Herbstmarkt am Himmeroder Hof in Rheinbach
Buntes Angebot von A wie Adlerfotos bis Z wie Ziegenkäsespezialitäten
Ausgewogene und interessante Mischung aus regionalen und saisonalen Produkten für jeden Geschmack – Jede Menge gehobenes Kunsthandwerk und Herbstdekorationen
Rheinbach. Einen formidablen Neustart legte das Glasmuseum Rheinbach hin mit einem hervorragend besuchten Herbstmarkt, der coronabedingt diesmal nur auf dem Himmeroder Wall ausgetragen wurde. Hunderte von Besuchern nutzen das angenehme Herbstwetter zu einem spannenden Sonntagsausflug in die kleine Zeltstadt, die vor dem Glasmuseum aufgebaut war. Dort erwartete sie ein ebenso unterhaltsames wie lehrreiches Angebot mit 41 Ausstellern von A wie Adlerfotos bis Z wie Ziegenkäsespezialitäten. Auf dem „Endstück“ des Himmeroder Walls erwartete eine entspannte Atmosphäre die Besucher ebenso wie die Aussteller, die nach einer anderthalbjährigen Durststrecke mit großem Engagement ihre Produkte angepriesen. Diese bildeten eine ausgewogene und interessante Mischung aus regionalen und saisonalen Produkten, außerdem gab es jede Menge gehobenes Kunsthandwerk und Herbstdekorationen.
Nachhaltigkeit und Klimaschutz als Schwerpunkt
Einen kleinen Schwerpunkt bildeten dabei ein halbes Dutzend Stände rund um die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz. So informierte die Regionalgruppe Köln-Bonn des Vereins Naturgarten darüber, dass man mit der Umwandlung seines konventionellen Hausgartens zu einem naturnahen Garten neue Lebensräume insbesondere für Insekten und Kleintiere schaffen und zugleich die Biodiversität fördern könne. „Pflanzen Sie möglichst viele heimische Wildpflanzenarten und arbeiten Sie mit natürlichen und regionalen Materialien“, riet Vorstandsmitglied Christine Kuchem. „Denn unsere heimischen Pflanzen und Tiere passen zusammen wie Schlüssel und Schloss.“ Doris Kübler machte derweil der Verein „Rheinbach ohne Plastikmüll“ noch bekannter.
Bei Suse Bodenheim wurde ausgetragenen Hosen und „Schrankleichen“ als unkonventionellen Kinderkleidern und Wadenschonern ein neues Leben eingehaucht, und das mithilfe von Upcycling, einer nachhaltigen Form der Wiederverwertung von Stoffen. Mit einer ähnlichen Philosophie arbeitet Monique Zahlten mit ihrem „Upcycling-Schmuck“, wobei etwa aus ausgedienten Fahrradschläuchen extra extravagante Halsketten werden. Was zuerst nur als Gag gedacht war, schlug im Bekanntenkreis überraschend gut ein, „und als alle meine Freundinnen plötzlich so eine Kette haben wollten, habe ich die Schnitttechnik und das Design immer weiter verfeinert.“
Peeling-Seife und Steckdosenbürste
Mit einer Vielzahl von Naturseifen wartete Heike Sötzel auf, darunter eine „Peeling-Seife“ mit Kaffeepulver als Bestandteil. So könne man sich waschen und peelen zugleich, schmunzelte sie. Allerdings solle man es nicht öfter als einmal die Woche anwenden, denn die Wirkung sei enorm. Nicht nur Naturbürsten hatte Thomas Esper im Angebot. Für so gut wie jede Anwendung gab es eine eigens entwickelte Bürste aus Holz und Naturborsten, etwa eine Steckdosenbürste und eine Pilzbürste. Nicht zuletzt war der Naturkindergarten Rheinbach mit von der Partie mit zahlreichen selbst gebastelten Blumentöpfen, TicTacToe-Spielen und vielem mehr. „Von dem Erlös werden Spielsachen für die Kinder angeschafft“, versicherte Katharina Prior.
Natürlich durften auch Stände mit Gewürzen, Kräutern und Tee bei einem Herbstmarkt nicht fehlen. Bei Ursula Kirchenbüchler konnte man sogar geräucherten Knoblauch aus dem französischen Städtchen Arlois erwerben. Das „Rosenkehlchen“, eine Goldschmiede mit Liebe zur Natur, hatte Armbänder aus Rentierleder und Schmuck aus Silber, Leder und Pferdehaar angefertigt. Anina Schneider überraschte mit Kalendern in kleinen Metalldosen oder mit 24 lustigen Sprüchen in der Büchse, wie: „Hat die Blume einen Knick, war die Hummel wohl zu dick.“
Monschauer Senf und Wein von der Ahr
Schmuck, Filzaccessoires, Keramik, handgefertigte Ledergürtel, exklusive Handtaschen, jede Menge Deko- und Kunsthandwerksartikel aus Holz, Stein und Keramik, Floristik, nicht zuletzt kulinarische Köstlichkeiten wie Monschauer Senf, italienische Salami und Öle, Weine von der Ahr und ein Meter lange Maxi-Spaghetti vervollständigen das reichhaltige Angebot. Bei Stefan Minten gab es zudem Ziegenkäsebrot mit Kräutern, Bärlauch oder „rotem Frischli“ gegen den kleinen Hunger zwischendurch, und „Kochengel“ Waltraud Gabriel aus Heimerzheim hatte wieder ihren mobilen Backofen angeworfen. Aus ihrer Heimat Siebenbürgen brachte Monika Schuster leckeren Baumstrietzel mit, der aus einem speziellen Teig hergestellt, ausgerollt, in Streifen geschnitten und in eine konische Form gebracht wird, bevor er auf dem Grill landet und schließlich karamellisiert wird. So war auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt. JOST
Foto: Volker Jost
Foto: Volker Jost
