Katastrophenfall auf dem Standortübungsplatz Koblenz
Bundeswehr und RKT Rettungsdienst OHG Regensburg üben den Notfall
Koblenz. Auf dem Koblenzer Standortübungsplatz Schmidtenhöhe fand eine zivil-militärische Übung für den Katastrophenfall statt. Soldatinnen und Soldaten des Sanitätsregiments 2. Führungsbereich Koblenz (SanRgt 2. FüBer KOB) trainierten gemeinsam mit Mitgliederinnen und Mitglieder des RKT Rettungsdienst OHG Regensburg (RKT) den Ernstfall.
Besucherinnen und Besucher staunten beim Samstagsspaziergang auf dem Koblenzer Standortübungsplatz Schmidtenhöhe nicht schlecht. Militärische Fahrzeuge sind dort nichts Ungewöhnliches, doch wurden diese diesmal durch zivile Rettungsfahrzeuge begleitet, mit Regensburger Kennzeichen. War etwas Schlimmes vorgefallen, dass Rettungskräfte aus Bayern nach Koblenz verlegten? Indirekt - In der Nacht zum 14. Juli 2021 lösten unvorstellbare Wassermassen in Trier und dem Ahrtal sowie Nordrhein-Westfalen eine dramatische Naturkatastrophe aus. Allein in Rheinland-Pfalz sollen zirka 133 Menschen ihr Leben verloren haben. Die dort gewonnenen Erfahrungen haben gezeigt, dass die Zivil-Militärische Zusammenarbeit (ZMZ) ein wichtiges Element im Katastrophenfall ist, welche viel Übung und Organisation benötigt.
Sanitätsregiment trifft auf RKT Rettungsdienst
Oberfeldarzt Dr. Markus Widoniak war zur Zeit der Flutkatastrophe der Kommandeur des SanRgt 2. FüBer KOB, zudem als ehrenamtlicher Notarzt in seiner Heimat Regensburg tätig. Soldatinnen und Soldaten unter seinem Kommando waren mitunter die ersten Rettungskräfte vor Ort. Durch das bestehende Netzwerk konnte Widoniak als Initiator das RKT als Übungspartner für die ZMZ-Übung gewinnen – Expertinnen und Experten in der Notfallrettung, Kranken-, Organ- und Behindertentransport. Koblenzer Sanitätssoldatinnen und Soldaten wie die Rettungskräfte aus Regensburg verschmolzen zur einer temporären Einheit während des Übungsprojekts.
Stationsausbildung im unwegsamen Gelände
Die Soldatinnen und Soldaten sowie RKT-Kräfte tauschten während der verschiedenen Ausbildungsstationen Erfahrungen und Rettungsmethoden aus - Kommunikation, Organisation sowie das teils fremde Material der Seiten standen im Fokus. Die Stationen bildeten u.a. Themenfelder, wie das Suchen eines Verunfallten bis hin zur gemeinsamen Orientierung in unübersichtlichem Gelände, realistisch ab. Vom intensiven Austausch der Erfahrungen aus Auslands- oder Naturkatastropheneinsätzen konnten beide Seiten profitieren. Somit konnte auch der verunfallte Motorradfahrer zu Beginn der Übung präzise und schnell auswendig gemacht und versorgt werden.
Beruhigt konnten die Besucherinnen und Besucher das Ausbildungsunterfangen aus der Ferne beobachten, es war kein realer Katastrophenfall eingetreten.
Zivil-militärische Rettungskräfte trainieren das Beladen eines Rettungsfahrzeugs.
