Allgemeine Berichte | 27.05.2022

Aktionswoche der Schuldnerberatung steht unter dem Motto „… und plötzlich überschuldet“

Caritas hilft beim Weg aus der Schuldenfalle

Westerwaldkreis.Von der Verschuldung in die Überschuldung ist es manchmal nur ein kleiner Schritt und in Zeiten von rasant steigenden Preisen für Energie und Lebensmittel und großer Unsicherheit in der Wirtschaft ist dieser schnell getan – mit verheerenden Folgen. Darauf machen die Schuldnerberatungen des Caritasverbandes Westerwald-Rhein-Lahn in Montabaur und Lahnstein anlässlich der bundesweiten Aktionswoche der Schuldnerberatung aufmerksam, die diesmal unter dem Motto „… und plötzlich überschuldet“ steht.

„Eine Krankheit, eine Periode der Kurzarbeit, eine heftige Nachzahlung beim Stromversorger: Vieles kann die eigene Finanzlage aus dem Gleichgewicht bringen. Das haben wir in der akuten Phase der Pandemie erlebt, das erleben wir jetzt vor dem Hintergrund steigender Preise,“ sagt Rolf Günther, Schuldnerberater bei der Caritas in Montabaur. „Und plötzlich ist man nicht mehr bloß verschuldet, sondern überschuldet, und damit gefangen in einem Teufelskreis aus Forderungen, die nicht beglichen werden können, Stigmatisierung und Scham“, ergänzt Andrea Steinhauer, von der Schuldner- und Insolvenzberatung der Caritas in Lahnstein.

Im Jahr 2021 zählte die Schuldner- und Insolvenzberatung des Caritasverbandes Westerwald-Rhein-Lahn insgesamt 1121 Fälle (inklusive Kurz- und Onlineberatungen). Davon wurden 725 in der Beratungsstelle in Montabaur bearbeitet, 396 Fälle beschäftigten das Team der Beratungsstelle in Lahnstein. Zu den Hauptgründen einer Verschuldung – gerechnet auf beide Landkreise – zählten im vergangenen Jahr Erkrankung/Sucht (199), Tod des Partners/Trennung/Scheidung (134) sowie ein längerfristiges Niedrigeinkommen (82).

Zusammen mit der Klientin oder dem Klienten suchen die Caritas-Berater einen möglichen Weg, der sie aus den Schulden wieder hinausführt. Dabei ist natürlich auch die Initiative des Hilfesuchenden gefragt. Gemeinsam wird ein Haushaltsplan erstellt, es wird geschaut, ob eventuell irgendwo Leistungen beantragt und wo Einsparungen gemacht werden können. Weiterhin nehmen die Beraterinnen und Berater der Caritas Kontakt mit den Gläubigern auf. Ziel bei jedem Fall ist zunächst immer eine Regulierung der Schulden oder ein Vergleich. Erst wenn dies nicht möglich ist, wird über einen Insolvenzantrag nachgedacht. Bei der Beratung ginge es nicht darum, dem Verschuldeten Vorwürfe zu machen, sondern Lösungen zu finden, erklären Rolf Günther und Andrea Steinhauer. Im Laufe der Jahre haben die Berater die Erfahrung gemacht, dass die meisten, die die Schuldner- und Insolvenzberatung des Caritasverbandes Westerwald-Rhein-Lahn aufsuchen, am Ende dankbar und froh sind, diesen Weg gegangen zu sein. „Gegenüber vielen anderen Bundesländern haben in Rheinland-Pfalz alle Personengruppen das Recht auf eine kostenfreie Beratung“, unterstreicht Günther.

Daher haben die beiden Caritas-Berater für Menschen, die möglicherweise in eine finanzielle Schieflage geraten sind, abschließend einen guten Rat: „Vor allem nicht die Augen vor dem Problem verschließen und sich etwas vormachen. Spätestens wenn plötzlich Rechnungen auflaufen oder gar Lastschriften zurückkommen, sollte man keine Hemmungen haben, eine Schuldnerberatung aufzusuchen!“ Je früher dies geschieht, desto größer ist die Möglichkeit, sich aus der Schuldenfalle auch wieder zu befreien. Die Aktionswoche Schuldnerberatung wird veranstaltet von der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV). In ihr haben sich Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege auf Bundesebene, der Verbraucherzentrale Bundesverband und die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung zusammengeschlossen. Weitere Infos zum Thema Schuldnerberatung erhalten Interessierte: Im Westerwaldkreis bei der Schuldnerberatung in Montabaur, Telefon (02602) 16 06 14, E-Mail schuldnerberatung-ww@cv-ww-rl.de. Im Rhein-Lahn-Kreis bei der Schuldnerberatung in Lahnstein, Telefon (02621) 92 08 14, E-Mail schuldnerberatung-rl@cv-ww-rl.de.

Pressemitteilung Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn e. V.

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