Betriebszentrum IT-System der Bundeswehr
„Carpe Diem“ – Girls‘Day in der Tomburg-Kaserne
Rheinbach. Auch in diesem Jahr gab der der Girls‘Day oder „Mädchen-Zukunftstag“ Schülerinnen die Möglichkeit, für einen Tag in Berufe mit geringem Frauenanteil hinein zu schnuppern. Bundesweit konnte aus mehr als 17.000 Angeboten aus den unterschiedlichsten Branchen gewählt werden. Bereits zum fünften Mal war das Betriebszentrum IT-System der Bundeswehr (BITS) in Rheinbach einer der „Anbieter“. Neun Mädchen im Alter von 15 bis 16 Jahren besuchten die Tomburg-Kaserne, um sich über die Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten bei der Bundeswehr und den Verwendungsmöglichkeiten speziell im BITS zu informieren. Der Tag begann mit einer lockeren Begrüßung durch den amtierenden Kommandeur des BITS, Oberst Rainer Beeck. Er stellte zunächst die Bundeswehr als zukünftigen Arbeitgeber und natürlich das BITS als IT-Dienstleister der Bundeswehr vor. Er riet den Mädchen: „Carpe diem! Nutzt den Tag um Fragen zu stellen und ihn für Euch zu einem Erfolg zu machen. Heute habt Ihr die Gelegenheit, traut euch. Getreu dem Motto: Es gibt keine blöden Fragen sondern nur blöde Antworten!“. Auch Frau Regierungsamträtin Monika Purschke-Götz vom Karriereberatungsbüro der Bundeswehr Bonn stand den Schülerinnen den ganzen Tag zur Seite, um ihnen nicht nur die Berufsmöglichkeiten als Soldatin, sondern auch als Beamtin oder zivile Angestellte in der Bundeswehr näher zu bringen. Nach dieser kurzen Vorstellung ging es zur ersten Station des Tages „Leben im Felde“. Hier bekamen die Mädchen gezeigt, unter welchen Bedingungen Soldatinnen und Soldaten in der „freien Wildnis“, in der Heimat und im Einsatz leben und zurechtkommen müssen. Auch die Ausrüstung eines Soldaten im Einsatz durfte bestaunt werden und, wer wollte, konnte eine Splitterschutzweste – Gewicht immerhin 15 Kilogramm – anprobieren, um einen kleinen Eindruck davon zu bekommen, wie schwer die Ausrüstung im Einsatz sein kann. Dabei berichteten die Hauptfeldwebel Patrick Garenfeld und David Eschweiler am Lagerfeuer von ihren Erfahrungen aus dem Einsatz. „Wenn man nach dem Einsatz wieder zuhause ist, weiß man solche Kleinigkeiten wie Barfußlaufen wieder zu schätzen.“, so Hauptfeldwebel Garenfeld. Natürlich durften die Mädels hier neben Marshmallows und Stockbrot, auch Teile der Einmannpackung, einer Form der Einsatzverpflegung, probieren.
Geheimnis EIoKa
Die zweite Station des Tages wurde vom Bataillon Elektronische Kampfführung 931 aus Daun geleitet. Um den Schülerinnen zu verdeutlichen, was der Bereich Elektronische Kampfführung (EloKa) überhaupt tut, sollten sie einen kleinen Waldpfad entlang gehen und aufschreiben, was ihnen so auffällt. Hier waren jede Menge Sprengfallen-Attrappen, wie sie in vielen Einsatzgebieten gefunden werden, versteckt. Doch kein Problem für die Girls. Souverän und mit sichtlichem Spaß haben sie die meisten, zum Teil sehr gut getarnten, Nachbildungen gefunden. Anschließend erklärten Oberfeldwebel Tigges und seine Kameraden anschaulich, wie die Spezialisten der Elektronischen Kampfführung im Auslandseinsatz die eigene Truppe bei Patrouillen, zum Beispiel vor der ferngesteuerten Auslösung von Sprengfallen und Minen schützen, indem gegnerische Signale per Funk durch eine Art „elektromagnetische Glocke“ unterdrückt werden.
Licht im Dunkeln
Einer der letzten Anlaufpunkte war die Vorstellung des Restlichtverstärkers LUCIE. In einem stark abgedunkelten Keller durften die Mädchen anhand eines kleinen Hindernisparcours am eigenen Leib feststellen, wie schwer es ist, auch nur Wasser in einen Becher zu füllen, wenn die Fähigkeit zum dreidimensionalen Sehen eingeschränkt wird. Zuletzt kam dann die Paradedisziplin des BITS: Grundlagen der IT. Hier wurde ihnen bildlich und verständlich erklärt, wie Computer aufgebaut sind und funktionieren. Was passiert mit Daten, wenn sie gespeichert werden? Wie sieht ein Notebook zerlegt aus und was ist da so alles drin? Aber auch Fragen wie „Warum wird ein Handy warm und wo wird es warm?“ konnten hier von den IT-Experten des BITS beantwortet werden. Am Ende des Tages zählte aber nicht nur, ob die Mädchen Spaß hatten, sondern auch, ob sie sich die Bundeswehr als Arbeitgeber vorstellen könnten. Miriam (15) resümiert: „Das hat mir alles super viel Spaß gemacht, die Stationen waren super.“
Für sie ist die Bundeswehr sehr interessant und sie findet es gut mal zu wissen, was hinter dem Zaun so passiert, allerdings sei eine Tätigkeit bei der Bundeswehr für sie mit zu vielen Pflichten verbunden. Ähnlich äußerte sich auch Alina (16). Auch ihr hat der Tag gefallen. „Die Stationen waren toll. Ich hatte erst Sorge, dass der ganze Tag sehr IT-lastig wird und bin froh, dass die Stationen sehr gemischt gehalten wurden.“ Nach diesem interessanten und aufschlussreichen Tag meint sie: „Ich könnte mir die Bundeswehr als Arbeitgeber sehr gut vorstellen, allerdings auf der zivilen Seite.
Am Ende des Tages sind sich der Projektoffizier, wie auch die Begleiter sicher, das ein oder andere Mädchen werden sie bestimmt bei der Bundeswehr wiedersehen, ob nun mit oder ohne Uniform.
Pressemitteilung des
Betriebszentrums IT-System
der Bundeswehr
