Zukunft der Mobilität in Rheinbach: Auftaktveranstaltung leitet neuen Leitbildprozess ein
Bürgerinnen und Bürger diskutieren Mobilitätsprobleme
Rheinbach. Dass den Rheinbachern das Thema Mobilität unter den Nägeln brennt, konnte man an der regen Beteiligung an der öffentlichen Informationsveranstaltung zu diesem Thema ablesen. Am Montagabend fand diese im Glasmuseum am Himmeroder Wall statt. Die von der Stadt beauftragte Ingenieurgruppe IVV und die energielenker projects GmbH stellten die Ergebnisse der Bestandsanalyse vor, die sie in den zurückliegenden Monaten erstellt hatten. Außerdem bildete die Veranstaltung den Auftakt für den Leitbildprozess, bevor es an die Planung einzelner konkreter Maßnahmen geht.
Bürgermeister Ludger Banken (parteilos) freute sich, dass er zu der Abendveranstaltung rund 70 Bürger begrüßen konnte. Dass sei bei einer Abendveranstaltung keine Selbstverständlichkeit, betonte er. Dann übergab er zügig das Wort an Niclas Töns von den Energielenkern, der kurz darstellte, an welchem Punkt in dem auf drei Jahre ausgelegten Entwicklungsprozess man sich gerade befindet. Die Phase der Bestandserhebung, die im September 2023 begonnen habe, sei jetzt abgeschlossen und die Veranstaltung sei der Auftakt in die nächste Phase, bei der es darum gehe, das Leitbild zu entwickeln. Bis Ende 2025 soll der konkrete Entwicklungsplan vorliegen, über den dann die politischen Gremien abstimmen müssen. Oliver Krey von der Ingenieurgruppe IVV stellte danach die Ergebnisse der Bestandsanalyse vor. Grundlage der Analyse waren Verkehrserhebungen an 15 Knotenpunkten in der Stadt und den Ortsteilen, die an zwei Tagen im September des vergangenen Jahres stattgefunden hatten. Diese wurden mit älteren Daten, die die Stadt Rheinbach zur Verfügung gestellt hatte, ergänzt. Außerdem fließen Zahlen des Statistischen Landesamtes zur Entwicklung der Einwohnerzahl und der Altersstruktur ein, da dies u.a. Auswirkungen auf die Pendlerströme hat. Als wesentliche Problemfelder nannte Krey die Hauptstraße in Rheinbach, die mangelnde Fahrradfreundlichkeit der Stadt sowie die Ortsdurchfahrten in den Ortsteilen. Das Ingenieurbüro hatte dazu vier Karten erstellt, an denen man die aktuelle Situation für Fußgänger, Fahrradfahrer, den öffentlichen Personennahverkehr und den Kfz-Verkehr ablesen konnte.
Entgegen der ursprünglichen Absicht, die vorgesehen hatte, dass sich die Besucher die vier Karten an Stallwänden betrachten und ihre Anregungen auf kleine Zetteln an die Wände pinnen sollten, wurden die Karten an die Leinwand projiziert, sodass alle einen guten Blick darauf hatten. Schnell entspann sich eine rege Diskussion über verschiedene Themen. Ein Schwerpunktthema waren die im Herbst eingerichteten Fahrradstraßen, deren Ausschilderung und Trassenführung kritisiert wurden. Auch zu den bereits als problematisch erkannten Ortsdurchfahrten gab es viele Wortmeldungen. Auf den Bürgervorschlag, dass das Problem doch einfach mit der Einrichtung von Tempo 30-Zonen zu regeln sei, gab der Fachmann zu bedenken, dass das zuständige Landesamt nur selten solche Geschwindigkeitsreduzierungen genehmige und dass hierfür jede einzelne Ortsdurchfahrt separat geprüft werden müsse. Kritik gab es auch an den Schülerbussen, neben der Taktung wurden auch fehlende Wartehäuschen moniert. Eine engagierte Mutter aus Hilberath wies darauf hin, dass der Schülerverkehr dort von einem in Koblenz ansässigen Unternehmen organisiert würde und sehr unzuverlässig sei. Angesprochen wurde auch die verkehrstechnische Anbindung von neu entstehenden Wohngebieten und die der Gewerbegebiete.
Nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung wurde noch weiterdiskutiert und viele nutzen die Möglichkeit, Anregungen und Ideen an den Stellwänden zu hinterlassen.
Weitere Veranstaltungen zur Leitbildentwicklung mit Bürgerbeteiligung sind in den nächsten Wochen geplant. Interessierte können sich jederzeit auf der Projekthomepage www.vep-rheinbach.de über bereits gelaufene Veranstaltungen und deren Ergebnisse informieren. Auch die Ergebnisse der Bestandsanalyse sowie die Anregungen der aktuellen Veranstaltung werden dort eingestellt.
KS
Viele nutzen die Möglichkeit, ihre Anregungen zu hinterlassen.
