China-Programm der Privatschule Carpe Diem
Chinesen absolvieren Abitur in Bad Neuenahr
Bad Neuenahr. Mit Xianghua Huang, Xianghe Huang, Bei Li und Yancen Zhou bestanden erstmals vier chinesische Schülerinnen und Schüler der Privatschule Carpe Diem das deutsche Abitur und erlangten somit die Zugangsberechtigung an einer deutschen Universität zu studieren. Insgesamt sieben Absolventen der Carpe Diem stellten sich am Gymnasium Edenkoben einer Externenprüfung und bildeten damit den ersten Jahrgang an der Privatschule, der chinesische Schüler zum Abitur begleitete. Sechs weitere chinesische Schüler werden derzeit in der Oberstufe der Carpe Diem mit dem Ziel unterrichtet, in den kommenden Jahren die allgemeine Hochschulreife zu erwerben. Die diesjährige Jahrgangsbeste, Xianghua Huang, berichtet vor allem von den sprachlichen Hürden, die sich den chinesischen Schülern dabei stellen, dieses Ziel auch zu erreichen. „Ich musste in den Fächern Deutsch, Französisch, Biologie und Kunstgeschichte zusätzlich meine mündliche Abiturprüfung bestehen. Es war für mich mit meiner chinesischen Muttersprache nicht so einfach, mich kritisch in der deutschen Sprache beispielsweise mit Büchners Woyzeck auseinanderzusetzen.“
Der Erfolg kommt dabei nicht von ungefähr. Konsequent hat die Carpe Diem ihr Programm, Schüler aus China in das deutsche Schulsystem zu integrieren und sie auf den Erwerb der deutschen Hochschulreife vorzubereiten, in den vergangenen fünf Jahren ausgebaut und erfolgreich in ihre Organisationsstruktur integriert. Ein wichtiger Bestandteil des Programms stellt die eigens dafür geschaffene Sprachschule dar, in der derzeit 15 chinesische Schüler unterrichtet werden. Hier werden die Schüler nicht nur intensiv auf den Erwerb deutscher Sprachzertifikate vorbereitet, sondern durch die zusätzliche Vermittlung kultureller und gesellschaftlicher Werte auch dazu befähigt, gemeinsam mit ihren deutschen Klassenkameraden den Schulalltag zu bestreiten. Hierzu gehören unter anderem die Teilnahme an fächer- und jahrgangsübergreifenden Projekten, Klassenfahrten und Exkursionen zu historisch und kulturell bedeutsamen Zielen sowie die Erfahrung von Berufspraktika in deutschen Betrieben. Ein wichtiger Schritt dazu, dass heute 40 Schülerinnen und Schüler aus China in unterschiedlichen Programmen erfolgreich an der Carpe Diem unterrichtet werden, bestand in der Einladung der damaligen rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerin Eveline Lemke, als Teil ihrer Delegation mit nach China zu reisen. Die daraus gewonnenen Erfahrungen und Kooperationen haben mitgeholfen, den gegenwärtigen Erfolg überhaupt erst zu ermöglichen. Für die Zukunft sieht Schulleiter Luca Bonsignore eine weitere Internationalisierung der Carpe Diem.
Neben Schülern aus China sind bereits heute schon Schüler aus acht weiteren Nationen an der Carpe Diem vertreten.