Allgemeine Berichte | 09.10.2017

Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel e.V.

Bolivianische Bischöfe getroffen

Bolivianische Bischöfe und Umweltnetzwerk Kirche zu Gast in Vallendar. privat

Vallendar. Es herrschte reges Treiben in der Pfarrkirche Marzellinus und Petrus in Vallendar. Zu Besuch in Pater Kiefers Kirche waren vier bolivianische Bischöfe, die von Vertretern der Kirchengemeinde und des Umweltnetzwerks Kirche Rhein-Mosel e.V. begrüßt wurden. Das Umweltnetzwerk Kirche Rhein-Mosel war gebeten worden, seine für Rheinland-Pfalz vorbildliche Arbeit vorzustellen. Es berät die Kirchengemeinden in Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes. Neben Pater Kiefers Erläuterungen zur Pfarrkirche, dessen Geschichte und den wertvollen Reliquien, stellte Josef Bokern, Energiebeauftragter der Kirchengemeinde und Vorstandsmitglied des Umweltnetzwerks Kirche, die neue Heizungsanlage der Kirche vor. Im Heizungskeller wurde kurz der Aufbau und die Technik einer der modernsten Anlagen der Region erklärt. Durch diese Anlage und die bevorstehende Umstellung der Kirchenbeleuchtung auf LED-Lampen erhofft man sich eine CO2-Einsparung von rund 35%. Wieder im Kirchsaal wurde die moderne Wärmeverteilung in der Kirche erläutert. Hier wies Herr Bokern darauf hin, dass zwischen Decke und Boden in der hohen Kirche lediglich ein Temperaturunterschied von 2°C besteht, diese geringe Differenz kommt aufgrund der erzeugten Luftzirkulation zustande. Die warme Luft ist also auch dort, wo sie benötigt wird, bei den Gläubigen und nicht nur unter der Decke der Kirche.

Auch ist Schimmel an und in Orgeln immer wieder ein Thema in Kirchen. Deshalb hat das Umweltnetzwerk Kirche ein Hygrometer (Luftfeuchtemesser) in den Innenraum der Orgel angebracht. Dieses zeichnet regelmäßig die Luftfeuchte in der Orgel auf. So ist frühzeitig erkennbar, ob Schimmel eine Chance hat sich auszubreiten und ob man präventiv etwas dagegen unternehmen muss. Die Messungen belegen, dass das Klima an der Orgel so gut ist, dass keine Schimmelgefahr besteht. Aber auch eine zu niedrige Luftfeuchte kann das Holz von Orgeln und Kunstwerken schädigen. „Durch Einbringen von Wasser in die Kirche wurde bei bestimmten Wetterlagen einem Absinken der Luftfeuchte entgegengewirkt“, so Josef Bokern.

Nach dem Besuch der Pfarrkirche Marzellinus und Petrus stellte Vorsitzender Andreas Kirchgässner das Umweltnetzwerk und dessen Arbeit und Ziele vor. Eine Botschaft der Präsentation ist, dass man als Kirche eine Vorbildfunktion in der Gesellschaft zu erfüllen hat und deshalb die Bewahrung der Schöpfung als eine christliche Aufgabe aktiv wahrnehmen sollte. Das Netzwerk will den Kirchengemeinden helfen, diese Aufgabe auszufüllen. Hierbei stehen Fragen der Energieeinsparung im Mittelpunkt der Arbeit.

Die Arbeit des Umweltnetzwerks traf auf das Interesse der bolivianischen Gäste, auch wenn hier andere Herausforderungen im Umweltschutz bestehen. So stellte sich heraus, dass es in Bolivien gar keine Heizungen gibt, ab und an vielleicht mal einen Holzofen. „In Bolivien braucht man keine Heizung in Kirchen, die Wärme kommt aus den Herzen der Gläubigen“, sagte einer der Bischöfe dazu. Genau wie in Deutschland ist es in Bolivien schwer, die Menschen zu motivieren einen aktiven Glauben zu leben, geschweige denn etwas gegen den Klimawandel oder für den Umweltschutz zu tun, obwohl der Klimawandel auch in Bolivien immer deutlicher zu spüren ist. Papst Franziskus wurde zitiert, als er sagte, dass unsere Gesellschaft immer mehr zu einer Gesellschaft der Gleichgültigkeit wird und dass jegliches Feingefühl für Klima und Umwelt verloren gegangen sind. Laut den bolivianischen Bischöfen müsse man daher wieder ein Bewusstsein schaffen und die Thematik des Klimawandels und dessen Auswirkungen schon der jüngeren Generation näherbringen. Dabei kam man auch auf das Thema zu sprechen, dass Niemand in der Gesellschaft dazu bereit ist, Abstriche zu machen und seinen Lebensstil weiter so fortsetzen möchte. Laut den Bolivianern werden sich andere Menschen jedoch engagieren, sobald man selbst anfängt, etwas für den Umweltschutz zu tun. Nur wenn man selber mutig voran geht, ist es möglich andere Menschen mitzuziehen.

Pressemitteilung

Umweltnetzwerk Kirche

Rhein-Mosel e.V.

Bolivianische Bischöfe und Umweltnetzwerk Kirche zu Gast in Vallendar. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Andi-RLP: Hallo Herr oder Frau Bastian, Sie haben Recht, die Kommentarantwort von mir war falsch ausgedrückt. Das Wort "vertrauensvoll" steht natürlich im Bericht. Jedoch habe nicht ich den vertrauensvollen Abstimmungsprozess...
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Elke Zeise: Nur Schade das man als Nachbarin keine Information bekommt ob der Täter noch in U Haft ist oder wieder auf freiem Fuß ist. Habe Angst die Wohnung zu verlassen
Kleinanzeigen
Heizölanzeige
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0253#
Gesundheit im Blick
Save the Dates
Minijob
Sachbearbeiter/in (w/m/d)
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Empfohlene Artikel
Die Stadt Andernach beteiligt sich auch in diesem Jahr an der bundesweiten Aktion „Mähfreier Mai“ und setzt damit ein weiteres Zeichen für eine nachhaltige und naturnahe Stadtentwicklung.Foto: Stadtverwaltung Andernach / Regina Unruh
279

Andernach. Die Stadt Andernach beteiligt sich auch in diesem Jahr an der bundesweiten Aktion „Mähfreier Mai“ und setzt damit ein weiteres Zeichen für eine nachhaltige und naturnahe Stadtentwicklung. Gleichzeitig verfolgt die Stadt einen ganzheitlichen Ansatz in der Grünflächenpflege.

Weiterlesen

Die Kreisverwaltung in Koblenz. Foto: ROB
127

Kreis MYK. Im Mai 2026 findet im Kreis Mayen-Koblenz die Bundeswehrübung „Gelber Merkur 2026“ unter der Leitung der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum statt. Der Zeitraum dieser Übung erstreckt sich vom 8. bis 22. Mai, und die Aktivitäten sind nicht nur auf Standort- oder Truppenübungsplätze beschränkt. Die beteiligten Kräfte bewegen sich auch im öffentlichen Raum, was dazu führen kann, dass Schussgeräusche durch den Einsatz von Platzpatronen wahrnehmbar sind.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Nadine Kreuser.  Foto: privat
37

In Ahrweiler gehört es fest dazu: das Maibaumstellen. Gemeinsam werden die großen geschmückten Bäume aufgerichtet – mit viel Vorbereitung, Muskelkraft und Gemeinschaftssinn. Gleichzeitig sieht man in diesen Tagen vor vielen Häusern kleinere Maibäume stehen. Sie werden meist ganz persönlich aufgestellt: als Zeichen der Zuneigung, der Verbundenheit oder einfach, um einem Menschen zu zeigen: Ich denke an dich.

Weiterlesen

Symbolbild.
40

Pkw touchiert Kind an einer Bushaltestelle

21.04.:Kind bei Unfall in Marienfels verletzt

Marienfels. Am Dienstag, dem 21. April 2026, kam es gegen 16:30 Uhr in der Römerstraße in Marienfels zu einem Verkehrsunfall an einer Bushaltestelle. Ein Kind wurde von einem vorbeifahrenden PKW leicht touchiert und erlitt dabei leichte Verletzungen.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Dienstleistungen
Image Anzeige
Daueranzeige 2026
Gesundheit im Blick
Titelanzeige
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Maifest in Gönnersdorf
Maifest Gönnersdorf
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Handwerker im Außendienst
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Biker Segnung
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
SB Wahlen
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr