Junge Bühne Lahnstein präsentiert mit „Das Traumschiff“ die neue Produktion des Best-Ager-Ensembles
Chaos in der Karibik: Coole Omas stechen in See
Lahnstein. Eine Meeresbrise weht durch die Aula des Johannesgymnasiums in Lahnstein: Nach der Aufregung ihres letzten Falles rund um den Diamantenraub wollen die coolen Lahnsteiner Omas bei einer Kreuzfahrt auf dem Traumschiff MS Harmonie die Seele baumeln lassen – doch das wird den quirligen Damen schon bald zu langweilig. Zwischen (Flucht vor) Morgengymnastik, Spa und Speed-Dating drängt sich schon bald ein potenzieller Heiratsschwindler, der Oma Hanni umgarnt. Als dann auch noch ein hochkarätiges Collier verschwindet, laufen die Seniorinnen wieder zur Hochform auf. Chaos in der Karibik!
Mit ihrer zweiten Produktion ihres Best-Ager-Ensembles 65plus „Das Traumschiff - Die coolen Omas gehen an Bord“ hat Regisseurin und Intendantin der Jungen Bühne Lahnstein (JBL) Corinna Schmitz ein spritziges Stück geschaffen, das durch witzige Dialoge, Lieblingsschlager und unwiderstehlichem Oma-Charme glänzt. Fans des Debüts „Die coolen Omas lösen jeden Fall“ vom vergangenen Jahr feiern dabei ein Wiedersehen mit vielen bekannten Charakteren – neben den unerschrockenen Großmüttern tauchen auch die pfiffigen Enkel oder Kommissar Behringer auf, der am Ende den Fall ganz nach Manier eines Hercule Poirot aufdröselt. Doch bis dahin passiert noch eine ganze Menge.
Eine ganze Menge passiert ist übrigens auch vor der Premiere des Stückes am vergangenen Wochenende. Nachdem die Gruppe ein Jahr lang geprobt hatte, fielen kurzfristig zwei Hauptrollen aus. „Und dann ist die Grippe einmal quer durchs Ensemble gezogen“, erzählt Corinna Schmitz. Ganze sieben Rollen mussten umbesetzt werden, teils spontan nur zwei Tage vor der Premiere. „Ich war kurz davor, alles hinzuschmeißen. Das war die wackeligste Nummer, die wir je auf die Beine gestellt haben.“
Es spricht für den großartigen Zusammenhalt der JBL-Familie und für die Qualität der Schauspieler, dass die Omas trotz aller Widrigkeiten in See stechen konnten. Unterstützt von Akteuren des Erwachsenen- und des Jugendensembles sowie - superspontan – von Mitgliedern des Fördervereins heuerte die Regisseurin eine neue Mannschaft an, die gemeinsam an Bord der MS Harmonie ging. Und ehrlich: Hätte Corinna Schmitz dies am Ende der Vorstellung nicht erwähnt, es wäre nicht aufgefallen.
Da wird fröhlich geplappert („Speed-Dating – da hat man zwei Minuten Zeit, um einen Typen klarzumachen“), geflirtet („Ich rieche falsche Männer gegen den Wind“) und gezickt („Wer schmeißt sie jetzt über die Reling?“). Die Omas fliehen vor Sportcoach Harriot, die wie ein aufgezogenes Duracell-Häschen übers Sonnendeck wirbelt, und observieren verdächtige Passagiere, während eine herrlich überzogene Opern-Diva um die gebührende Aufmerksamkeit buhlt und der Kommissar in cognito so manchem Schäferstündchen mit einer (gar nicht) Unbekannten frönt. Das Bordpersonal (junges Ensemble) singt und tanzt zu Gassenhauern wie „Ich will keine Schokolade“ oder „Itzibitzi tiniwini“ und eine stimmgewaltige Chanteuse schmettert Songs von Anna Depenbusch mit nicht ganz jugendfreiem Inhalt. Ob das gute Unterhaltung ist? „Ja, ja, ja, Benjamin!!!“
Das Stück wird an den kommenden beiden Wochenenden gespielt. Mehr Infos und Tickets gibt es unter www.junge-buehne-lahnstein.de
Zwischen Spa und Speed-Dating entwickelt sich ein verzwickter Fall für die unerschrockenen Omas. Foto: Volker Becker
