Neuwieder Deichstadtwinzer ziehen Bilanz des Anbaujahres 2022
Chardonnay und Weißburgunder
Neuwied. Am 2. Januar begann das Weinjahr 2022 mit dem „Grobschnitt“ der Reben. Am 13. Januar wurde der 2021 „Weißburgunder Sekt“ abgefüllt, der im November 2022 mit 500 Flaschen auf dem Markt in Neuwied ist. Die „Rohweinprobe des 2021er“ (Weißburgunder und Chardonnay) fand dann am 15. Januar in der Weinprobierstube von Markus Junglen in Kröv, dem Winzer für das Keltern der Trauben und den Weinausbau, statt. Es folgte am 5. Februar der „Feinschnitt“ im Weinberg, unter Anleitung unseres Winzers und Beraters Markus Junglen. Bei dem Termin wurden ebenfalls für das Jahr 2022 die „Bodenbearbeitungsmethoden und der Pflanzenschutz“ besprochen. Die Anlage der „Blühstreifen und die Rebhäckselarbeiten“ wurden diskutiert und vereinbart. Am 13. Februar wurde dann der Feinschnitt abgeschlossen, am 22. Februar die Anker der Drahtanlage neu gespannt und die Vorbereitungen für das Neuanbinden der Rebstöcke abgeschlossen. Mit dem Vorfrühlingswetter am 26. Februar begann das „Binden der Rebstöcke“. Da war der Ukraine Krieg schon vier Tage alt. Am 6. März waren die gesamten Rebstöcke an die Drahtanlage neu angebunden. Zum 7. März kam die Nachricht vom Winzer in Kröv, dass die Etiketten gedruckt sind, und mit der Abfüllung und Anlieferung des 2021er Ende März zu rechnen ist. Die Abfüllung der beiden Neuwieder Weine (Chardonnay und Weißburgunder) erfolgte dann am 21. März die Anlieferung nach Neuwied am 30. März. Am 2. April wurde in Irlich der Rebschnitt in einem ganztägigen Arbeitseinsatz gehäckselt und als Humus in den Weinberg eingebracht. Am 11. April begann der Austrieb der Reben und am 24 April wurde die Blühstreifeneinsaat vorbereitet. Zum Ende April bis Mitte Mai waren die Temperaturen und Niederschläge hervorragend so dass der Austrieb der Reben mit Macht voranging. Am 21. Mai brach dann die Katastrophe über die Weinberge herein, flächendeckend mit großem Hagelschaden an den jungen Trieben. Es galt, zu retten, was zu retten ist durch Abschneiden der zerstörten Triebe und auf die Natur zu vertrauen, dass die Geiztriebe die Aufgabe der Haupttriebe übernehmen. Das gelang am Ende auch und die Fruchtansätze konnten über den Sommer dann von den Geiztrieben mit Nährstoffen versorgt werden welche die Aufgabe der Hauptriebe tatsächlich übernommen hatten. Der Pflanzenschutz wurde intensiviert und half dabei, Pilz und Schimmelerkrankungen an den beschädigten Stöcken zu verhindern. Dann folgte eine lange Trockenperiode ab Mitte-Ende Juni bis Anfang September der sowohl die Junganlage als auch die bereits länger stehenden Rebstöcke aufs äußerste strapazierte. Der Klimawandel forderte nun zum vierten Mal in fünf Jahren seinen Tribut.
