Das Forstamt Adenau informiert:
Borkenkäferholz lagert weit weg vom Wald
Adenau. Das Forstamt Adenau fährt vom Borkenkäfer befallenes Holz auf einen zentralen Trockenlagerplatz bei Müllenbach. Dies schützt die Fichtenwälder des südlichen Forstamtsgebietes.
„Es war gar nicht einfach, im Zuständigkeitsbereich des Forstamtes Adenau einen Platz zu finden, der groß genug ist und gleichzeitig weit weg vom nächsten Fichtenbestand liegt“, stellt Förster Rolf Lück fest. „Wir wollen schließlich mit einem Trockenlagerplatz den Buchdrucker an der weiteren Verbreitung hindern und ihm nicht einen weiteren Happen zum Fressen bieten“. 300 bis 500 Meter weit fliegt der Buchdrucker, der Hauptschädling unter den Borkenkäfern, von seinem Brutbaum aus. Von einem ortsansässigen Landwirt pachtete das Forstamt eine Wiese, die groß genug ist, um bis zu 6000 Festmetern Käferholz Platz zu bieten und über einen Kilometer vom nächsten Fichtenwald entfernt liegt. „Aktuell lagern hier rund 1000 Festmeter Stammholz aus mehreren Gemeindewäldern und aus dem Staatswald“, berichtet Volker Pantenburg. Der für die Platzbetreuung zuständige Forstwirtschaftsmeister erklärt dem zweiten Beigeordneten der Ortsgemeinde Müllenbach Andreas Retterath den Ablauf der Einlagerung des Käferholzes. „Der geteerte Ortsverbindungsweg nach Bauler ist für die Holzspediteure ideal, da er eine Trägfähigkeit von 40 Tonnen aufweist. Auf die Wochenenden hin lassen wir den Weg räumen, damit er dann von Radfahrern und Wanderern ungehindert genutzt werden kann“, so Pantenburg. Bisher hält sich die Bevölkerung daran, dass das Betreten des Lagerplatzes verboten ist. „Sollte einer der Baumstämme ins Rollen geraten, so wären Leib und Leben in Gefahr, wiegt so ein Stamm doch durchschnittlich rund eine Tonne.“
Der Holzmarkt ist für Fichtenholz übersättigt. Käferholz kann kaum noch verkauft werden bzw. wird es nach dem Verkauf dann oft nur schleppend abgefahren. Damit der rindenbrütende Borkenkäfer seine Entwicklung nicht im Wald abschließt und ausfliegt, werden die befallenen Bäume nach Müllenbach gefahren. Dort können die Käfer dann ohne Gefahr ausfliegen.
Eine weitere Strategie der Borkenkäferbekämpfung ist das Schälen von befallenen Fichten und der anschließenden Behandlung der Rinde. Es gibt jedoch nur noch wenige geeignete Schälmaschinen, sodass neben der Trockenlagerung als letzte Möglichkeit oft nur noch der Einsatz von Insektiziden bleibt.
„Die Gemeinde Müllenbach tritt für sämtliche Rechnungen in Vorkasse und bekommt die Kosten dann von dem Waldbesitzer erstattet, der Holz eingelagert hat. Die gute Zusammenarbeit mit der Ortsgemeinde Müllenbach ist für das Betreiben des Trockenlagerplatzes sehr wichtig“, freut sich Förster Lück.
