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Die älteste Andernacher Karnevalsgesellschaft ist jung geblieben

Blaue Funken begeisterten rund 1000 Gäste mit einem knackigen Programm

25.02.2019 - 11:41

Andernach. Mehr als 150 Bühnenakteure der Fidelitas 1893 Blaue Funken setzten am Wochenende in der Mittelrheinhalle einen spektakulären Schlusspunkt im Prunksitzungsreigen der vier Andernacher Traditionscorps. Vor voll besetztem Haus präsentierte Hans-Peter Klein, seit 15 Jahren Kommandant und Sitzungspräsident, die blau-weißen Redner, Tanzformationen, Sketch-Spieler, Sänger und Instrumentalisten. Auf das kurzweilige und stimmungsgeladene Programm reagierte das gut aufgelegte Publikum dankbar und zeitweise mit euphorischen Begeisterungsstürmen. „Funk und Fünkin halten Wach, in dem alten Andernach“, sangen die „Evergreens“, musikalische Visitenkarte des Altherren-Corps, zum Auftakt im Funkenlied. Doch als dann die Artillerie zum Larida-Marsch einmarschierte, mochten die Besucher der Wächter-Zusage der Sänger nicht mehr glauben: Die Uniformierten betraten die Bühne, um ausgelassen, aber gepflegt mit ihren Gästen Annenacher Faasenacht zu feiern. Der Spielmannszug unter der Stabsführung von Tobias Koch ließ musikalisch keinen Zweifel daran, dass sie alle „Echte Fründe“ sind. Mit Rücksicht auf die Datenschutz-Grundverordnung begrüßte Hans-Peter Klein „Tisch 24, Platz 19, mit Begleitung“ und führte dann souverän und straff durch das Programm, das mit dem gewinnenden Tanz der Wibbelgruppe und dem Mariechen Victoria Huckriede seinen Auftakt nahm. Den 56. Bubbelatius-Orden, seit 1963 die höchste Auszeichnung der Gesellschaft, verlieh der Vorstand dem langjährigen Aktiven Heinz-Jürgen Wiss. Zu kölsche Tön legten das Funkenmariechen Victoria Huckriede und ihr Tanzoffizier Maximilien König einen schneidigen Tanz aufs Parkett. Vor 35 Jahren wurde die Jugendfunkengarde gegründet. Dass damit der Grundstein für eine gut strukturierte Nachwuchsarbeit gelegt wurde, davon konnten sich die Närrinnen und Narren im Saal überzeugen. Begeisternde Tanzauftritte der als Clowns kostümierten Minis, des Solomariechens Patricia Lukomski und der Fünkchen-Indianer lösten Beifallsstürme aus. Spätestens nach der ansprechenden Darbietung des Kindertanzpaars Lena Passek und Tim Schmitt und dem schmissigen Gardetanz der elf- bis 18-jährigen „Kometen“ dürfte auch der letzte Skeptiker bezüglich der Fortdauer der über 600-jährigen Andernacher Faasenachts-Tradition Zuversicht gewonnen haben. Der „Nachtwächter“ (Bernd Schwickert) gestand ein, immer eine gelbe Weste im Kofferraum zu haben. Wohl gereimt und pointiert vermittelte er seine Sichtweisen zu Begebenheiten und politischen Entwicklungen in Andernach und der Welt. Ein Mix aus wissenschaftlichem Wortspiel und bodenständigem Witz, mit Musik garniert, bescherten Philipp und Maximilian König. Mit Gassenhauern wie „Leev Marie“ und „Künning vun Kölle“ sowie einer Rap-Einlage ihres jüngsten Bruders Simon konnten sie sich nicht nur über ein „beim Schrottwichteln gewonnenes“ Haus in Neuwied freuen, sondern auch über im Stehen dargebrachte Ovationen im Saal. Als Pudel Michael König von seinem Eheleben erzählte, von Gesichtern aus Gesäßhaut und Kanarienvögel in Küchenmaschinen, kamen die Zwerchfelle der Närrinnen und Narren nicht zur Ruhe. Dann folgte, originell und äußerst vergnüglich, der Sketch „Wenn ich nicht auf der Bühne wäre, was würde ich dann sein?“ Ihre persönlichen Antworten gaben acht Vertreter der Wibbelgruppe, indem sie in Worten und Gesten den Wunschberuf repräsentierten. Ohrenbetäubende Zugabe-Rufe standen am Ende ihres verbalen und bewegten Tohuwabohus. Daniel Schwarz-Heintges‘ Puppe Otmar hatte diesmal einen Riesenappetit auf Nüsse. Um den „running gag“ rankte sich ein amüsantes Zwiegespräch, in dessen Verlauf das Publikum unter anderem erfuhr, dass Otmar seine beiden Fische „Eins“ und Zwei“ nennt – stirbt „Eins“, hat er noch „Zwei“. Die 13-köpfige und angedeutet gemischte Gardetanzgruppe (ein Tänzer) bewegte sich zackig, mit blau-weißer Ausstrahlung, in die Herzen des Publikums. Am Ende hieß es Abschied nehmen von ihrer langjährigen Trainerin Jennifer Zenzen. Martin Zschiesche verdient nun sein Geld als „Lovecoach“. An einem Klienten (Thomas Klein) biss sich der Liebesberater allerdings die Zähne aus. Ihm fehlte einfach die „maskuline Ausstrahlung“. Da half es auch nicht, dass die bekannte Stimmungsband „Tusch-Express“ den erotisierenden Schmusesong „Je t’aime“ anspielte. Ein Sketch mit Spaßfaktor. Achtung Fake-News: 13 „Offze“ spürten Fälschungen in bekannten Kölner Stimmungsliedern auf. Die veränderten Textversionen weichen, oftmals überraschend sinnverändernd, von den Originalen ab. Beispiel: „Op dem Maat stonn kein Buure, denn do jett et nur noch jefälschte Uhre.“ Im Andernacher Lied vom Krahnenberg wird gar dringend nach einem Klo gesucht. Immer wieder erfreut diese Gruppe mit neuen und ausgefallenen Sketch-Ideen. Nach der Pause sorgten das Geburtstagskind des Tages, Prinz Tubak II. „Mit Pinsel und Quast in den Prinzenpalast“, mit Prinzessin Jessica I. „Dat Herzchen von Rot-Wieß aus dem Baggerparadies“ samt Gefolge für eine ausgelassen-fröhliche Stimmung im Saal. Dem „Happy Birthday“ der närrischen Untertanen folgte abschließend unbeschreiblicher Jubel auf die Lied-Darbietungen der närrischen Reisegesellschaft. „Mensch, wat wor dat fröher schön“, mag so mancher ältere Karnevalsjeck gedacht haben, als der Spielmannszug unter der musikalischen Leitung von Philipp König in seinem Schauprogramm an karnevalistische Gassenhauer der vergangenen 90 Jahre erinnerte. Wenn ein „Österreicher“ (Bernd Schwickert) mit seiner alten Schreibmaschine im „Reberadurkafe“ auf den ehrenamtlichen „Spezialisten“ (Peter Zschiesche) trifft, kann das Publikum schon einiges erwarten – nicht an Qualitätsarbeit, aber an Komik. Das Publikum hatte seinen Spaß – Ziel erreicht. Bei den Funken ist er seit Jahren der Meister des Witze-Erzählens: Heinz-Jürgen Wiss. Der neue Bubbelatius-Ordensträger sorgte einmal mehr als „Doof Nuss“ für Dauergelächter und feuchte Augen. Mit tiefernstem Gesicht erzählte der Pointen-Zauberer die unglaublichsten Dinge – hat er doch seine Hämorrhoiden mit dem Labello-Stift seiner Frau behandelt. Kein Wunder, dass da der Haussegen schiefhängt. „Sempre, sempre“, „Mama Maria“, „Ti Amo“ – italienisch grün-weiß-rot kostümiert, entführten 24 attraktive Tänzerinnen der Showtanzgruppe ihr Publikum auf den Stiefel des Kontinents. Sie ertanzten sich eindrucksvoll ihre Zugabe. Sensationell die Präsentation von „Drumline“. Die Trommlergruppe des Spielmannzugs faszinierte im verdunkelten Saal mit ihren illuminierten Trommeln, Sticks und Kostümen und riss die Gäste mit einer rhythmischen Sound-und Light-Show von den Stühlen. Der Himmel brannte beim Schautanz der Wolfgang-Petry-Doubles. „Hölle, Hölle, Hölle“, schrien die Närrinnen und Narren im Saal und standen beim „Wahnsinn“ der Wibbelgruppe. Der rheinisch-fröhliche Sitzungsabend am Samstag endete mit dem Finale der Akteure gegen 0.30 Uhr – exakt 25 Minuten über dem Plan des nach den Worten des Adjutanten Thomas König „200-prozentigen“ Sitzungspräsidenten.

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Uwe Klasen:
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Warun wird hier der "Undercut" erklärt, damit die Bevölkerung ihrer mittlerweile zwanghaften Rolle als Hilfspolizist gerecht wird?
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