Allgemeine Berichte | 29.11.2019

„Naiwidder Pladd“ setzt Schriftenreihe der Stadt Neuwied fort

Buch mit identitätsstiftender Wirkung veröffentlicht

Sänger Manfred Pohlmann, Verleger Oliver Johann, Helmut Krämer, Sophie Charlotte Fürstin zu Wied, OB Jan Enig und Stadtsprecher Erhard Jung präsentieren „Naiwidder Pladd“.Fotos: FF

Neuwied. „Heute schwätze die Ellere nimmi, sondern sie reden mit ihren Kindern“, sang Manfred Pohlmann. Für den musikalischen Rahmen der Vorstellung des Buches „Näiwidder Pladd – Sprache der Heimat“ hätte es keinen geeigneteren Sänger geben können. Auf mosel-fränkisch und in heimischer Mundart erinnerte Manfred Pohlmann an alte Zeiten in Neuwied. Helmut Krämer hat das Buch geschrieben, um den Erhalt der Mundart zu sichern. „Wenn wir das Platt nicht pflegen, werden große Teile verloren gehen“, sagte der Autor. In seinem neuesten Werk beschäftigt er sich hauptsächlich mit der Mundart der Neuwieder Kernstadt, hervorgegangen aus der 1653 gegründeten Stadt Neuwied und dem Areal des 1904 eingemeindeten Ortes Heddesdorf. Ganz hoffnungslos ist Helmut Krämer nicht. Gesprächskreise für Mundart hätten sich fest etabliert und zuletzt seien neue hinzugekommen. Helmut Krämer selbst leitet seit 1998 den 1987 von Franz Schmitz gegründeten VHS Gesprächskreis „Wie mir schwätze“. Oberbürgermeister Jan Einig hat beobachtet, dass das Platt bei vielen Eltern, anders als bei seinen Eltern und den allermeisten Eltern jener Generation, heute nicht mehr so verpönt ist. Dafür gibt es sogar wissenschaftliche Gründe. Wachsen Kinder mit Hochdeutsch und Platt auf, entwickelt sich das Sprachzentrum schneller. Zudem erhöht sich das abstrakte Denken. Für Neuwieds Oberbürgermeister gibt es viele Gründe, warum die heimische Mundart unbedingt erhalten werden muss. „Sie stiftet Identität und stärkt die Verbundenheit unter den Menschen“, ist Jan Einig überzeugt. Eine Region werde dadurch unverwechselbar. Mit dem Dialekt könne man zum Ausdruck bringen, wo man herkommt. Bei Helmut Krämer bedankte sich Neuwieds erster Bürger ausdrücklich für das Buch.

Die städtische Schriftenreihe, die nach dem 350-jährigen Stadtjubiläum ins Leben gerufen wurde, werde mit dem 13. Band fortgesetzt. Dabei setzt die Stadt auf die gute Zusammenarbeit mit dem Neuwieder Mone-Verlag. Mit der Schriftenreihe zur Geschichte und Gegenwart der Stadt Neuwied möchte die Verwaltung die Stadtchronik in loser Folge fortschreiben. In der Galerie des Marktkirchen Gemeindehauses hatte Sophie Charlotte Fürstin zu Wied die Buchvorstellung eröffnet. Helmut Krämer ist für das Fürstenhaus und die Stadt Neuwied ein Mann von Gewinn. Von Heimatliebe und Forscherfreude getrieben, bewahrt Helmut Krämer so manches vor dem Vergessen. „Seit Jahren sammele, erforsche und schreibe ich auf, was mir an Neuwieder Mundartworten, Begriffen, Redensarten, Versen und dialektalen Besonderheiten in den Sinn kommt oder mir zugetragen wird. Es wurde eine Vielzahl von Mundartworten, Anekdoten und Redensarten dokumentiert. Zusätzlich habe ich weitere Details zu der Neuwieder Mundart zusammengefasst“, gibt Helmut Krämer einen Einblick in sein Werk. Die 165 Seiten beinhalten viele Informationen. Es wurden auch neue Worte aufgenommen. Die Sprache und Mundart befindet sich nämlich im ständigen Wandel und unterliegt Veränderungen.

„Dialekt ist ein bewahrenswertes kulturelles Erbe. Und dieses Buch ist ein gelungener Beitrag, das Naiwidder Platt, so wie es heute, rund 20 Jahre nach der Jahrtausendwende, gesprochen wird, zu dokumentieren und für die Nachwelt zu erhalten“, lobt Oberbürgermeister Jan Einig in seinem Vorwort. Das Buch beginnt mit einem Exkurs in die deutsche Sprachgeschichte. Ebenfalls geht Helmut Krämer auf die Mundarten in den Neuwieder Stadtteilen ein. Darüber hinaus werden eine ganz Reihe von Neuwieder Mundartautoren vorgestellt. Von besonders hohem Unterhaltungswert sind die Anekdoten, die Helmut Krämer auf Naiwidder Pladd erzählt. Schön sind auch die Übersetzungen von Redensarten, Sprichwörtern, Versen, Kinder- und Erzählreimen.

Und wer etwas nicht versteht, kann einfach im Wörterbuch nachschlagen. Auf fünfzig Seiten sind rund 1.800 Worte von Platt ins Hochdeutsch übersetzt. Erhältlich ist das Buch unter anderem bei der Neuwieder Tourist - Info auf dem Luisenplatz und im Buchhandel. Details: Helmut Krämer, Näiwidder Pladd – Sprache der Heimat, Neuwied, 1. Auflage, 2019, Herausgeberin Stadt Neuwied, Mone-Verlag Neuwied, DIN A5, Kt., 9,80 Euro, ISBN: 978-3-9812896-6-4. FF

Von Heimatliebe und Forscherfreude getrieben, bewahrt Helmut Krämer so manches vor dem Vergessen.

Von Heimatliebe und Forscherfreude getrieben, bewahrt Helmut Krämer so manches vor dem Vergessen.

Auf moselfränkisch und in heimischer Mundart sorgte Sänger Manfred Pohlmann für den perfekten musikalischen Rahmen.

Auf moselfränkisch und in heimischer Mundart sorgte Sänger Manfred Pohlmann für den perfekten musikalischen Rahmen.

Sänger Manfred Pohlmann, Verleger Oliver Johann, Helmut Krämer, Sophie Charlotte Fürstin zu Wied, OB Jan Enig und Stadtsprecher Erhard Jung präsentieren „Naiwidder Pladd“.Fotos: FF

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