Mittelalter hielt wieder Einzug in Cochem
Burgfest bot Spektaculum und Kurzweil
Gaukler und Gäste eroberten die Reichsburg
Cochem. Die Cochemer Reichsburg ist das Wahrzeichen der Stadt und von jeher ein Publikumsmagnet. Wer sie am vergangenen Wochenende besuchte, der fühlte sich unvermittelt wieder ins Mittelalter zurückversetzt: Ritter, Gaukler, Knechte, Handwerker und natürlich viele Gäste stürmten den Burgsattel, um beim traditionellen Burgfest dabei zu sein. Bereits in der Stadt gab es eine Menge Besucher, die in mittelalterlichem Gewand aus Richtung Endertplatz zur Reichsburg strömten. Hoch über der Mosel bot sich ein faszinierendes Bild: Marktstände, Wettkämpfe, Musikbeiträge und nicht zuletzt die Schaukämpfe der Gruppe „Fictum“ zogen Hunderte in ihren Bann. Ob Handwerker, in Gestalt von Töpfern, Seilern, Spinnfrauen, Schmieden, Filzern oder Flötenbauern sowie Tuchwebern, für jeden Geschmack war etwas dabei.
Große und kleine Besucher staunten, als Bogen- und Armbrustschützen ihre Schießfertigkeit zeigten, der Jongleur seine brennenden Fackeln hoch in die Luft warf. Sogar Bauchtänzerinnen präsentierten sich auf dem Rosenplatz den staunenden Zuschauern. Handwerker zeigten als Schmied, Bogenschnitzer oder Kettenhemd-Schmied ihre Kunst, Musiker spielten auf uralten Instrumenten und durchtrainierte Schaukämpfer empfingen mit klirrenden Schwertern im Innenhof das einfache Volk. Sackpfeife, Davul und Schalmei der Gruppe „Spectaculatius“ hatten schon vorher im Rosenhof zu Füßen der Reichsburg für mittelalterliches Flair gesorgt.
Schaukämpfe der Truppe „Fictum“
Die Fecht- und Schaukampftruppe „Fictum“ aus der Tschechischen Republik kommt schon seit 21 Jahren nach Cochem. Sie zeigte auf der Aktionsbühne spannende Kämpfe mit Waffen und Rüstungen des Hochmittelalters. Erstmals war auch eine Frau dabei, die mit Streitaxt und Akrobatik ihre männlichen Konkurrenten das Fürchten lehrte. Die mittelalterlichen Gruppe wie „Wikingerlager“ vermittelte Geschichte zum Erleben und Anfassen.
Riechen und schmecken konnte man das Mittelalter selbstverständlich auch, denn Mandelröster, Gewürzhändler, Seifensieder und diverse Köche boten ihre Produkte und Speisen an. Schlossherr Theo Lechtenfeld zeigte sich beeindruckt von der guten Resonanz, die das Burgfest auch in diesem Jahr bei den Gästen aus der Region, aber auch bei den vielen Urlaubern aus anderen Ländern fand. „Zwar waren hitzebedingt etwas weniger Besucher da, aber dennoch bleibt das Burgfest eine feste Größe im Jahreslauf.“
Alles in allem ein spannendes Programm, das dem Besucher in den Mauern der Reichsburg am vergangenen Wochenende über einige Jahrhunderte hinweg geboten wurde. „Wir kommen schon seit zwei Jahren extra wegen dem Burgfest an die Mosel, denn wo kann man das Mittelalter besser nachempfinden, als auf einer solch schönen Burg und bei so herrlichem Wetter?“, sagte eine Besucherin aus Castrop-Rauxel, die in Begleitung ihres Enkels den Burgberg erklommen hatte. TT
Ein Jongleur zeigte mit drei brennenden Fackeln seine Kunst auf dem „Rosenhof“ zu Füßen der Reichsburg. Fotos: TT
