Allgemeine Berichte | 14.12.2016, 09:03 Uhr

Gelungene Veranstaltung des Bürgervereins Werthhoven

Choralblasen bot Glühwein, Blasmusik und Historie

Auf dem malerischen Platz vor der festlich angestrahlten Jakobuskapelle spielte der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Meckenheim auf

Der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Meckenheim spielte beim Werthhovener Choralblasen vor der Jakobuskapelle.JOST
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Werthhoven. Bereits zum zehnten Mal veranstaltete der Bürgerverein Werthhoven das „Werthhovener Choralblasen“ auf der Wiese vor der malerischen Kulisse der festlich angestrahlten Jakobuskapelle. Dort erfreute der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Meckenheim unter der Leitung von Margret Toyka das Publikum mit weihnachtlichen Weisen bei langsam einsetzender Dunkelheit. Bei den fast 200 Gästen stellte sich dabei angesichts der stimmungsvollen Atmosphäre neben der beleuchteten Kapelle und mit kräftig lodernden Feuerkörben ein echtes „Gänsehautgefühl“ ein.

Ein Blick in die Geschichte der Kapelle

Gleich zweimal hielt Frank Hüllen, Niederbachemer Heimatforscher mit Werthhovener Wurzeln, in der Kapelle einen Vortrag über den wohl ältesten Kirchenbau der Gemeinde Wachtberg. Seine Ursprünge gehen bis in das achte Jahrhundert zurück. Heute fällt der vollständig mit Schiefer eingedeckte Turm besonders auf, in dem nicht weniger als drei Glocken hängen. Zwei davon gehören zu den ältesten des Drachenfelser Ländchens überhaupt. Die kleinere, die aufgrund ihrer Formen ins 15. Jahrhundert datiert werden könne, trägt die Inschrift „Got grois Dich Maria vol der Genaden der Herr eis mit dir“. Sie ist rund dreiviertel Zentner schwer, ihr Schlagton ist das cis. Etwa anderthalb Zentner wiegt die größere Jakobus-Glocke, die laut Inschrift im Jahr 1578 gegossen wurde: „Sante Jacob heißen ich. Anno domni 1578“. Ihr Schlagton ist das h‘.

Trotz ihres hohen Alters mussten beide Glocken im Zweiten Weltkrieg abgeliefert werden, so Hüllen. Als Ersatz erhielt die Kapelle im November 1943 eine Zinkglocke. Die beiden abgelieferten Glocken konnten jedoch 1947 in der zentralen Glockensammelstelle in Hamburg identifiziert werden. Mit dem Schiff kamen sie zurück bis nach Düsseldorf, von dort mit einem Lastwagen am 1. Oktober 1947 wieder nach Werthhoven. Seit Ostern 1948 erklingt zur Freude der Einwohner wieder das altgewohnte Geläut, ergänzt um die Notglocke aus dem Zweiten Weltkrieg.

Glühwein, Kinderpunsch und Plätzchen

Mit Glühwein für die Großen und Kinderpunsch für die Kleinen hatte der Bürgerverein um seinen Vorsitzenden Hans-Joachim Duch ebenso für das leibliche Wohl gesorgt wie mit weihnachtlichem Gebäck und einigen selbst gebackenen Kuchen, die von Werthhovenerinnen gestiftet wurden. Viele Mitglieder des Bürgervereins hatten schon bei den Vorbereitungen und erst recht während der gut besuchten Veranstaltung alle Hände voll zu tun. Der Reinerlös dieser einst von Norbert Forst initiierten Veranstaltung soll erneut ohne Abzug zweckgebunden für einen karitativen Zweck zur Verfügung gestellt werden.

So bot auch das zehnte „Werthhovener Choralblasen“ wieder eine schöne Gelegenheit, sich in ruhiger und besinnlicher Atmosphäre bei Glühwein, Printen und Gesprächen mit Nachbarn, Freunden und Gästen auf das bevorstehende Weihnachtsfest einzustimmen und ein wenig innezuhalten. Und zum Abschluss dann alle gemeinsam in Begleitung des Posaunenchors das bekannte Weihnachtslied „O du fröhliche“. JOST

Gut besucht war das Werthhovener Choralblasen auf dem Platz vor der Jakobuskapelle.

Gut besucht war das Werthhovener Choralblasen auf dem Platz vor der Jakobuskapelle. Foto: Volker Jost

Der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Meckenheim spielte beim Werthhovener Choralblasen vor der Jakobuskapelle.Fotos: JOST Foto: Volker Jost

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