Chancen für Engers nutzen
Engers. Seit sich im Jahre 2017 in Engers engagierte Bürgerinnen und Bürger zu diesem Arbeitskreis zusammenschlossen, hat sich viel entwickelt und eine Reihe von wichtigen Zukunftsprojekten für den Stadtteil sind auf den Weg gebracht. Erklärtes Ziel dieses Zusammenschlusses ist es, die Chancen, die Engers erhalten hat, zukunftsträchtig zu nutzen. Durch die Nutzung von Schloss Engers für die Fortbildung von hochbegabtem Musikernachwuchs, einschließlich des Hotel- und Gastronomiebetriebes, haben sich neue Möglichkeiten für den Ort entwickelt, die ihm eine neue Ausrichtung geben. Ebenso positiv wirkt sich auch die Arbeit der Landesmusikakademie aus. Sie fördert die musikalische Breitenarbeit in Rheinland-Pfalz und ist ganzjährig gut ausgelastet. So wurden von ihr im vergangenen Jahr über 14.000 Übernachtungen gebucht. Drei moderne Gästehäuser stehen diesen beiden Einrichtungen zur Verfügung, und eine weitere Ausrichtung in diesem Bereich ist im Gespräch.
Notwendig für diese Entwicklung ist hierfür der angemessene Ausbau der örtlichen Infrastruktur, die den Gästen, die als Stipendiaten oder für die musikalische Fortbildung nach Engers kommen, dass ihnen auch im Ort selbst eine Wohlfühlatmosphäre geboten wird, an die sie sich später gern zurückerinnern können.
Und genau hier setzt die Arbeit des Arbeitskreises an, der eine ganze Reihe von Projekten in der Planung hat, die dieser Entwicklung Rechnung tragen sollen. Im Fokus stehen hier die Engerser Rheinanlagen, die sich über fast 2 km erstrecken und zu den schönsten in der Region gehören. Sie sollen nach dem Willen des Arbeitskreises eine weitere Aufwertung erfahren. Dazu gehört auch, dass es in Zukunft möglich sein soll, einen Blick in die Römerzeit zu werfen, die hier ihre Spuren hinterlassen hat. Geplant ist, dass der spätrömische Burgus wieder ins Blickfeld der Bevölkerung gerückt wird. So soll von den Rheinanlagen eine Treppe den Hang hinaufgeführt werden, die in einer Plattform endet, von der dann die Sicht auf das noch vorhandene stattliche Bauwerk geworfen werden kann. Ein direkter Zugang ist nicht vorgesehen. Jedoch soll dieses Denkmal aus der Römerzeit nicht länger im Verborgenen ruhen.
Weiterhin verfügt Engers noch über die Skulptur des hl. Nepomuk, der, bevor diese Terrassenhäuser errichtet wurden, auf dem sogenannten „Heidenmäuerchen“ neben dem Kloster stand. Dieses Heidenmäuerchen ist übrigens ein Mauerteil vom Burgus. Jetzt steht die Figur im Restaurant von Schloss Engers. Nach den Vorstellungen des Arbeitskreises soll ein Duplikat von dem Schutzheiligen der Schiffer angefertigt werden, das dann wieder am Rhein aufgestellt wird. Auch dadurch sollen dann die Engerser Rheinanlagen eine weitere Aufwertung erhalten.
Neben der Anstrahlung des „Grauen Turms“, dem Aufstellen der Büste von Gaius Julius Caesar, die an den Rheinübergang bei Engers erinnert, wären die nun noch vorgesehenen Maßnahmen eine deutliche Bereicherung.
Aber auch auf einen weiteren Erfolg seiner Bemühungen, das Ortsbild zu verschönern, kann der Arbeitskreis stolz sein. So ist es ihm gelungen, eine Perspektive zu finden für das Anwesen des ehemaligen Möbelhauses Puth. Nachdem der Ortsbeirat bei der Stadtverwaltung vergeblich versucht hatte, eine Lösung zu erreichen, der Fassade eine Aufwertung zu verpassen, ging der Arbeitskreis einen anderen Weg. Von ihm wurde das Bauamt der Stadt Neuwied auf die ungenehmigten Aufbauten hingewiesen und unter Hinzuziehung der Paragraphen des Baugesetzbuches aufgefordert, tätig zu werden. Dieser Schritt war erfolgreich, und nun ist ein Investor gefunden, der sich dieser Immobilie annimmt und dem Gebäude eine neue Nutzung mit Wohnungen und Bürofläche angedeihen lässt. Dadurch wird sich auch die Straßenfront verändern und wieder ein geordnetes Aussehen erhalten.
Nicht unerheblichen Druck hat der Arbeitskreis auch ausgeübt bezüglich der Schaffung der Parkplätze in der Eisenbahnstraße. Vor nunmehr 26 Jahren hat der Neuwieder Stadtrat den Beschluss dazu gefasst, die Stellplatzverpflichtung für die Villa Musica zu übernehmen. Jetzt ist endlich wieder Bewegung in die Sache gekommen und es bleibt zu hoffen, dass die Enkelkinder der damaligen Stadtratsmitglieder, die zu dieser Entscheidung des Stadtrates ihre Hand gehoben haben, es erleben werden, dass sie mit ihrem PKW dort parken können.
Doch es sind noch viele Vorhaben, die der Arbeitskreis auf seinem Programm stehen hat, die noch einer Erledigung bedürfen. Zu ihnen gehört auch, dass es ab Engers in der Zukunft wieder möglich sein soll, dass Ausflugsfahrten auf dem Rhein gemacht werden können und ein geregelter Regionalverkehr mit dem Schiff möglich wird. Nach einem persönlichen Besuch im Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Bingen (WSA) konnten Josef Kretzer und Anton Krüger vom Arbeitskreis zufrieden nach Hause fahren, weil das WSA zugestimmt hatte, dass in Engers eine 3. Anlagestelle errichtet werden darf, weil die beiden vorhandenen Stellen von einem ehemaligen Betreiber blockiert werden.
Auch liegt dem Arbeitskreis ein Schreiben des Mainzer Ministeriums vor, nach dem solche Bootsstege, die dem Tourismus dienen, von Mainz gefördert werden. Es ist nun eine Sache der Stadt, die weiteren Planungen zu übernehmen, dass es künftig wieder möglich sein wird, dass rheinauf und rheinab ein Regionalverkehr von Engers wieder stattfinden kann, wie dies über viele Jahrzehnte der Fall war.
Pressemitteilung
Arbeitskreis
Heimat + Tourismus Engers
