, muss man es aushacken. Nun geht das bei feuchtem Boden ganz gut, aber auch sonst ist es gar keine so unangenehme Arbeit. Und ein Tipp für Leute mit Einschlafschwierigkeiten: „Stellen Sie sich vor, Sie hätten ein Beet sauber durchgehackt, schön locker und kein Fitzelchen Unkraut mehr, das ist eine so erfreuliche Vorstellung, dass Sie dabei rasch einschlafen werden, vor allem, wenn Sie es wirklich getan haben.“
Pflanzen geben nochmal alles
Üppiger Regen bedeutet auch üppiges Ungeziefer. Plötzlich waren die Blüten und Keime vieler Pflanzen abgefressen - ob nun von Raupen, Käfern, Schnecken. Sehr ärgerlich, aber da ist es nun interessant, wie viele Anstrengungen viele Pflanzen machen, noch mal neu auszutreiben, zum Beispiel die Stockrose, der Phlox und sogar die Zucchini. Etwas Stickstoffdünger hilft ihnen, aber ob es noch zum Blühen kommt?
Bezaubernde Blattschmuckpflanzen
Heute aber etwas über blütenlose Blattpflanzen, oder wie die Gärtnereien sagen, Blattschmuckpflanzen. Es ist erstaunlich, was es da alles gibt. Am schönsten ist vielleicht die Buntnessel in ihren vielen Farben und Blattzeichnungen, als Topfpflanze leicht zu überwintern. Sie hat auch unscheinbare Blütenstiele, die man aber ruhig ausknipsen kann. Ebenso dekorativ sind die Blätter des Weihrauchs, zudem mit dem bekannten Duft. Flächendeckend ist vor allem der Efeu und nach einigen Jahren ebenso die Funkie. Sehr ausdrucksvoll sind schließlich die Blätter des Frauenmantels, aber seine Blüten sind ganz unscheinbar. Inzwischen sind auch die ersten Dahlien offen (auch sie etwas verspätet) und sehr schön die Mombretien und die Zinnien. Beide haben jetzt noch eine lange Blüte bis in den Spätherbst vor sich.
Das heutige Gemälde im Rahmen von „Gärten in der Malerei“ stammt von einer Godesberger Aquarellistin, die sich sehr schön auf Blüten im Großformat versteht.
Ulrich Junker