500 Jahre Reformation im Rheinland und 200 Jahre Evangelischer Kirchenkreis Koblenz
Bunter Strauß musikalischer Geschenke
Koblenz. Die Jubiläen 500 Jahre Reformation im Rheinland sowie 200 Jahre Evangelischer Kirchenkreis Koblenz hat Kreiskantor Christian Tegel zum Anlass genommen, einen Strauß musikalischer Geschenke zu binden. Die Idee dazu entstand, als er mit den drei weiteren hauptamtlichen Kirchenmusiker/innen im Kirchenkreis zusammensaß, um über ein großes Reformationsfest am Dienstag, 31. Oktober zu sprechen. Doch dann erschienen ihnen ein Tag und ein Fest als zu wenig. Deshalb beschlossen sie, das Fest im Jubiläumsjahr stärker in die Fläche und über einen längeren Zeitraum wirken zu lassen, erzählt Tegel. Dabei herausgekommen sind knapp siebzig musikalische Gottesdienste und Kirchenmusik-Konzerte, gestaltet von Chören und/oder Instrumentalisten, dargeboten vornehmlich in den Kirchen der Kreisgemeinden. Gestartet ist die Reihe schon am 21. Januar, enden wird sie mit je einem Silvesterkonzert in Bad Neuenahr, Mayen und Koblenz am Sonntag, 31. Dezember.
„Um allen drei Jubiläen gerecht zu werden“, sagt Pfarrer Rolf Stahl, Superintendent des Kirchenkreises, „mühen wir uns in fröhlicher Weise ab“. Es solle gezeigt werden, dass die gefeierten Daten mehr sind als trockene, historische Jubiläen. Das Motto des Reformationsjubiläums der Evangelischen Kirche im Rheinland „Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“ bringt die Idee der Veranstaltungsreihe gut auf den Punkt. „Musik verbindet, verkündet und macht Freude“ sagt Stahl. Damit ist er wohl gleicher Meinung wie Martin Luther, der selber dichtete und komponierte. Musik bewertete er als ein herrliches und göttliches Geschenk, eine Gabe, die den Menschen fröhlich macht. Dank Luther hielt deutschsprachiger Gemeindegesang in den Gottesdiensten Einzug. Obwohl weltweit das Reformationsjubiläum stark auf Luther und Wittenberg fokussiert wird, lehnt sich der Kirchenkreis mit seinem Konzertreigen weiter aus dem Fenster. Stahl macht darüber hinaus deutlich, dass es allen an der Organisation Beteiligten wichtig war, weder bei der Auswahl der Komponisten noch der Vortragenden Konfessionalismus eine Rolle spielen zu lassen, sondern komplett dem ökumenischen Gedanken zu folgen.
Breit gefächertes musikalisches Programm
Das breit gefächerte musikalische Programm hält die unterschiedlichsten Stilrichtungen bereit und ist hinsichtlich der aufgeführten Werke nicht ausschließlich auf das 16. Jahrhundert fixiert. Klassische und spanische Gitarrenmusik stehen ebenso auf dem Programm wie Musiktheaterstücke, Bach’sche Kantaten, Gospel- oder Orgelkonzerte. Natürlich kommen Lieder und Texte von Luther dabei nicht zu kurz. Dem bekanntesten Reformationslied, Luthers Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“, mit dem sich in den folgenden Jahrhunderten nahezu alle großen Komponisten auseinandersetzten, sind gleich mehrere Konzerte gewidmet.
Etwas bizarrer daher kommen Darbietungen wie ein Gottesdienst mit Luther-Liedern, gespielt auf Gemshörnern, eine Konzertperformance mit Luther-Liedern und Laserchoreografie oder das Musiktheaterstück „Der mit dem Papst tanzt“. Ein Schwergewicht unter den Konzertorten ist die Martin-Luther-Kirche in Bad Neuenahr, wo eine Vielzahl der musikalischen Veranstaltungen stattfindet. In der gleichnamigen Kirche in Koblenz-Neuendorf dagegen lediglich eine. Aber Koblenz hat ja noch mehr Gotteshäuser zu bieten. So beteiligen sich an Tegels Konzertreigen die Florinskirche gleich vielfach, außerdem Hoffnungskirche, Christuskirche und sogar das Dreifaltigkeitshaus in Koblenz-Karthause.
Die zwölf Konzerte, die im Programmheft als rotes Geschenk markiert sind, sind jene, die die Kirchenmusiker ohnehin für das Kirchenjahr geplant hatten. Im Rahmen des kleinen Festivals werden sie nun als Geschenk ein zweites Mal dargeboten, erklärt Tegel. Eines von ihnen ist das „Vokal- und Instrumentalkonzert zum Jubiläumsjahr“. Es ist in sofern besonders erwähnenswert, als dort die Kirchenmusiker/innen des Evangelischen Kirchenkreises Koblenz unter Leitung von Christian Tegel musizieren werden. „Wir gucken, was geht“, meint Tegel und denkt an einen musikalischen Zug durch die Jahrhunderte, wobei manche alte Melodie im neuen Gewand präsentiert werden soll. Dieses Konzert findet am Samstag, 14. Oktober um 19 Uhr in der Friedenskirche Remagen statt.
Wie diese sind nahezu alle Veranstaltungen eintrittsfrei. Das ausführliche Programm der musikalischen Jubiläumsangebote steht auf der Homepage des Evangelischen Kirchenkreises Koblenz (www.kirchenkreis-koblenz.de) zum Download bereit. Die Programmhefte liegen zudem bei der Koblenz-Touristik, in Gemeindebüros und in verschiedenen anderen öffentlichen Gebäuden aus.
BSB
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