Ökumenische Chor Lahnstein
Chöre im „Corona-Modus“?
Zeitversetzte Proben
Lahnstein. Vielleicht bedauern einige Chöre, dass zur Zeit keine Proben mehr in der sonst üblichen Form, das heißt in Vollzahl, den gewohnten Nachbarn bzw. die Nachbarin dicht neben sich, möglich sind.
Nicht so der Ökumenische Chor Lahnstein! Hatte man sich auch stets streng an die Regeln, sprich die Versammlungsgebote bzw. -verbote des Landes Rheinland Pfalz und der Kirchen gehalten, so wurde diese Zwangspause den Sängerinnen und Sängern doch allmählich zu lang: Zweimal traf sich der Vorstand - auch das natürlich unter den vorgegebenen Hygiene- und Abstandsregeln, um zu beraten, wie man den Chor trotz dieser widrigen Bedingungen am Leben halten kann. So war es allen wichtig, Kontakte nicht abbrechen zu lassen, Telefonate wurden geführt, WhatsApps und E-Mails verschickt, aber dies Alles ersetzt natürlich nie den persönlichen Kontakt.
So beschloss der Vorstand, Ende Juni den Gesamtchor zu einer Versammlung einzuladen. Dass auch hier ein umfängliches Hygienekonzept vorlag und auch eingehalten wurde ist selbstverständlich. Und etwas ganz Ungewöhnliches: der Chor sang keinen einzigen Ton! Dafür legten der Vorsitzende Manfred Schumacher und die Dirigentin Renate Karbach das Ergebnis der Vorstandssitzung vor: der Chor soll in zwei Gruppen zeitversetzt proben, jede Gruppe nur 30 Minuten. Dann wird der Raum 20-30 Minuten durchgelüftet, Kontaktstellen werden desinfiziert, genauso, wie jeder Probenteilnehmer vor Eintritt in den Saal die Hände desinfiziert. Die zweite Gruppe erscheint dann in der zweiten Probenphase, die auch wieder nur 30 Minuten dauert. Maximal 10 Personen sind entsprechend der Raumgröße zugelassen, auf dem Boden findet man eine deutliche Markierung, auf welcher der jeweilige Stuhl platziert ist. Alles mit dem nötigen Abstand natürlich.
Konnte sich der Eine oder Andere so etwas zunächst auch gar nicht vorstellen, ließ man sich doch auf dieses Angebot ein, nur einige Wenige sagten aus gesundheitlichen Gründen oder Sorge ab. So konnten die „Corona Proben“ des Ökumenischen Chores Anfang Juli wieder beginnen.
Und dann kam die Praxis: nicht einfach ist es, mit nur zwei Personen in einer Stimme zu singen, noch dazu mit einem großen Abstand voneinander. Dennoch schaffte man es, nach einem Einstieg über Kanons, auch vierstimmig zu singen. Stimm- und Gehörbildung spielen da eine ganz wichtige Rolle - im Grunde so etwas wie privater Gesangsunterricht. Und die Ansprüche sind noch größer, denn in den Kirchen selbst dürfen bei Auftritten immer nur maximal vier Sänger bzw. Sängerinnen singen. Auch dies wird zur Zeit geübt, denn schließlich will der Chor seinen Verpflichtungen im Kirchenjahr nachkommen: das sind die noch ausstehenden Feste „Kirchweih“ , „Erntedank“ mit „Konfirmation“ und „Weihnachten“.
Andere Situationen erfordern eben andere Maßnahmen - aber Stillstand ist für den Ökumenischen Chor keine Option. Im Gegenteil: an Schwierigkeiten können wir wachsen - und der Klang ist auf dem besten Wege, dieses zu tun!