Allgemeine Berichte | 18.10.2017

18. Rheinhexenslam im Hörsaal der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg

Brötchenliebe, Beatboxen und Kartoffelbrei

Brötchenliebe, Beatboxen und Kartoffelbrei

Rheinbach. Beim 18. Rheinhexenslam vor 200 Besuchern im Hörsaal der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg setzte sich die 23-jährige Luca Swieter aus Aachen in einem jungen Teilnehmerfeld durch. Die Rheinbacherin Lara Schmidt deutet ihr Talent an. „Ich hatte ordentlich Fracksausen“, bekannte Julius Esser beim „After-Show-Bierchen“ freimütig. Die Moderation des renommierten

Rheinhexenslams war dem 27-jährigen vielseitigen Bühnenkünstler ausgezeichnet gelungen. Souverän, schlagfertig und zügig führte er zum ersten Mal durch den Dichter-Wettbewerb mit Vorrunde, Rückrunde und Finale. Zuvor hatte Gerd Engel, Zweiter Vorsitzender von Rheinbach liest e.V., dem Publikum erklärt, dass man zu einem Konzept mit wechselnden Moderatoren übergegangen sei. „Lasse Samström werden wir hier auch wieder sehen“, machte er allen Fans des Urgesteins Hoffnung. Zum vierten Mal fand der Rheinbacher Poetry-Slam im großen Hörsaal der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg statt, als Kooperationsveranstaltung mit dem beliebten Autorenformat „Zu Gast auf dem Sofa“ der Hochschul- und Kreisbibliothek. Deren Leiter, Dr. Armin Erhardt, war „von der Vielfalt der Text- und Vortragsstile begeistert“. Sven Henseler (22) aus Bochum arbeitete sich beispielsweise in einem deftigen Text an seinen Eltern ab, die ihm einst vorwarfen, er sei wie eine Pizza Margaritha und habe „nicht viel drauf“. Seiner Oma schrieb er eine Ode an den von ihr zubereiteten Kartoffelbrei. Luca Swieter (23) aus Aachen performte eine Lobeshymne auf das Morgenbrötchen und nahm sich selbst auf die Schippe, als die Frau, die nie auf Partys eingeladen werde. Der Paderborner Singer-Songwriter August Klar (27) hatte einen frischen Text im Gepäck dem unschwer zu entnehmen war, dass er unter Liebeskummer leidet. In der Rückrunde erklärte er, diesen „habe er mehr für sich geschrieben“ und zeigte dann eine ganz andere Seite. Mit Beatboxen, dem kunstvollen Bearbeiten des Mikrophons mittels Atem, Lippe, Zunge und Stimme, sei es ein Leichtes, „Erfolg bei Frauen zu haben“.

Der folgende Performer mit dem Künstlernamen „Müsli“ war aus Euskirchen angereist und zeigte sich davon begeistert, wie viele Menschen in Rheinbach zum Poetry-Slam kommen. Sein Text über einen dementen Alten mit Nazi-Vergangenheit habe „hier zum ersten Mal Applaus gekriegt“. Leonie Ader erzählte in bewegender Poesie von „ihrer Freundin Anna Mia“, die sich im Verlauf des Textes als ihre überwundene Magersucht herausstellte. Auch ihr Rückrundentext über die Auseinandersetzung mit Intoleranz und einem geschätzten Bekannten, der die AfD gewählt habe, bewiesen, dass Slam-Poetry auch politisch sein kann. Folgerichtig bekam die Lehramtsstudentin die zweitmeisten Punkte von der Zufallsjury im Publikum und durfte mit Luca Swieter ins Finale, in der die Aachenerin schließlich das bessere Ende für sich hatte.

Ehrliche Freude über den Hexenturm aus Silber aus dem CF-Atelier bei Swieter: „Das ist das Coolste, was ich je bei einem Slam bekommen habe. Zuletzt gab es eine Picknickdecke.“

Wie sehr Poetry-Slam eine Zukunft in der Glasstadt hat, bewies auch die 16-jährige Lara Schmidt, die außer Konkurrenz zwei starke Texte vortrug, darunter ihren „Herzklopfen“-Gewinnertext „Lass mal fliegen“.

Brötchenliebe, Beatboxen und Kartoffelbrei
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