Allgemeine Berichte | 17.05.2017, 12:38 Uhr

Wachtberg-Oberbachem

Brauchtums- und Ortsverschönerungs- verein hofft auf Unterstützung

Krisengespräch mit Vereinsmitgliedern und Interessierten - Ehrenamtler bepflanzte Blumenkästen für das Dorf

Zur Pflanzaktion war der harte Kern des Brauchtums- und Ortsverschönerungsvereins gekommen.CEW
88

Wachtberg-Oberbachem. Die Laune war bestens und das Wetter spielte mit, als sich der harte Kern des Oberbachemer Brauchtums- und Ortsverschönerungsvereins am Samstag vor Muttertag zur Pflanzaktion traf. Wie in manch anderem Verein zeigte sich auch hier ein Nachwuchsproblem. Die Hände, die die schweren Säcke mit der Blumenerde hievten und die Pflanzen sorgsam in die Blumentöpfe brachten, sind nicht mehr jung. Trotzdem standen die sieben Wackeren an diesem Morgen um den Pflanztisch herum und kümmerten sich darum, dass das Ortsbild auch in diesem Jahr wieder schön wird. Es wurden Säcke mit Erde geschleppt, Geranien gepflanzt, Blumenkästen verladen, zum neuen Standort gebracht und dort aufgestellt. Wegen der Pflege der Pflanzen hatten die Vereinsmitglieder ortsansässige Bürger gefragt, ob sie unterstützen könnten. So hat jede Stelle, an der die Atmosphäre des Dorfes mit den blühenden Pflanzen aufgewertet wird, quasi eine Art Blumenpaten. Diese Menschen gießen, wenn sie ihre eigenen Blumen gießen, einfach die Pflanzen in den Blumenkästen mit. So hat es jahrelang gut funktioniert, so funktioniert es hoffentlich auch in diesem Jahr.

Was allerdings bei der Mitgliederversammlung nicht funktioniert hatte, war die Wahl des neuen Vereinsvorstands (Blick aktuell berichtete). Als vor Jahrzehnten die Feuerwehren in den Orten zentralisiert wurden, fiel auch die Freiwillige Feuerwehr in Oberbachem den Kürzungen zum Opfer. Bis dahin aber hatten sich die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr nicht nur um ihre Übungen, Notfälle und den Fuhrpark gekümmert sowie manchen Einsatz bewältigt. Sie hatten eben auch die Feste und Veranstaltungen ausgerichtet und den Maibaum gesetzt. Das sind Aufgaben innerhalb der Allgemeinheit für die Allgemeinheit, die heute der Brauchtums- und Ortsverschönerungsverein auf die Beine stellt. Aber gerade in dieser Hinsicht hat das Engagement der Mitglieder und Bürger nachgelassen. Während früher zum Maiansingen etwa 150 Menschen auf dem Dorfplatz den Wonnemonat mit Musik begrüßt hatten, waren es in diesem Jahr ungefähr 15 Sänger und Sängerinnen. Hätte der Obsthof Schneider nicht spontan einen Maibaum zur Verfügung gestellt, dann wäre das traditionelle Maibaumaufstellen mit Maiansingen unter Umständen ganz ins Wasser gefallen.

Wegen der mangelnden Mitarbeit hatte man in diesem Jahr nicht einmal einen Veranstaltungskalender konzipieren und drucken können. „Würde jedes Mitglied nur zwei Mal im Jahr einen Dienst oder eine Tätigkeit bei einer Veranstaltung übernehmen, dann hätten wir keine Probleme“, sagt Paul Giersberg. In den letzten Jahren gäbe es aber immer weniger aktive Helfer, auf deren Schultern die Arbeit verteilt würde. Die Feste und Feiern würden nach wie vor gut angenommen, aber für die Mitarbeit seien nur Wenige zu gewinnen. Deshalb ist der Verein nun von der Auflösung bedroht.

Rund 180 Mitglieder zählt der Brauchtums- und Ortsverschönerungsverein seit etlichen Jahren. Doch von diesen hatte sich niemand bereit erklärt, einen Vorstandsposten zu übernehmen. Weil es viele neue Bürger in Oberbachem gibt, hatte sich der Verein entschlossen, sich nicht auf Mundpropaganda zu verlassen, um die Situation des Vereins publik zu machen. Stattdessen haben die beherzten Aktiven einen Bürgerbrief verfasst und sich an alle Bewohner des Ortes gewendet. So hoffte man, genügend Bereitwillige zusammenzubekommen, die dem Verein in Zukunft tatkräftig zur Seite stehen könnten. Mit dem Handzettel, der in die Briefkästen verteilt wurde, wurden die Ortsansässigen zu einer Versammlung am Montagabend nach Muttertag eingeladen.

Das Ergebnis der Bemühungen war ernüchternd. Lediglich rund 30 Mitglieder und drei neue Interessenten, die auch gleich Mitglieder wurden, waren gekommen. Immerhin war es im Gespräch schließlich gelungen, fast alle Posten im Vorstand und den Arbeitskreisen zu besetzen. Nur die Position des ersten Vorsitzenden konnte auch an diesem Abend nicht besetzt werden. Trotzdem geben die Mitglieder des Vereins die Hoffnung nicht auf. Am 1. Juni 2017 wird eine außerordentliche Versammlung stattfinden. Bis zu dieser Versammlung haben alle noch einmal die Gelegenheit, sich Gedanken über die besprochenen Themen der Zusammenkunft des letzten Montags zu machen. Am ersten Junitag wird sich entscheiden, ob es jemanden geben wird, der das Ehrenamt des ersten Vorsitzenden für den Verein übernimmt. Wenn sich auch an diesem Tag niemand findet, der sich hier engagiert, muss der Verein unwiderruflich aufgelöst werden. Das würde für die Blumenpracht und die Ortsfeste und somit für die erhöhte Lebensqualität Oberbachems das Aus bedeuten.

Paul Giersberg und Gottfried Thelen (v.l.) stellten die ersten bepflanzten Blumenkästen auf der sonst kahlen Friedhofsmauer auf.

Paul Giersberg und Gottfried Thelen (v.l.) stellten die ersten bepflanzten Blumenkästen auf der sonst kahlen Friedhofsmauer auf.

Zur Pflanzaktion war der harte Kern des Brauchtums- und Ortsverschönerungsvereins gekommen.Fotos: CEW

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Wir helfen im Trauerfall
Heimat aktiv AW
Rund ums Haus
Wiedergutmachung
Empfohlene Artikel
Chancenpatin Caroline Albert-Woll begleitet seit 2024 eine Familie aus Syrien auf ihrem Weg in ein neues Leben in Deutschland. Aus ehrenamtlicher Unterstützung ist mittlerweile Freundschaft geworden - eine herzliche Begrüßung mit Umarmung inklusive.
27

In der Verbandsgemeinde Montabaur gibt es das Projekt der Chancenpatenschaften, das darauf abzielt, geflüchtete Familien in ihrem neuen Leben in Deutschland zu unterstützen. Diese Patenschaften bieten den Familien Hilfe bei Alltagsfragen und tragen entscheidend zur Integration bei. Das Projekt richtet sich an Geflüchtete in der Region, steht aber grundsätzlich allen offen, die Orientierung und Unterstützung im Alltag suchen.

Weiterlesen

Gruppenfoto im Wald
31

Der Kreiswaldbauverein/Forstbetriebsgemeinschaft (KWBV) hatte zu einem umfangreichen Waldbildungstag in die Engelsburg nach Hausen und anschließend zu einer Pflanzaktion auf den Malberg eingeladen. Nach der obligatorischen Begrüßung und Einführung in das Thema durch den Vorsitzenden Uwe Werner übergab dieser das Wort an Justus Schmidt, den bisherigen Betreuer für den Privatwald, der künftig für das Forstamt Kastellaun tätig sein wird.

Weiterlesen

Beim Waldbegang mit Revierförster Steffen Koch (Mitte) und Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher (hat hier fotografiert) informierten sich die Mitglieder der städtischen Gremien über die aktuelle Situation im Stadtwald, insbesondere nach dem Tornado im August.
41

Die Auswirkungen des Tornados auf den Stadtwald und die Entwicklung der geschädigten Flächen standen im Mittelpunkt eines Waldbegangs, an dem Mitglieder des Umweltausschusses, der AG Wald und des Montabaurer Stadtrates teilnahmen. Gemeinsam mit Revierförster Steffen Koch und Stadtbürgermeisterin Melanie Leicher verschafften sich die Teilnehmer ein Bild von den durch den Tornado im August verursachten Schäden.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild
1184

Bad Honnef / Linz. Die Anschlussstelle Bad Honnef/Linz auf der A3 in Fahrtrichtung Oberhausen wird von Freitagabend, dem 6. November, um 20 Uhr bis Montagmorgen, dem 9. November, um 5 Uhr gesperrt. Eine Umleitung führt über die Anschlussstelle Siebengebirge und ist mit einem roten Punkt bzw. blauen Tafeln „U 13“ gekennzeichnet. Diese Sperrung ist Teil der umfassenden Instandsetzungsarbeiten der Autobahn GmbH Rheinland an der A3.

Weiterlesen

vor der Porta Nigra
598

Tambour-Corps-Tour nach Trier

Tambour-Corps Rheinbrohl auf Tour

Am Wochenende nach der Nachkirmes hieß es für die aktiven Musiker des Tambour-Corps Rheinbrohl: Koffer packen und auf nach Trier! Die Reise startete am Samstagmorgen mit dem Zug ab Bad Breisig. Bereits während der Fahrt kam - dank des eigens kreierten „Hitster - Tambour-Corps-Version“ - beste Stimmung auf. Bei Getränken und Snacks wurde geraten, gesungen und viel gelacht.

Von Anna Rott aus Rheinbrohl

Weiterlesen