Allgemeine Berichte | 06.09.2017, 08:51 Uhr

Heimatfest in Adendorf mit großer Buchvorstellung zum 30. Geburtstag der Aktionsgemeinschaft

Burg Adendorf öffnete seine Tore

Die Aktionsgemeinschaft mit ihren Mitgliedern undUnterstützern im Innenhof der Burg Adendorf. Fotos: CEW
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Wachtberg. Im strahlenden Sonnenschein begann am ersten Septemberwochenende das traditionelle Heimatfest in Adendorf mit einem ökumenischen Gottesdienst. Pfarrerin Ingeborg Dahl bezog sich in ihrer Predigt direkt auf die Anliegen der Menschen im Ort und auf ihren berechtigten Wunsch, ihre Heimat lebenswert zu erhalten. Diakon Wolfgang Kader wurde noch ein wenig weiter aus und sprach im Gottesdienst auch die Situation von Menschen an, die sich auf der Flucht befinden. Auch sie wünschen sich Heimat, auch sie suchen etwas, was die Bewohner von Adendorf und den umliegenden Dörfern hier längst gefunden haben. „Immer bei einem Bruch war auch ein Aufbruch dabei“, sagte er und bezog sich dabei auf die vielen Umwälzungen unserer Tage. Einem drohenden Bruch verdankt auch das Heimatfest in Adendorf seine Wurzeln. In der Mitte der Achtzigerjahre hatte man sich hier im Töpferort des Drachenfelser Ländchens mit aller Macht gegen eine drohende Giftmülldeponie direkt vor ihrer Tür gestemmt. Mit fünf Bussen voll mit Anwohnern, Bauern und anderen Aktiven sei man seinerzeit nach Düsseldorf gereist, um beim damaligen Umweltminister vor dem Ministerium zu demonstrieren. Wegen einer Panne war man leider am falschen Ende von Düsseldorf gelandet. Allerdings war dem ungewöhnlichen Demonstrationszug, der zum großen Teil in schwarzen Anzügen und weißen Hemden vor Ort aufgetaucht und mit einem kleinen behelfsmäßigen Megafon gewappnet war, sofort sehr viel Sympathie entgegengekommen. So hatten die Männer, Frauen und Kinder aus dem Drachenfelser Ländchen das unglaubliche Glück erfahren, direkt vor Ort Unterstützung zu erhalten. Man half ihnen mit Bussen innerhalb kürzester Zeit zum eigentlichen Ort des Geschehens zu gelangen, sodass dort mit einer kleinen Verspätung die geplante Demonstration stattfinden konnte. An all diese Ereignisse, ebenso wie an die Demonstrationskette bis zum Sömmersberger Hof im Jahre 1986 erinnert das Heimatfest traditionell alle zwei Jahre. Hier können dürfen und sollen die Menschen zeigen, wie sehr ihnen ihre Heimat am Herzen liegt, und was ihre Heimat ausmacht. In diesem besonderen Jahr, zum 30-jährigen Jubiläum der Aktionsgemeinschaft, gab es im Programm des Heimatfestes einen ungewohnten Höhepunkt. Frau Dr. Margit Euler stellte nämlich ihr neues Buch über das Adendorfer Steinzeug vor. Porträtiert werden dort die Töpferbetriebe des kleinen Ortes und die Geschichte, ebenso wie Art und Entwicklung der Erzeugnisse, gleich ob es sich um Haushaltsgeschirr oder Zierkeramik handelt. Direkt auf den ersten Seiten findet man nach dem Grußwort der Bürgermeisterin Renate Offergeld und einem Vorwort von Margit Euler selbst eine Auflistung der 47 Töpfereien, die im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte hier ihre Heimat hatten und zum Teil heute noch haben. Auch eine kleine Karte, anhand derer die Schwerpunkte und Ansiedlungen im Dorf ersichtlich sind, findet der geneigte Leser in dem Buch.

Wer sich gleich den Freuden des Lesens und Stöberns in der Geschichte des Töpferorts hingeben wollte, konnte das Buch vor Ort erwerben. Wer hingegen im strahlenden Sonnenschein lieber zuerst die kleinen kulinarischen Köstlichkeiten genießen wollte, fand sein Glück an der reichlich gedeckten Kuchentafel ebenso wie am Kaffeestand, der belebende Getränke bereithielt. Der Kunstkreis Wachtberg, der vor rund 30 Jahren auch die Demonstrationsplakate gestaltet und produziert hatte, stellte sich ebenfalls vor und informierte über sein Programm. Auf diese Weise erhielten alle Besucher nicht nur einen Einblick in die Töpferei, sondern auch in weitere kulturelle Angebote Wachtbergs.

Umrahmt war das Ereignis von einem reichhaltigen Programm, das kulturelle Bedürfnisse ebenso ansprach wie den Wunsch nach Information. Die Kinder der Familien kamen beim Ponyreiten von der Reitschule Hannelore Heiß oder beim Malen an einer Staffelei, die durch den Kunstkreis Wachtberg betreut wurde, auf ihre Kosten. Zu Kuchen, Getränken und geselligem Beisammensein im Burghof der historischen Burg Adendorf waren alle Gäste herzlich willkommen, gleich ob sie aus Adendorf stammten oder aus einem der Nachbardörfer, die seinerzeit demonstriert hatten. Selbstverständlich waren auch neue Bürger willkommen, die die Wurzeln und die Geschichte ihres neuen Heimatdorfes näher kennenlernen und die Geselligkeit im historischen Burghof genießen wollten.

Die Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft eröffnete das Fest.

Die Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft eröffnete das Fest. Foto: Chris Weber

Gerne beantwortete Autorin Dr. Margit Euler persönlich Fragen zum Buch.

Gerne beantwortete Autorin Dr. Margit Euler persönlich Fragen zum Buch. Foto: Chris Weber

Burg Adendorf öffnete seine Tore

Foto: Chris Weber

Die Aktionsgemeinschaft mit ihren Mitgliedern und Unterstützern im Innenhof der Burg Adendorf. Fotos: CEW Foto: Chris Weber

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