Allgemeine Berichte | 31.03.2026

Infoveranstaltung des Kreisimkerverbandes Ahrweiler über Verbreitung und Gefahren der Asiatischen Hornisse

Carsten Emser informierte interessierte Bürger, Imker, Winzer und Obstbauern

„Die Asiatische Hornisse, auch Vespa Velutina genannt, ist ein Tier, das einen Menschen potenziell töten kann“, stellte Carsten Emser, zertifizierten Hornissen- und Wespenumsiedler, zu Beginn seines vom Kreisimkerverband Ahrweiler organisierten Vortrages in der Dümpelfelder Mehrzweckhalle vor rund 40 interessierten Bürgern, Imkern, Winzern und Obstbauern fest.Foto: privat

Dümpelfeld. „Die Asiatische Hornisse, auch Vespa Velutina genannt, ist ein Tier, das einen Menschen potenziell töten kann“, stellte Carsten Emser, zertifizierten Hornissen- und Wespenumsiedler, zu Beginn seines vom Kreisimkerverband Ahrweiler organisierten Vortrages in der Dümpelfelder Mehrzweckhalle vor rund 40 interessierten Bürgern, Imkern, Winzern und Obstbauern fest.

Dabei ging es dem seit vielen Jahren auf den Schutz und die Umsiedlung von Insekten spezialisieren Fachmann nicht darum, den Leuten Angst zu machen, denn die Asiatische Hornisse neigt nicht grundsätzlich zu aggressivem Verhalten, sie verteidigt ihr Nest allerdings bei Bedrohung sehr konsequent und mit einer Vielzahl von Tieren. Das Besondere an der Hornisse ist, dass sie im Prinzip zwei Arten von Nestern baut. Das Primär-Nest wird in der Zeit von April bis etwa Mitte Juni errichtet und erreicht in etwa die Größe eines Fußballs. Es wird häufig in geringer Höhe, oft unter 2 Meter, und gerne in Hecken und Sträuchern, Nistkästen, unterhalb von Dachrinnen oder auch in Schuppen gebaut. Diese Nester stellen die größte Gefahr für den Menschen dar, da sie häufig übersehen und sich die Hornissen durch zu geringen Abstand oder beispielsweise auch durch einen das Nest zerstörenden Heckenschnitt bedroht fühlen und unter Umständen mit bis zu 1000 Tieren zum Angriff übergehen. Ab Mitte Juni siedelt die asiatische Hornisse dann in der Regel in das oft in einer Höhe von 30 bis 35 Meter gelegene und nochmals deutlich größere Sekundär-Nest um. In dieser Höhe besteht weniger Gefahr für den Menschen, doch stellt die Asiatische Hornisse zudem eine nicht zu unterschätzende Bedrohung für die heimische Insektenwelt dar. „Ein durchschnittliches Volk, das ein mit acht Lagen aufgebautes Nest besiedelt, benötigt im Jahr durchschnittlich rund Kilogramm Insekten zur Fütterung der Brut, das entspricht drei kompletten Bienenvölkern“, so Emser. „Mittlerweile sind hier aber schon Nester gefunden, die sogar aus 15 und mehr Lagen bestehen. Da kann man sich vorstellen, dass die Anzahl der gefressenen Insekten enorm ist.“ Dabei halten sich die Hornissen nicht nur an die Honigbiene, auch Wespen, Wildbienen, Fliegen, Käfer und Schmetterlinge werden von ihr gejagt. Somit frisst sie allein 43 der 50 meist bestäubenden Insektenarten. Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Nektar und süßen Früchten, wie z.B. Weintrauben, Beerenobst, Äpfel und Birnen. „Auch im Weinanbau und in der Landwirtschaft ist daher mit enormen Schäden zu rechnen“, so Emser. Und da aus einem Volk der Asiatischen Hornissen zwischen 600 und 900 Jungköniginnen hervorgehen, die ihrerseits im Frühling wieder neue Völker gründen, greift die invasive Art bedrohlich in die heimische Biodiversität ein. „In Frankreich ist die Asiatische Hornisse auf Druck der Winzer und der Weinwirtschaft mittlerweile zum Staatsfeind erklärt worden, um schärfere Gesetze in die Nationalversammlung einbringen zu können“, ergänzte Werner Surges, zweiter Vorsitzender des Kreisimkerverbandes, die Informationen. „Da sich hier die 2004 in Deutschland eingeschleppte Hornisse mittlerweile etabliert hat, müssen wir lernen, mit ihr zu leben“, betont Emser und ruft zur Wachsamkeit und Mitwirkung auf. „Wir haben nur eine Chance, die Situation annähernd in den Griff zu bekommen, wenn wir es schaffen, möglichst viele Primär-Nester frühzeitig zu entdecken und zu entfernen.“ Dabei warnt der Experte aber eindringlich davor, selbst Hand anzulegen. „Keinesfalls sollte man versuchen, ein Nest selbst zu entfernen. Das Risiko schwerer Verletzungen ist hoch, und fachliche Kenntnisse sowie spezielle Ausrüstung sind für eine sichere Entfernung unabdingbar. Melden Sie gefundene Nester beispielsweise an Umweltämter oder Landesmeldestellen.“ Zu erkennen ist die Asiatische Hornisse relativ einfach. Sie ist ein wenig kleiner als die heimische europäische Hornisse, hat einen eher dunklen Körperbau mit orangefarbener Binde am hinteren Ende und als untrügliches Erkennungsmerkmal zweifarbige, im unteren Segment gelbe Beine. Zudem ist sie neben der mittleren Wespe die einzige hiesige Art, die ihre Nester auch ohne Überdachung, also in Hecken, Sträuchern oder an Bäumen baut. Weitere Infos gibt es unter anderem bei der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland Pfalz unter https://artenfinder.rlp.de/MeldeaufrufAsiatischeHornisse

„Die Asiatische Hornisse, auch Vespa Velutina genannt, ist ein Tier, das einen Menschen potenziell töten kann“, stellte Carsten Emser, zertifizierten Hornissen- und Wespenumsiedler, zu Beginn seines vom Kreisimkerverband Ahrweiler organisierten Vortrages in der Dümpelfelder Mehrzweckhalle vor rund 40 interessierten Bürgern, Imkern, Winzern und Obstbauern fest.Foto: privat

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